Es ist vollbracht: Lange standen die Verhandlungen auf der Kippe - am frühen Morgen ist es den EU-Staats- und Regierungschefs beim Brüsseler Gipfel nach zähem Ringen dann doch gelungen, sich auf einen Kompromiss zu einigen. Möglich wurde dies nach weitreichenden Zugeständnissen an Polen.
Nach fast 36-stündigen Marathonverhandlungen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim EU-Gipfel in Brüssel eine Einigung mit Beteiligung Polens erzielt. "Es hat lange gedauert: Aber wir haben erreicht, was wir wollten", sagte Merkel nach Abschluss der Gespräche am Samstagmorgen. Die EU sei aus dem "Stillstand herausgekommen" und habe die Weichen für einen neuen EU-Vertrag gestellt.
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Zuvor hatte Polen einem Kompromiss über die Stimmgewichtung - dem umstrittensten Punkt der Verhandlungen - zugestimmt. Demnach wird das von der Regierung in Warschau zunächst abgelehnten Prinzip der doppelten Mehrheit nun doch eingeführt - allerdings erst von 2014 an mit einer Übergangszeit bis 2017. Zudem ist eine Notbremse vorgesehen, falls ein Land nur knapp bei einer Abstimmung unterliegt. Es soll dann weitere Beratungen verlangen können.
"Man kann sagen, dass das ein weitgehender Kompromiss ist", sagte Merkel dazu. "Ich kann nur sagen, dass es gut ist, dass wir es geschafft haben." Als EU-Präsidentin hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Polen zuvor damit gedroht, Detailverhandlungen über den neuen Vertrag auch ohne die Zustimmung des Landes zu beginnen.
Nach Bemühungen des französischen Premiers Nicolas Sarkozy und weiterer EU-Regierungschefs erklärte sich Polen, das einen Kompromissvorschlag zuvor noch abgelehnt hatte, dann zu neuen Verhandlungen bereit.
Polen zufrieden
Der polnische Präsident Lech Kaczynski zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des EU-Gipfels. Die polnischen Vorbehalte seien "in hohem Maße" berücksichtigt worden, sagte Kaczynski. Angesprochen auf die hartnäckige Verhandlungsführung der polnischen Delegation sagte der Präsident, sein Land wolle niemandem etwas auferlegen. "Aber es will auch nicht, dass man ihm etwas auferlegt." Kaczynski lobte ausdrücklich die "ausgesprochen freundschaftliche Haltung von Kanzlerin Merkel". Auch die Reaktionen anderer Gipfel-Teilnehmer auf Merkels Verhandlungsführung waren positiv.
Neben Polen setzten noch weitere Staaten in den zähen Verhandlungen Änderungen am Vertragsentwurf durch. So werden für Großbritannien Ausnahmen von der Bindewirkung der EU-Grundrechtecharta verankert.
Die Verhandlungen seien schwierig gewesen, "weil die Kompromissbereitschaft aller bis aufs Ende ausgereizt wurde", sagte Merkel. Der nun ausgehandelte Vertrag sei "sehr detailliert und sehr klar". Er zeige, "dass Europa am Ende zusammenkommt". Die Einigung ermögliche es, nun eine Regierungskonferenz einzuberufen und den Vertrag wie geplant im Jahr 2009 in Kraft treten zu lassen, sagte Merkel weiter.
Der ausgehandelte Vertrag soll der EU mit ihren 27 Mitgliedstaaten eine neue Grundlage geben und sie effizienter machen. In der EU wird demnach künftig die Rechtsverbindlichkeit der Grundrechtecharta gelten; außerdem wird die EU mit dem Inkraftreten des Vertrages einen Hohen Vertreter für die Außenpolitik haben, der zugleich Vize-Präsident der EU-Kommission sein wird.
(AFP/Reuters)
Russland unter Putin
Vorweg: ich bin kein Deutscher sondern Belgier - diese Fakten um sicher zu stellen dass es keine beleidigten Polnischen Mitbürger gibt über diese Reaktion in einem Deutschen Medium.
Als Bürger einer der Gründungsmitglieder habe ich mit Betroffenheit Kenntnis genommen von der Polnischen Ignoranz, Arroganz und Neigung zu erpresserischen Verhandlungstaktiken die seinesgleichen suchen in der Geschichte der EU. Dieser Wortlaut erinnert eher am Wortlaut der Herri Batasuna als am Wortlaut verantwortliche und kompromissbereite Politiker.
Ist das merkwürdige Polen von den Geschwister Kaczynski das gleiche Polen von Solidarnosc - die Bewegung von Lech Walensa die mit friedlichen Mitteln für Freiheit gekämpft hat?
Mit den Erpresserischen Verweisen an den zweiten Weltkrieg misskennt das Polen der Geschwister Kaczynski (und das ist nicht das ganze Polen, hoffe ich) die Gründungsgedanke der EU, ... und 50 Jahre vertrauensbildende Aufbauarbeit der (West-) Deutsche Politiker. Die Parolen die Deutschland immer erneut erniedrigen sind teilweise einer Verdrehung der Geschichte da auch Russland hier nicht eine ganz weisse historische Weste hat. Somit sind die Parolen der Geschwister Kaczynski eine Blamage für die aktuelle Generation die nichts mit dieser dunklen Vergangenheit zu tun hat. Das Polen der Geschwister Kaczynski zeugt von einer historsichen Verstarrung der seines gleichen sucht im Zeitgeist des (Knebel-)Vertrages von Versailles nach dem ersten Weltkrieg. Wer die Geschichte studiert weiss wozu soche Haltung führt. Eben um das zu vermeiden wurde die EU aufgebaut.
Nun stelle ich mich die Frage: hat das Polen der Geschwister Kaczynski die EU verdient? Hat es die EU verdient das der grösste Netto-Empfänger die Grundgedanken der EU so misskennt, einer der Gründungsmitglieder so blamiert mit ewiggestrigen Ressentiments und durch sein Handeln die Weiterentwicklung der EU gefährdet?
Wenn Polen so unglücklich ist mit der EU sollte Polen die Ehre an sich selber halten und die EU und die Fördergelder verlassen. Somit könnten die EU Fördermittel (die zu einem grossen Teil aus Deutschland kommen) eingesetzt werden in den neuen Länder die dem Europäischen Gedanken von Frieden, Respekt und Fortschritt aktiv leben und einen Beitrag liefern wollen zum Wohle der Gemeinschaft. Letzteres bedeutet Bereitschaft konstuktive Kompromisse schliessen zu wollen.
Das Polen der
konnten es nur nicht verkraften dass sie vor knapp 70 Jahren in nicht mal 2 Wochen überrannt waren.....
Die Kriegstoten aufrechnen müssen sie ja nur weil sie den Großteil der Bevölkerung der ihnen unterstellten Gebiete vertrieben bzw. massakriert haben....
Moment mal - als Strolche bezeichne ich die Kaszynski-Zwillinge - nicht die Polen im allgemeinen.
Allerdings ist Polen eine Demokratie und die Polen haben regulär Kaszynski gewählt.
Er repräsentiert also das Volk der Polen und laut Umfragen sind die Polen als Volk mehrheitlich BEGEISTERT davon, dass die Kaszynskis die deutsche Bundeskanzlerin als Repräsentatin des Deutschen Volkes gedemütigt und beleidigt hat.
Ich hoffe, dass diese Tatsache nicht vergessen wird, beispielsweise wenn sie wieder in der EU auf Betteltour gehen.
@gratefultorn
"Für mich bleiben sie - gelinde gesagt - aber nach wie vor Strolche und ich werde das, was in der letzten Woche passierrt ist, den Polen sehr lange nicht vergessen!"
Und dann wundert es Dich wahrscheinlich dass die Polen nicht vergessen was Ihnen von Deutschen Strolchen jahrelang angetan wurde?
tsss....
All das Kriegsvokabular Polens kann jetzt auf Deutschland umgemünzt werden. "Wir lassen uns nicht von Polen bestimmen! Wir lassen unsere Souveränität durch Polen bedrohen! Wir werden keinem Vertrag zustimmen, wo Polen über uns herrscht und unsere Finanzen raubt"
Riesiger Mißerfolg für Merkel! Ein Jahrzehnt dauernde und noch länger wirkende Blamage!
Den Bürgern in Deutschland steht das Mittel eines Referendums nicht zu - Schade! Es dürften sich genug Menschen finden, die einen Austritt aus dieser EU befürworten würden!
Jetzt werden schon Legenden gesponnen: Großer Gipfelerfolg! Wie für Heiligendamm! Riesiger Klimadurchbruch!
Zwei vernichtende außenpolitische Niederlagen!
Paging