Papst Benedikt XVI. hat Fehler beim Umgang mit Holocaust-Leugner Williamson eingeräumt und Verstimmungen im Verhältnis zu den Juden zutiefst bedauert. Das Internet hat er in der Causa Williamson unterschätzt.

Papst Benedikt XVI. hat einen Erklärungsbrief zur umstrittenen Rücknahme der Exkommunizierung von vier Traditionalisten-Bischöfen verfasst und darin Fehler eingeräumt.

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Papst Benedikt XVI. hat überraschend Fehler im Umgang mit den Pius-Brüdern zugegeben. (© Foto: dpa)

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Der Brief an die "lieben Mitbrüder im bischöflichen Dienst", der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, datiert vom 10. März, ist aber bisher noch nicht veröffentlicht worden. Der Vatikan hat bislang noch keine Stellung dazu genommen.

Die Rücknahme der Exkommunizierung von vier Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft Ende Januar - darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson - hatte im vergangenen Monat weltweit für große Empörung gesorgt.

Der Papst spricht in dem Brief davon, dass der Fall Williamson die Aufhebung der Exkommunikation überlagert habe. Dies sei eine "für mich nicht vorhersehbare Panne" gewesen. Der "leise Gestus der Barmherzigkeit" gegenüber den vier Bischöfen sei plötzlich als "Absage an die christlich-jüdische Versöhnung" erschienen. "Dass diese Überlagerung zweier gegensätzlicher Vorgänge eingetreten ist und den Frieden zwischen Christen und Juden wie auch den Frieden in der Kirche für einen Augenblick gestört hat, kann ich nur zutiefst bedauern", schreibt Benedikt XVI..

In diesem Zusammenhang räumte der Papst auch ein, im Fall Williamson die Bedeutung des Internets unterschätzt zu haben. Ein "aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten" hätte es ermöglicht, "rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, dass wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen", so Benedikt XVI.

Lesen Sie auf Seite zwei, was Benedikt XVI. von den Piusbrüdern fordert.

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