Frankreichs Präsident Sarkozy hat die Zustimmung seines polnischen Amtskollegen zum EU-Reformvertrag eingefordert. Kaczynski machte seine Zustimmung indes vom Verhalten Irlands abhängig. Wenn Irland das Dokument ratifiziere, werde es von Polen "nicht das geringste Hindernis" geben.

Der französische Präsident und neue EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy hat die Zustimmung seines polnischen Amtskollegen Lech Kaczynski zum EU-Reformvertrag eingefordert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Präsident, der selbst unter dem Vertrag erst in Brüssel und dann in Lissabon unterzeichnet hat, seine Unterschrift infrage stellen wird", sagte Sarkozy am Dienstag in Paris nach einem Treffen mit der EU-Kommission.

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Kaczynski selbst habe den Vertrag im vergangenen Jahr mit viel Einsatz ausgehandelt, erinnerte Sarkozy. Mit seiner Unterschrift habe Kaczynski die Ratifizierung des Vertrags versprochen. "Er ist ein ehrlicher Mann", sagte Sarkozy über Kaczynski. "Er hat sein Wort nie gebrochen."

Kaczynski machte seine Zustimmung zum EU-Reformvertrag indes vom Verhalten Irlands abhängig, nachdem er den Vertrag von Lissabon zuvor noch als "gegenstandslos" bezeichnet hatte.

Wenn Irland im Einklang mit seinem Recht, und nicht unter Zwang, Voraussetzungen für die Ratifizierung schaffe, werde es von Polen "nicht das geringste Hindernis" geben, sagte Kaczynski nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP im georgischen Batumi. "Ich habe massiv an der Aushandlung dieses Vertrages teilgenommen und unterstütze ihn", so der polnische Präsident.

Zuvor hatte Kaczynski den Vertrag in einem Interview mit der Tageszeitung Dziennik als gegenwärtig "gegenstandslos" bezeichnet. Es sei schwer zu sagen, wie es mit dem Vertrag von Lissabon weitergehen werde, fügte er hinzu. Lech Kaczynski gehört, wie sein Zwillingsbruder, Ex-Regierungschef Jaroslaw, zum euroskeptischen Lager.

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(dpa/Reuters/buma/dgr)