Ernennung zur Bildungsministerin Wanka will Schavans Politik fortsetzen

Johanna Wanka bei ihrer Ernennung im Schloss Bellevue.

(Foto: AFP)

Neue Bildungsministerin, altes Programm: Die CDU-Politikerin Johanna Wanka erklärt nach ihrer Ernennung, dass sie die Politik ihrer Vorgängerin Annette Schavan fortsetzen wolle. Innovation, Forschung und Bildung seien entscheidend für die Zukunft Deutschlands.

Die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will die Politik ihrer Amtsvorgängerin Annette Schavan (CDU) fortsetzen. Innovation, Forschung und Bildung seien entscheidend für die Zukunft Deutschlands, sagte Wanka bei ihrem ersten Pressestatement im neuen Amt .

Zuvor hatte Bundespräsident Joachim Gauck Johanna Wanka zur neuen Bundesbildungsministerin ernannt. Die aus Sachsen stammende Wanka folgt auf Annette Schavan (beide CDU), die nach der Aberkennung ihres Doktortitels wegen Plagiatsvorwürfen am Samstag zurückgetreten war.

Gauck dankte Schavan für die in mehr als sieben Jahren als Bildungsministerin geleistete Arbeit. "Viele bedauern, dass die Bildungs- und Forschungspolitik des Bundes nicht mehr in ihren Händen liegen", sagte der Präsident. Mit Schavan gehe eine Ministerin, "die weit über die eigene Fraktion und Koalition hinaus hohe Achtung in der politischen und wissenschaftlichen Welt genießt", sagte Gauck weiter. Schavan, eine enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), strebt nun erneut ein Bundestagsmandat an; gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf zur Aberkennung des Doktortitels will sie juristisch vorgehen.

Verfechterin von Studiengebühren

Als Wissenschaftsministerin hat die CDU-Politikerin Wanka (hier im Portrait) - fast zehn Jahre in Brandenburg und knapp drei Jahre in Niedersachsen - bisher Landesinteressen vertreten. Als neue Bundesministerin für Bildung und Forschung vertritt sie nun in den nächsten sieben Monaten bis zur Wahl die Bundesinteressen in dem komplizierten föderalen Zusammenspiel von Bund und Ländern bei Hochschulen und Forschung.

Dabei geht es vor allem um viele Milliarden. Als Landesministerin war Wanka zuletzt auch Bildungskoordinatorin der unionsgeführten Bundesländer. Geschlossen fordern die 16 Länder vom Bund wegen der hohen Studienanfängerzahlen einen Nachschlag beim Hochschulpakt von bis zu 3,4 Milliarden Euro.

Die promovierte Mathematikerin gilt als konservativ und pragmatisch. Wanka ist eine Verfechterin von Studiengebühren. Die im sächsischen Rosenfeld geborene Wanka studierte von 1970 bis 1974 in Leipzig Mathematik. Danach ging sie als Dozentin zur Technischen Hochschule Merseburg (Sachsen-Anhalt), deren Rektorin sie von 1994 bis 2000 war. Im Wendejahr 1989 war sie Gründungsmitglied des Neuen Forums in Merseburg. Wanka ist mit einem Mathematik-Professor verheiratet und hat zwei Kinder. Sie lebt in Potsdam.