Als der Dienstwagen von Ulla Schmidt geklaut war, musste ein Mietwagen her. Nur sollte es offenbar nicht irgendeiner sein, berichtet Autovermieter Erich Sixt. Die Ministerin lässt das dementieren.
Das Auto war ihr offenbar nicht groß genug. Deshalb soll Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) während ihres Spanien-Urlaubs in Alicante ein Angebot des deutschen Autovermieters Sixt für einen 3er BMW abgelehnt haben, wie der Chef der Autovermietung Erich Sixt am Dienstag nahelegte.
Bild vergrößern
Großes Auto, großer Auftritt: Unter einer S-Klasse macht es die Ministerin Schmidt offenbar nicht. (© Foto: dpa)
Anzeige
Bekanntlich war Schmidt ihr Dienst-Mercedes in Alicante gestohlen worden. Also musste ein Ersatz her, ein Mietwagen. Sixt unterhält in Alicante eine Mietstation, ausgerichtet eher auf die Wünsche und Bedürfnisse von Urlaubern. Eine gepanzerte Mercedes S-Klasse war wohl nicht vorrätig. Mit einem kleineren Auto aber wollte sich Schmidt aber offenbar nicht zufrieden geben.
"Frau Schmidt hat angefragt in Alicante und hat einen 3er BMW abgelehnt, den wir ihr angeboten hatten", plauderte der Mietwagen-Unternehmer Erich Sixt am Dienstag während einer Telefonkonferenz, bei der er das Quartalsergebnis seines Unternehmens vorstellte.
Sixt gab auch den Grund für die Ablehnung wieder: Die 3er-Limousine sei der Ministerin zu klein gewesen.
Ein größeres Auto aber war so kurzfristig nicht zu organisieren. "Wir hatten keine S-Klasse in Alicante zur Verfügung gehabt, die den hohen Ansprüchen der Bundesgesundheitsministerin gerecht geworden wäre", bemerkte Sixt.
Eine Luxus-Limousine hätte Schmidt vorbestellen müssen. Nach Angaben von Sixt sind zur Zeit an der spanischen Küste und auf den Balearen Mietwagen nämlich stärker gefragt als erwartet. Es besteht ein Engpass. "Wir können nur Kunden bedienen, die reserviert haben", sagte Sixt. Unklar ist, ob Schmidt bei einem anderen Vermieter fündig geworden ist und welchen Wagen sie dann angemietet hat.
Ulla Schmidt bestritt die Angaben des Autovermieters "Die Darstellung wird zurückgewiesen", teilte ihr Ministerium mit. "Die Frage einer Anmietung eines PKW der Firma Sixt stellte sich nicht, da sich die Firma Audi auf Anfrage sofort bereiterklärt hatte, als Ersatz für den gestohlenen Dienstwagen vor Ort einen Audi A 6 zur Verfügung zu stellen."
Das Unternehmen Sixt hatte den Diebstahl des Ministerwagen in Alicante für seine Werbung genutzt und in Anzeigen getextet: "Mit dem Dienstwagen in Urlaub? Es gibt Sixt doch auch in Alicante!"
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Ulla Schmidt RSS
- Ulla Schmidt: Dienstwagen-Affäre Eine Ministerin fährt ins Leere 17.08.2009
- Causa Schmidt und Steinmeier Kandidat ohne Kraft 30.07.2009
- Dienstwagen-Streit Schmidts Rechnung 29.07.2009
- Dienstwagen-Streit Transparency lobt Schmidt 29.07.2009
- Ulla Schmidt und ihr Dienstwagen Eine Posse, keine Affäre 09.08.2009
- Zusatzbeiträge der Krankenkassen DAK-Chef attackiert Politiker 01.02.2010
- Gesundheitsreform Söder gegen Rösler 18.01.2010
(sueddeutsche.de/woja)
Und was schreibt das tolle Watchblog zur Dienstwagenaffäre: Gar nichts!!
Das ist auch nicht verwunderlich, denn dieses Watchblog ist in Wirklichkeit eine Außenstelle von Politically Incorrect und pflegt einen ungesunden Islamhass und eine ebenso ungesunde Isrealfreundlichkeit. Ansonsten hat der Watchblog wenig zu bieten, außer einem maliziösen Tonfall von oben herab!
So sieht Bigotterie aus, wirklich live, aber leider nur schwarz-weiß. Die Botschaft: Man verschone uns mit den Machenschaften der eigenen Seite und schaue bei der politischen Antipode supergenau hin.
Das Ganze läuft dann nach dem Motto: Arbeiter, die C-Bonzen wollen euch die 6er Reihe wegnehmen und Genossin Ulla soll die erste sein. Solidarität mit den Entrechteten... Willkommen im bigotten Tollhaus...
Welcher Betrag könnte wohl geflossen sein, um den offenbar sehr jovialen Herrn Sixt zu solchen Äußerungen zu veranlassen? Aufschlussreich.
Ich empfehle allen hiesigen Lesern den wirklich interessanten Beitrag "Wahlkampf der Nichtigkeiten" unter www.zeit.de.
Dort wird einiges richtig eingeordnet und zu Recht festgestellt, dass wir Wähler eigentlich einen besseren Wahlkampf verdient hätten.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ihre Hoffnung ehrt Sie, jedoch kann ich mir nicht vorstellen dass die SZ diese zum jetzigen Zeitpunkt 163 Kommentare durchlesen wird und daraufhin ihre Berichterstattung ändert. Aus Sicht der SZ kläuft es doch gut: Nahezu alle Artikel die sich mit den Parteien zur Wahl beschäftigen bekommen Kommentare im zweistelligen Bereich, die Artikel werden also mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Und das ist doch wohl gut für die Werbeeinnahmen, oder?
Was ich empfehlen kann ist "suedwatch.de", da wird über das Niveau der Berichterstattung wesentlich besser geschrieben als zum Beispiel hier in diesem Forum wo es nur zwei verschiedene Argumente gibt;
1. Die SZ schießt nur gegen die SPD.
2. Gut so, die haben es nicht anders verdient
Aber danke, dass Sie wenigstens geantwortet haben und sich nicht nur auf die Bewertung meines Kommentars über die "Balkenfunktion" beschränkt haben.
Paging