Einen Tag nach der Freilassung der Familie Chrobog sind in Jemen am Neujahrstag fünf italienische Urlauber verschleppt worden. Nach Angaben der jemenitischen Behörden wurden die drei Frauen der Gruppe aber bereits wenige Stunden später wieder freigelassen.

Die Entführer hätten angekündigt, die zwei italienischen Männer so lange festzuhalten, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Die Geiselnehmer wollen die Freilassung inhaftierter Stammesangehöriger erzwingen.

Anzeige

Das italienische Außenministerium richtete in Rom einen Krisenstab ein, um die Bemühungen um eine Lösung in dem Entführungsfall zu koordinieren. Die Italiener wurden in der ostjemenitischen Provinz Marib von Mitgliedern des Al-Saidi-Stammes entführt.

Die Touristen seien in der Provinzhauptstadt Marib, rund 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Sanaa, als Geiseln genommen und in die Bergregion von Serwah gebracht worden. Der italienische Botschafter in Sanaa, Mario Boffo, sagte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa: "Die Geiselnehmer fordern die Freilassung von acht Mitgliedern ihres Stammes, die seit einem Jahr wegen Mordes in Sanaa inhaftiert sind."

Nach Angaben jemenitischer Sicherheitskräfte sitzen die Acht wegen der Ermordung eines Offiziers der Militärpolizei 2003 im Gefängnis. Angaben des Stammes zufolge handelte es sich dabei um Blutrache.

Erst am Silvestertag waren der deutsche Ex-Staatssekretär Jürgen Chrobogs, eine Frau Magda und die drei erwachsenen Söhne nach dreitägiger Geiselhaft im Jemen wieder freigekommen. Der jemenitische Staatspräsident Ali Abdullah Salih kündigte nach der Freilassung der Chrobogs an, die Kidnapper würden zur Rechenschaft gezogen.

"Die jüngsten Entführungen sind (...) kriminellen Taten, und wir werden alle nötigen Schritte gegen sie (die Kidnapper) ergreifen."

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(dpa)