Die Mehrheit stimmte für Unentschieden: In ersten Umfragen nach dem TV-Duell konnten weder Merkel noch Steinmeier bei den Zuschauern klar punkten. Ein wenig hoffen darf Steinmeier dennoch.

Das Fernseh-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier hat nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen (Mannheim) keinen klaren Sieger hervorgebracht. Der Außenminister habe allerdings bei einer Mehrheit einen besseren Eindruck als erwartet hinterlassen und vor allem bei noch unentschlossenen Wählern stärker gepunktet als die CDU-Chefin.

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Eine Mehrheit von 40 Prozent der Zuschauer sah der Forschungsgruppe zufolge keine großen Unterschiede in dem einzigen TV-Duell zwei Wochen vor der Bundestagswahl. Für 28 Prozent habe sich Merkel in der 90-minütigen Debatte am Sonntagabend besser geschlagen, für 31 Prozent Steinmeier.

Unter Zuschauern, die noch nicht wissen, wem sie ihre Stimmen geben werden, liegt Steinmeier allerdings klar vorne: 34 Prozent stimmten für Steinmeier, lediglich 18 Prozent für Merkel. Allerdings lagen für 48 Prozent der Unentschlossenen die Duellanten gleichauf.

In der Kanzlerfrage hatten sich vorher 64 Prozent der Zuschauer für Merkel ausgesprochen, unmittelbar danach waren es noch 55 Prozent. Steinmeier wollten zuvor 29 Prozent der Zuschauer lieber als Kanzler, danach waren es 38 Prozent. Nach 8 Prozent sind jetzt nur noch 6 Prozent unsicher.

Der SPD-Außenminister hat bei 51 Prozent einen besseren Eindruck hinterlassen als zuvor erwartet, für 38 Prozent hat er laut Umfrage die Erwartungen erfüllt, und nur für 10 Prozent blieb er bei seinem Auftritt hinter den Erwartungen zurück. Merkel hat sich für 10 Prozent besser präsentiert, für 21 Prozent schlechter und für 69 Prozent wie erwartet.

Den glaubwürdigeren Auftritt hatte für 33 Prozent der Zuschauer Merkel, nur 25 Prozent stimmten hier für Steinmeier. Eine Mehrheit von 42 Prozent aber hat hier jedoch keine Unterschiede gesehen.

Auch beim Sachverstand lagen nach Meinung von 47 Prozent beide auf einem Niveau, 30 Prozent sahen bei der Kanzlerin und 23 Prozent beim Herausforderer mehr Kompetenz.

Die Schaffung neuer Jobs trauen 37 Prozent eher Merkel und nur 15 Prozent eher Steinmeier zu, 45 Prozent können aber auch hier keine Unterschiede feststellen. Selbst bei der Sympathie gab es für 37 Prozent keine Unterschiede: 33 Prozent fanden Merkel und 30 Prozent Steinmeier sympathischer.

Von dem SPD-Herausforderer haben nun 47 Prozent einen besseren Eindruck als vor dem TV-Duell, hieß es weiter. 8 Prozent haben eine schlechtere Meinung, bei 44 Prozent ist diese stabil. An ihrer Meinung zu Merkel hat sich dagegen für 77 Prozent der Zuschauer prinzipiell nichts geändert, 13 Prozent haben jetzt einen besseren und 10 Prozent einen schlechteren Eindruck. Die Zahlen basieren auf einer telefonischen Umfrage der Forschungsgruppe unter 1129 zufällig ausgewählten wahlberechtigten Zuschauern des TV-Duells.

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(dpa/hai)