In Filmen spielte "Arnie" meist Einzelgänger und Superhelden. Anders in der Politik: Der neue Gouverneur kündigte an, er wolle den US-Präsidenten bitten, Kalifornien bei der Lösung seiner Problemen zu helfen. Er denke an die Wasser- und Energieversorgung, sagte Schwarzenegger - und dass er Bush um "eine ganze Menge Gefallen" bitten werde.

Bei der ersten Pressekonferenz nach seinem fulminanten Wahlsieg sagte der gebürtige Österreicher, Bush habe ihm bereits zugesichert, alles in seiner Macht stehende zu tun, um Kalifornien zu helfen. Schwarzenegger ergänzte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten, der ebenfalls der Republikanischen Partei angehört. Der Wahlsieger hatte vor dem Urnengang angekündigt, die marode Wirtschaft des bevölkerungsreichsten US-Staates sanieren zu wollen.

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Der neue Gouverneur Kaliforniens bei seiner ersten Pressekonferenz (© Foto: AP)

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Steuererhöhungen abgelehnt

Schwarzenegger berichtete, der scheidende Gouverneur Gray Davis habe ihm eine reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte versprochen. Der Schauspieler wiederholte zudem seine Ankündigung, die erst vor kurzem beschlossene Verdreifachung der Kraftfahrzeugsteuer wieder rückgängig zu machen. Erneut schloss er Steuererhöhungen zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen aus.

Zunächst müsse er sich aber einen Überblick über das Ausmaß des Haushaltsdefizits verschaffen, dann werde er konkrete Sparmaßnahmen nennen. Am Donnerstag wollte Schwarzenegger sein Berater-Team für den Amtsantritt vorstellen.

Umweltschutz hat Priorität

Der Politik-Neuling sagte illegalen Einwandern seine Hilfe zu und erklärte den Umweltschutz zu einer seiner Prioritäten. "Wir können Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig für eine saubere Umwelt sorgen."

Die Zusammenarbeit mit dem von Demokraten dominierten Parlament in Sacramento schreckt den Republikaner Schwarzenegger nach eigener Aussage nicht: Auch die Abgeordneten hätten sicherlich die klare Botschaft der Wähler vernommen, sagte er.

Keine Hollywood-Projekte als "Governator"

Eine Nebenbeschäftigung beim Film in Hollywood schloss der "Terminator"-Star aus: "Ich werde so viel arbeiten, wie ich kann - zur Not rund um die Uhr. Es wird keine Zeit für Kinofilme oder irgendetwas anderes geben."

Seinen ersten Morgen nach der Wahlnacht beschrieb Schwarzenegger als "ausgezeichnet". Seine Tochter habe ihn mit den Worten "Mister Gouverneur, Ihr Kaffee ist fertig" geweckt. Nach einem einstündigen Fitnesstraining habe er zahlreiche Anrufe aus aller Welt entgegen genommen, darunter von Präsident Bush und dem früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela.

Schwarzenegger (56) hatte am Dienstag die vorgezogene Wahl trotz Vorwürfen zahlreicher Frauen über sexuelle Belästigungen mit rund 48 Prozent der Stimmen weit vor seinen Konkurrenten gewonnen. Er dürfte den abgewählten Demokraten Gray Davis im November ablösen und dann seine bis Ende 2006 laufende Amtszeit übernehmen.

Budgetplan muss bis Januar präsentiert werden

Bis zum 10. Januar muss ein neuer Budgetplan vorgelegt werden. Das Defizit im kommenden Haushaltsjahr wird auf mindestens 8 Milliarden Dollar geschätzt.

Bei der Wahl, die auf Grund eines Volksbegehrens elf Monate nach der letzten Gouverneurswahl stattfand, stimmten rund 55 Prozent für die Abwahl von Davis. Ihm wurde die schwere Wirtschaftskrise und das riesige Haushaltsdefizit angelastet.

Nach Auszählung der meisten Stimmen votierten nach Angaben der Wahlkommission gut 3,6 Millionen Menschen für Schwarzenegger. Er kam damit auf über 48 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein demokratischer Gegenkandidat und Vize-Gouverneur Cruz Bustamente kam als zweiter nur auf knapp 32 Prozent.

(sueddeutsche.de/AP/dpa)

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