Trotz all seiner Wirtschaftskraft kann Europa die Tragödie in Gaza ohne die Hilfe der USA nicht beenden. Beim Thema Gas könnte das allerdings anders sein. Hätten wir nach der letzten Drosselung der Gaszufuhr einen einheitlichen europäischen Gasmarkt geschaffen, wie es uns Experten geraten haben, und hätten die 27 EU-Länder zu Russland und der Ukraine mit einer Stimme gesprochen, würden wir uns heute nicht in diesem Durcheinander befinden. Wenn ich höre, wie sich Vertreter der EU-Kommission aufblasen ("Inakzeptabel", sagen sie, oder "Russland muss..."), dann teile ich fast die verächtliche Reaktion von Gazprom und Putin.
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Zwei Schlüssel
Warum schaffen wir Europäer es nicht, uns auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen, wenn es darum geht, mit dem Rest der Welt zu verhandeln? Auf unserem eigenen Kontinent haben wir großartige Dinge geleistet: Wir haben die ehrgeizigste Erweiterung in der Geschichte der EU fast zu Ende gebracht, der zehnte Geburtstag des Euro liegt hinter uns. In der Außenpolitik aber sind wir kaum weiter gekommen. Und die Zeit steht nicht auf unserer Seite. Während Mächte wie China und Indien wachsen, nimmt die relative Macht Europas ab. Die globale Erwärmung und die Verbreitung von Kernwaffen sind Themen, die nicht warten, bis wir unsere endlosen internen Diskussionen beendet haben.
Es gibt zwei Schlüssel, um unser Handeln zusammen zu bringen: einen institutionellen und einen politischen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir zu sehr auf den institutionellen geachtet, und zu wenig auf den politischen. Trotz all seiner Fehler hat Sarkozy im vergangenen halben Jahr gezeigt, welchen Einfluss ein energischer und selbstsicherer EU-Ratspräsident haben kann. Es wäre besser, einen Präsidenten zu haben, der länger im Amt bleibt, so wie es im Lissabon-Vertrag vorgesehen ist. Es wäre hilfreich, einen Stab aus Diplomaten und Offiziellen zu haben, die bei den wichtigsten außenpolitischen Themen systematisch die europäischen Interessen, Werte und Instrumente identifizieren.
Mittel zum Zweck
Einige sagen: Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass wir den Lissabon-Vertrag unbedingt brauchen und die Iren deshalb ein zweites Referendum abhalten und mit dem richtigen Ergebnis wiederkommen müssen. Das aber wäre antidemokratisch und wenig erfolgversprechend. Statt dessen sollten wir darüber nachdenken, welche institutionellen Veränderungen notwendig sind, um eine wirksamere Außenpolitik zu verfolgen und wie diese Veränderungen in die bestehenden EU-Verträge eingearbeitet werden könnten.
Institutionen sind nur Mittel zum Zweck. Wo es einen politischen Willen gibt, findet sich auch ein institutioneller Weg. Ohne diesen Willen aber können auch die besten Institutionen nichts ausrichten. Solange wir, die Völker in der EU, nicht aufwachen und unsere Politiker nicht auffordern, gemeinsam zu handeln - so lange werden sie keinen Anreiz haben, das zu tun.
Damit sie eine starke, gemeinsame, europäische Stimme nicht kurzfristigen innenpolitischen Vorteilen opfern, müssen wir selbst begreifen, in welch gefährlicher Welt wir heute leben: einer Welt, in der wir einen langen Kampf um unseren wohlhabenden, freien und zivilisierten Lebensstil vor uns haben. Solange wir Europäer nicht unsere Kräfte vereinen, werden unsere amerikanischen, chinesischen und russischen "Freunde" in ihrer Geringschätzung uns gegenüber nur bestätigt.
Timothy Garton Ash, 53, ist Professor für Europäische Studien an der Universität Oxford.
Übersetzung: Franziska Brüning.
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(SZ vom 09.01.2009/woja)
Müll am Fluss
Ich denke mein Kommentar war harmlos.
"endlich mal sagen die deutschen ihre Meinung zur Nahostkonflikt ohne Angst zu haben
Anti-semetisch bezeichnet zu werden"
Die israelische Armee sperrt den Zugang von Journalisten und die Sueddeutsche Zeitung Kontrolliert welche Kommentare veröffentlichen werden und welche nicht.
so viel zur Demokratie und freie Meinungsäusserung
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Man könnte meinen, Teile der EU, besonders aber unser eigenes Land, seien die xx.ten Bundesstaaten der USA oder haben zumindest ein gemeinsames Parlament mit der Knesset.
Der viel gescholtene Sarkozy macht es uns vor, was wäre, wenn die EU mit einer Stimme und vor allem entschlossen und ohne Zögern aufträte.
Die Kanzlerin hätte sich wirklich nichts verschenkt, wenn sie auf seinen Kurs aufgesprungen wäre und von allen Seiten einen sofortigen Waffenstillstand gefordert hätte. Denn Krieg, Frau Merkel, war bisher immer das Armutszeugnis der Politik.
Gehörten Sie nicht einem der Länder an, die rein garnichts von einer politischen Union halten, Ihr Artikel könnte mir gefallen.
Aber so wie es in dem Euro-Konglomerat aus 27 überwiegend kleinen Ländern nun einmal ist, kann aus dem, was Sie fordern, nie und nimmer "etwas werden", DENN
1. sind die Kleinstaatler permanent eifersüchtig auf einander;
2. wollen einige, neben GB besonders die Neuen aus dem Osten, lieber den USA beitreten;
3. haben die Länder Europas wieder einmal NICHTS aus der eigenen Geschichte gelernt,
weshalb aus dem EUROPA, das Ihnen offenbar vorschwebt -mir früher auch einmal- nichts werden, bis es dazu endgültig zu spät ist, nämlich wenn China den USA -die ein einiges Europa mit Hilfe von GB schon immer ablehnten!- die Weltmacht-Funktion und -Position abgenommen haben wird. Und DAS könnte noch schneller der Fall sein als Emanuel TODD das in seinem "Nachruf" vorhergesehen hatte!
..wie die der Europäischen Union,die auf Modernen Raubrittertum bassiert..tzzzz
da kann und werde ich nie dahinter stehen!
Ein Union die sich gedanken über DIN_ Gurken gedanken macht und diese auch noch beschließst,also bitte wer soll das noch ernst nehmen??????
Paging