Bundespräsident Horst Köhler hat in Berlin erklärt, für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen. Im folgenden der Wortlaut.

"Ich habe mich entschlossen, im kommenden Jahr erneut für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren. Ein Jahr vor der Bundesversammlung sollte Klarheit herrschen. Dieses von mir gegebene Wort löse ich heute ein.

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Ich bin mit dem Wunsch angetreten, unserem Land etwas zurückzugeben von dem, was es mir gegeben hat. In den vergangenen Jahren habe ich mich darum bemüht. Zugleich ist mir deutlich geworden, wie viel ich den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes verdanke.

Ich habe gelernt, wie viel guter Geist in uns steckt und mit welchem Einsatz und mit welcher Zuversicht wir für Verbesserung sorgen. Ich habe unsere Stärken erlebt, aber mir sind auch manche Schwächen bewusster geworden.

Die Bürgerinnen und Bürger haben mir in den vergangenen Jahren viel Unterstützung gegeben. Darüber habe ich mich gefreut, und auch ihre Kritik hat mir geholfen.

Deutschland, unser Land, ist vorangekommen in den vergangenen Jahren. Es gab Veränderungen, die notwendig waren. Das war auch mit Härten verbunden. Niemand kann behaupten, schon alle Antworten zu haben. Doch wir sollten den eingeschlagenen Weg der Erneuerung weitergehen, jeder von uns da, wo er Verantwortung hat, und zugleich in der Gemeinschaft.

Ich möchte den Prozess von Bewahren und Wandel in Deutschland weiter begleiten und fördern. Wir gehen diesen Weg, damit wir und unsere Kinder es auch in Zukunft gut haben werden.

Sie können sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes gebe."

Köhler informierte Parteivorsitzende

Anschließend waren einige Fragen zugelassen. Die Fragen waren teilweise akustisch schwer verständlich und werden deshalb nicht wörtlich wiedergegeben:

Frage: Haben Sie die Parteivorsitzenden über ihre Entscheidung informiert?

Köhler: "Ich habe die Parteivorsitzenden informiert. Einen Wahlkampf, einen demokratischen Wahlkampf braucht niemand zu fürchten. Ich blicke der Entwicklung mit Ruhe und Interesse entgegen."

Frage: Es wird ja wahrscheinlich einen Gegenkandidaten geben. Das schließt die Möglichkeit ein, dass Sie die Wahl verlieren können. Nehmen Sie diese Möglichkeit bewusst in Kauf?

Köhler: "Ich gehe nicht davon aus."

Frage: Es gibt Diskussionen innerhalb der SPD. Wie beurteilen Sie das Verhalten der Parteien?

Köhler: "Ich glaube nicht, dass ich hier berufen bin, heute zu parteipolitischen Themen Stellung zu nehmen. Jede Partei muss das entscheiden, was sie für richtig hält, und das müssen auch die SPD und alle anderen Parteien."

Frage: Was macht Sie so zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen?

Köhler: "Ich rede viel mit dem Bürger. Die Bürger geben mir große Zustimmung. Es gibt Parteien, die haben sich öffentlich geäußert. Und deshalb bin ich sehr zuversichtlich. Aber noch einmal: Niemand braucht eine demokratische Wahl zu fürchten."

Frage: Befürchten Sie, in einen möglichen eigenen Wahlkampf eintreten zu müssen?

Köhler: "Wir wissen ja noch gar nicht, ob es mehrere Bewerbungen gibt. Also ist das zunächst eine theoretische Frage. Und wenn es mehrere Bewerber gibt, dann muss das jeder für sich entscheiden. Ich werde keinen Wahlkampf organisieren."

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(AP/lala)