Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich in Brüssel auf ein Konjunkturpaket im Umfang von etwa 200 Milliarden Euro geeinigt. Auch bei den Themen Klimaschutz und Lissabon-Vertrag wurden Lösungen gefunden.
Die Regierungschefs der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben auf ihrem Gipfel in Brüssel bei den Themen Konjunkturprogramm und Lissabon-Vertrag eine Einigung erzielt. Nach zähen nächtlichen Verhandlungen verabschiedeten sie am Vormittag beide Pakete.
Konnte erste Erfolge verkünden: Angela Merkel (© Foto: AFP)
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Der Europäische Rat wird ein Konjunkturprogramm in der Höhe von ungefähr 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union auf den Weg bringen, um die Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise abzudämpfen und den europäischen Arbeitsmarkt wieder anzukurbeln. Das entspricht einer Summe von etwa 200 Milliarden Euro. Der Großteil des Programms setzt sich aus den schon beschlossenen Konjunkturanreizen der Mitgliedsländer zusammen.
Beim Thema Steuersenkung konnten sich die Regierungschefs allerdings auf keine generelle Lösung für die Europäische Union einigen. Es wird nun jedem EU-Land selbst überlassen bleiben, ob es die Mehrwertsteuer für Waren und Dienstleistungen senkt, die schon heute einem geringeren Steuersatz unterliegen. Mit seiner Forderung, eine generelle Senkung der Mehrwertsteuer zu empfehlen, konnte sich der britische Premier Gordon Brown nicht durchsetzen.
Auch der Versuch, den zeitlichen Fahrplan für den Reform-Vertrag der Europäischen Union, den sogenannten Lissabon-Vertrag, zu retten, ist nicht an den Bedingungen gescheitert, welche die Iren gestellt haben. Die irische Regierung hat unter anderem eine Garantie gefordert, auf alle Zeiten einen Kommissar in Brüssel stellen zu dürfen - und sich durchgesetzt.
Auch soll den Iren zugesichert werden, dass durch die EU vom Grundsatz her das Abtreibungsverbot des Landes oder seine militärische Neutralität nicht aufgehoben werden kann. Irland sagt im Gegenzug eine Ratifizierung des Vertrags bis Ende Oktober 2009 zu und muss zuvor dafür ein zweites Referendum abhalten.
Der Lissabon-Vertrag sah ursprünglich vor, dass von 2014 in einem Rotationsverfahren nur noch zwei Drittel der EU-Länder mit einem Kommissar in Brüssel vertreten sind. Vor allem die Benelux-Staaten sahen die irische Forderung kritisch. Sie fürchten, dass die Arbeit der Europäischen Kommission zukünftig erschwert wird, wenn alle EU-Länder einen Kommissar stellen dürfen.
Ringen um Lösung bei Klimafragen
Wie EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy am Mittag mitteilte, wurde inzwischen auch bei den Klimaschutzgesetzen eine einstimmige Einigung erzielt. Die Europäische Union hält an dem Ziel fest, den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid bis 2020 um ein Fünftel zu senken. Zuvor hatte sich abgezeichnet, dass die EU den osteuropäischen Ländern und der Industrie finanziell stark entgegenkommen würde.
Es blieb bis zuletzt strittig, wie diese Unterstützung aussehen soll. Zur Debatte standen Ausnahmeregelungen für die osteuropäischen Kohlekraftwerke oder die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln aus dem Verkauf von Verschmutzungsrechten, den sogenannten Zertifikaten. Die energieintensiven Industrien durften europaweit auf längere Übergangsfristen bis 2020 hoffen.
Am Rande der drei großen Themen auf dem EU-Gipfel konnte auch in der Europäischen Sicherheitspolitik eine Einigung erzielt werden. Die EU übernimmt einen neuen Anlauf, eine 60.000 Mann starke militärische Eingreiftruppe aufzubauen, die weltweit innerhalb von 60 Tagen einsetzbar sein soll. Dieses Ziel war bereits Ende 1999 in Helsinki beschlossen und seither mehrfach bekräftigt worden.
- EU-Gipfel in Brüssel 200 Milliarden für die Konjunktur 12.12.2008
- EU-Klimapaket Merkels Scheckbuch-Politik 12.12.2008
- EU-Gipfel Brüsseler Premiere 12.12.2008
- EU-Gipfel in Brüssel Deutsche Milliarden für das Klimapaket 12.12.2008
- Weg zur EU-Reform Fahrplan für Lissabon steht 11.12.2008
(sueddeutsche.de/ihe/plin/bica)
Erdstöße der Stärke 5,8 in Emilia-Romagna
.. wie Sie denn Sinn meiner Aussage verdrehen: ich "hätte die Osteuropäer am liebsten ganz weit weg" ist einfach Unsinn, ich habe lediglich gesagt, dass man erst einen Schritt haette machen sollen und dann den naechsten; ob die neuen Laender aus Ost oder Nord oder sonstwo kommen, spielt dabei ueberhaupt keine Rolle.
radio-utopie.de/2008/07/01/gauweiler-und-schachtschneider-sieg-ueber-regierung-parlament-praesident/
Jedenfalls ist es eine Schande, dass die Mainstreampresse immer so tut, als ob "wir" dem Lisabon Vertrag oder vulgo der EU Verfassung zugestimmt hätten ( das Volk durfte bei uns sowieso nicht!), dem ist noch nicht so.
Ich bin für die EU!
Aber so nicht.
"Der Bundespräsident hat das Gesetz zur Ratifizierung unterzeichnet. Er wird erst dann das Ratifizierungsinstrument unterzeichnen, wenn das Bundesverfassungsgericht über die Vereinbarkeit des Vertrags mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland entschieden hat."
europa.eu/lisbon_treaty/countries/index_de.htm
Dank sei Gauweiler, den Linken und Herrn Schachtschneider!
youtube.com/watch?v=qWZbEKjcd1M
Hier ein paar Milliärdchen, dort und da auch und ab und zu ein kleiner Verzicht auf ein paar Kröten, die dem normalen Steuerzahler nicht - so einfach - aus der Tasche gezogen werden können.
Es ist nicht mehr zumutbar, was der Politiker zur Zeit für Zahlen im Kopf behalten muss, nicht nur was sondern, auch wem er Geld gegeben hat.
Wo und wie oft. Da verliert auch das größte Zahlen- und Gedächtnisgenie den Überblick.
Das hier, darauf dürfen sich die Bürger einstellen und es auch verstehen, oftmals die Bedingungen der Vielzahl der zu merkenden Positionen geopfert werden müssen, ist doch klar. Bei den vielen Summen und bei den vielen Gaben die vor Weihnachten noch schnell verteilt werden.
Ich dachte eigentlich von Weltverschwörungstheorien sollten wir in Deutschland für die nächsten 1000 Jahre geheilt sein!
Paging