Eskalation im Syrien-Konflikt CIA-Direktor Brennan sucht Nähe zu Israel

Angesichts der Eskalation in Syrien ist Israel immer stärker um seine Sicherheit besorgt und sucht die enge Abstimmung mit den USA. CIA-Direktor John Brennan ist überraschend nach Jerusalem gereist. Russland, der letzte Verbündete von Syriens Machthaber Assad, verstärkt unterdessen die Präsenz in der Region - mit Kriegsschiffen im Mittelmeer.

Israel sorgt sich angesichts der Situation in Syrien weiter um seine Sicherheit - und sucht die Nähe zum Verbündeten USA. CIA-Direktor John Brennan ist am Donnerstag überraschend zu Gesprächen in Israel eingetroffen. Vom Flughafen sei er direkt zu einem Treffen mit Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon gefahren, berichtete die Times of Israel. Außerdem soll er israelischen Medienberichten zufolge mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Armeechef Benny Gantz und dem Chef des Geheimdienstes Mossad, Tamir Pardo, gesprochen haben.

Die CIA und die Regierung in Jerusalem hätten Geheimdiensterkenntnisse über Syrien ausgetauscht, hieß es. International wächst die Sorge, dass Israel tiefer in den innersyrischen Konflikt hineingezogen werden könnte. Bereits vor zwei Wochen hatte die israelische Armee zwei Waffenlager nahe Damaskus bombardiert. Syrien hatte gedroht, dass jede weitere Militäraktion Israels einen unmittelbare Vergeltung nach sich ziehen würde.

Wie die israelische Zeitung Jediot Achronot berichtet, sei Brennan nach Israel entsandt worden, um "eine gemeinsame Politik beider Länder zu koordinieren und Israel von einem Alleingang in Syrien abzuhalten".

Unterdessen verstärkt Russland seine militärische Präsenz im östlichen Mittelmeer. Wie das zyprische Fernsehen am Freitagmorgen berichtete, liefen im zyprischen Hafen von Limassol drei russische Kriegsschiffe ein: ein Zerstörer, ein Tanker und ein Begleitschiff.

Ein Offizier der zyprischen Küstenwache sagte der Nachrichtenagentur dpa, es handele sich um die Schiffe Admiral Pantelejew, Petschenga und Fotij Krylow. Die Admiral Pantelejew ist ein für die U-Boot-Jagd konzipierter Zerstörer, der auch zwei Hubschrauber trägt.

Die Schiffe gehören zur russischen Pazifikflotte und waren Anfang der Woche durch den Suezkanal gekommen. Wie lange sie in Limassol bleiben werden, ist unklar. Zwei weitere russische Kriegsschiffe der Pazifikflotte bewegen sich nach Informationen aus zyprischen Militärquellen zwischen Zypern und dem syrischen Hafen Tartus. Dort unterhält Russland einen Marinestützpunkt.

Schiffsabwehrrakten aus Russland

Russlands Bedeutung in dem Konflikt steigt seit Wochen. Wie die New York Times aus US-Behördenkreisen erfuhr, soll Syriens Machthaber Baschar al-Assad von Russland Schiffsabwehrraketen vom Typ Yakhont erhalten haben.

Zwar liefert Russland schon seit Jahren Raketen an die Assad-Regierung. 2007 sei ein entsprechender Deal vereinbart worden, die ersten Raketen wurden offenbar 2011 nach Syrien gebracht. Anders als ältere Yakhont-Modelle sollen die nun gelieferten Cruise Missiles mit einem leistungsfähigeren Radar ausgestattet sein, heißt es zumindest aus US-Militärkreisen. Dadurch könnte das Waffensystem auch für die USA oder europäische Staaten zur Bedrohung werden. Die leistungsfähigen Abwehrraketen könnten Schiffe davon abhalten, vor der syrischen Küste zu kreuzen.

Die Raketen sind etwa neun Meter lang und werden aus Batterien abgefeuert, die aus vier Fahrzeugen bestehen. Laut New York Times haben die Geschosse eine Reichweite von fast 300 Kilometern.

Trotz Protesten plant Russland offenbar auch weiterhin, ein modernes Flugabwehrsystems an Syrien zu verkaufen. Das als sehr effektiv geltende russische S-300-Raketensystem würde Syriens Luftabwehr deutlich aufwerten. Ob der Verkauf kurz bevorsteht oder nur mittelfristig geplant ist, ist unklar.

Assad bemüht sich seit Jahren um den Kauf des Abwehrsystems, das sich sowohl zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen als auch von ballistischen Raketen einsetzen lässt. Die USA und die EU haben Russland wiederholt gedrängt, die Lieferung zu unterlassen. Das Abwehrsystem könnte im Fall einer internationalen Intervention in Syrien gegen ausländische Kampfflugzeuge zum Einsatz kommen und auch der Einrichtung einer Flugverbotszone im Weg stehen.