Klima-Einigung in Brüssel: Die EU stellt mit dem Kompromiss ihr Ziel in Frage. Auch Deutschlands Nimbus ist dahin im Klimaschutz.
Keine Abstriche bei den Klimaschutz-Zielen der Europäischen Union, aber eine erhebliche Entschärfung des Handelssystems mit Zertifikaten, die der Industrie den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid ermöglichen.
Lobte den Klima-Kompromiss: Kanzlerin Merkel (© Foto: dpa)
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Wie das zusammenpasst, ist das Geheimnis der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. In Wahrheit stellt die EU mit dem Brüsseler Kompromiss ihr Ziel in Frage. Der Emissionshandel sollte das Instrument sein, das die Mechanismen des Marktes nutzt, um den Klimawandel abzumildern.
Mit dem Bonus für besonders schädliche Branchen auch in Deutschland, mit dem Nachlass für die Kohlekraftwerke in Osteuropa noch weit über das Jahr 2013 hinaus ist das Modell entwertet.
Schlechtes Signal
Es ist ein schlechtes Signal für die mühsamen Verhandlungen über den globalen Klimaschutz. Das gilt weniger für die gleichzeitig zu Ende gehende UN-Konferenz in Posen, auf der ohnehin nichts Bahnbrechendes zu erwarten war. Verheerend aber sind die Auswirkungen für das nächste Treffen der Vereinten Nationen in Kopenhagen, wo nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls der nächste, entscheidende Schritt gegen die Aufheizung der Atmosphäre erfolgen muss.
Länder wie China und Südafrika werden noch weniger bereit sein, ihren herkömmlichen, auf reichlich Kohlenstoff basierenden Wirtschaftspfad zu verlassen. Sie werden mit einiger Berechtigung darauf verweisen, dass das, was den Polen und Ungarn zugestanden wird, allemal auch für sie gilt.
Deutschlands Nimbus ist dahin im Klimaschutz. Auf welche Industriezweige sollte der Emissionshandel einwirken, wenn nicht auf die, welche besonders viel Kohlendioxid ausstoßen? Sollen etwa diejenigen das größte Opfer bringen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen? Eine interessante Logik, so nach dem Muster: Der Besitz von Rauschgift ist zwar verboten, eine Ausnahme gilt aber für alle, die Rauschgift nötig haben. Ohne Zweifel gefährdet das gegenwärtig hiesige Arbeitsplätze.
Aber ist es nicht gerade der Sinn des Emissionshandels, ja, aller wirksamen Vorgaben zum Klimaschutz, dass Druck entfaltet werden soll zum Umbau der Industriegesellschaften - hin zu einer Wirtschaftsweise, die die Atmosphäre nicht mehr als kostenlose Deponie für Treibhausgase missbraucht?
Dass das ohne schmerzhafte Veränderung vonstatten geht, ist ein Märchen, das auch von Umweltschützern erzählt wird. Nein, es wird Gewinner und Verlierer geben (müssen). Vorderhand, das ist leider wahr, wären jene Länder noch die Gewinner, die ihre Stahl- und Zementindustrie nach altem Muster betreiben. Aber wenn das Unternehmen Klimaschutz irgendwann Sinn haben soll, dann müssen auch Nationen wie China und Indien in der Pflicht sein.
Die EU hat in Brüssel nicht gezeigt, wie man sich mutig diesem Wandel stellt. Möglicherweise ist das auch zu viel verlangt von Regierungen, die nicht dafür gewählt wurden, den Lebensraum für alle und für alle Zeit zu sichern.
- EU-Gipfel Einigung beim Klimaschutz 12.12.2008
- EU-Gipfel in Brüssel "Heute ist 'Yes' auf der Tagesordnung" 12.12.2008
- EU-Gipfel Brüsseler Premiere 12.12.2008
- EU-Gipfel in Brüssel 200 Milliarden für die Konjunktur 12.12.2008
(SZ vom 13.12.2008)
Kapitalabzug aus Südeuropa
die Berechnungen der Klimamodelle vertragen sich ausgezeichnet mit der Wirklichkeit. Das von Ihnen zitierte Hadley Centre schreibt sicher nicht von ungefähr auf der eigenen Homepage "The scientific evidence is overwhelming our climate is changing." Andere Studien besagen, dass 10 der 15 heissesten Jahre während der letzten 20 Jahre der Erdgeschichte stattfanden. 2001 war tatsächlich ein Spitzenjahr, da ist es nicht verwunderlich, dass ab 2002 die Temperaturen sinken. Auf einem gesunden Niveau sind sie aber noch lange nicht. Und daraus einen Umkehrtrend abzuleiten, ist auch etwas verfrüht.
Jeder kann gern der Studie glauben, die er am glaubwürdigsten hält (oder die ihm das beste Gewissen verschafft). Es gab auch mal Studien, die Rauchen für gesund hielten. Ich empfehle dennoch, zumindest mal nach draussen zu schauen. Ich persönlich frage mich sehr wohl, warum ich Überschwemmungskatastrophen, Hurricans, Hitzeperioden, Tsunamis so geballt während der letzten 10 Jahre präsentiert bekomme. Sicher, ein Beweis für den Klimawandel ist das nicht. Und für CO2 als Auslöser noch viel weniger. Doch, dass hier irgend etwas schwer aus dem Ruder läuft, ist doch kaum zu leugnen.
Ausserdem möchte ich davon abraten, die hervorragende Gesundheit des arktischen Eises anhand Ihres schönen statistischen Vergleichs herzuargumentieren. Der Durchschnitt 1978-2007 ist ein denkbar schwacher Vergleich zur 2008er Eisbedeckung. Für die Glaubwürdigkeit des Arguments würde ich weiter zurückgehen, doch, klar, dann zieht es leider nicht mehr..
Nur mal angenommen, Holland liegt in 150 Jahren 10 Meter unter dem Meeresspiegel, werden dann die Holländer sagen, "halb so schlimm. Heute steht das Wasser gerade mal so hoch wie die letzten 2 Wochen im Durchschnitt"?
Da haben Sie wohl etwas Anderes als ich gelesen.
www.metoffice.gov.uk/research/hadleycentre/news/warming_goes_on.pdf
Adieu "Klimakanzlerin" ! Die Dame hat auf Grönlands Eisschollen eine miese PR-Show abgezogen: Der Klimaschutz ist ihr jedoch überhaupt kein Anliegen - nur das Wohlergehen der Konzerne, was sie mit ihrer angeblichen "Sorge um die Arbeitsplätze" bemäntelt. "Klimaschutz" als Propagandamasche von der Propaganda-Expertin Angela Merkel, die noch aus DDR- bzw. FDJ-Zeitrn einschlägige Erfahrungen gesammelt hat..
Wer ihr noch was glaubt, ist selber schuld!
aus der Kollektion "Klimaschutz" und zur Schau gestellt während des ganzen Jahres 2007, haben sich als Täuschung herausgestellt.
Statt Ernst zu machen und in den Klimaschutz zu investieren und dadurch Arbeitsplätze für die Zukunft zu schaffen werden die staatlichen Mittel lieber in die vorübergehende Rettung der Arbeitsplätze der Vergangenheit gesteckt!
Wie vertragen sich denn die Berechnungen der Klimamodelle, die ja die Grundlage der ganzen CO2 Politik sind, mit der Wirklichkeit ?
Seit 8 Jahren steigen die globalen Temperaturen nicht mehr, seit 2002 fallen sie sogar leicht, so die Angaben des Hadley Centers und der beiden Satelliten-Messsysteme. Aber die CO2 Werte sind im gleichen Ausmaß gestiegen wie immer.
Und seit September ist die arktische Einsbedeckung wieder gleich groß wie der Durchschnitt der Jahre 1978 bis 2007.
Paging