Türkische Kampfflugzeuge haben abermals mutmaßliche Stützpunkte der PKK im Nordirak bombardiert. Kurdische Kämpfer bestätigten die Angriffe.

Die türkische Armee hat am Samstag nach eigenen Angaben erneut kurdische Rebellen im Nordirak aus der Luft angegriffen. Die Luftwaffe habe zwischen 13.25 Uhr (12.25 Uhr MEZ) und 14.00 Uhr "wichtige Stellungen" der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) attackiert, teilte der türkische Generalstab auf der Website der Armee mit.

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Türkische Armeehelikopter starten nahe der irakischen Grenze. (© Foto: dpa)

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Anschließend habe die Artillerie Stellungen der PKK im Nordirak beschossen. Nach Angaben des Generalstabs habe die Luftwaffe zwischen 14.25 Uhr und 17.10 Uhr insgesamt vier Angriffe geflogen.

Peschmerga-Sprecher Dschabbar Jawar sagte der Nachrichtenagentur AFP, die türkische Luftwaffe sei am Samstagnachmittag in den Luftraum über der irakischen Region El Amadijah eingedrungen und habe später, gegen 16.00 Uhr, kurdische Dörfer bombardiert. "Wir kennen das Ausmaß der Schäden nicht. Aber diese Gegenden sind weitgehend menschenleer und befinden sich entlang der Grenze zur Türkei." Die türkische Armee machte keine Angaben darüber, wo die Angriffe erfolgten und ob es Opfer gab.

Die Streitkräfte betonten in ihrer Erklärung, dass die Operationen auf beiden Seiten der türkisch-irakischen Grenze trotz des winterlichen Wetters auf jeden Fall fortgesetzt würden.

Die Militäreinsätze gegen die Rückzugsgebiete der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) laufen Beobachtern zufolge schon seit geraumer Zeit. Am 16. Dezember räumte die Türkei die Luftangriffe auf irakisches Territorium erstmals offiziell ein. Die türkische Luftwaffe bombardierte massiv PKK-Stellungen im Kandil-Gebirge im nordirakischen Grenzgebiet. Zwei Tage später wurden für kurze Zeit auch türkische Bodentruppen ins Nachbarland geschickt.

Dem Generalstab der türkischen Armee zufolge wurden bei den Angriffen auf die kurdischen Rebellen in den vergangenen Woche "hunderte Terroristen" getötet. Genaue Informationen über die Zahl der getöteten PKK-Kämpfer lägen aber noch nicht vor. Die türkische Armee werde in der kommenden Woche Bilder veröffentlichen.

Ein Sprecher der kurdischen Sicherheitskräfte im Irak sagte, die Region etwa 50 Kilometer nordöstlich der Stadt Dahuk sei aus Angst vor türkischen Angriffen fast menschenleer.

Die Türkei hatte seit Oktober immer wieder mit Angriffen auf kurdische Kämpfer im Nordirak gedroht. Ankara wirft der irakischen Regierung vor, nicht ausreichend gegen die PKK-Rebellen vorzugehen, welche die Grenzregion als Rückzugsort für ihren Kampf gegen die Regierung in Ankara nutzen.

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(afp/AP/dpa/Reuters/jkr)