Eric Schmidt US-Außenministerium kritisiert Google-Chef für Reise nach Nordkorea

Google-Chef Eric Schmidt will nach Nordkorea - das US-amerikanische Außenministerium hält davon wenig und betont, die Reise sei rein privater Natur. Allerdings soll Schmidt mit seinem Besuch in dem kommunistischen Land durchaus einen bestimmten Zweck verfolgen.

Das US-Außenministerium hat eine geplante Nordkorea-Reise von Google-Chef Eric Schmidt und dem früheren US-Gouverneur Bill Richardson kritisiert. Ein solcher Schritt sei zum derzeitigen Zeitpunkt nicht "besonders hilfreich", sagte eine Außenamtssprecherin. Schmidt und Richardson wüssten, dass die Regierung ihre Pläne ablehne.

Es handele sich aber um freie Bürger, die ihre eigenen Entscheidungen träfen. Sie überbrächten bei ihrem Besuch jedoch keinerlei Botschaften der US-Regierung, stellte die Sprecherin klar. Nach Angaben des TV-Senders CNN wollen die beiden zu einer "privaten humanitären Mission" in das isolierte kommunistische Land aufbrechen. Hauptziel sei es, die Freilassung eines US-Bürgers zu erreichen.

Am vergangenen Donnerstag hatte eine mit der Sache vertraute Person Berichte bestätigt, wonach Schmidt einen Besuch in Nordkorea plant. Die genauen Hintergründe sind unklar.

US-Bürger sitzt in Nordkorea in Haft

Nordkorea hatte Ende Dezember mitgeteilt, im November einen US-Bürger koreanischer Abstammung festgenommen zu haben. Dem als Tourist eingereisten Mann werde ein Verbrechen vorgeworfen, hieß es ohne nähere Angaben.

Der geplante Besuch könnte im Zusammenhang mit dem Fall stehen. Richardson ist mit der Lage in dem abgeschotteten Staat vertraut. Er hat in den vergangenen 20 Jahren mit den dortigen Behörden über die Freilassung mehrerer festgenommener US-Bürger verhandelt.

Google hatte eine Stellungnahme zu den Berichten abgelehnt. Allerdings bestätigte das südkoreanische Außenministerium, die Behörden seien informiert worden, dass der Vorstandsvorsitzende des US-Internetkonzerns einen "privaten Besuch" in Nordkorea plane.

In der Vergangenheit waren bereits die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter nach Nordkorea gereist und hatten die Freilassung von festgehaltenen US-Bürger erreicht. Die internationale Gemeinschaft hatte Nordkorea erst unlängst wegen Raketentests scharf kritisiert. Seit Jahren gibt es Sanktionen wegen des umstrittenen Atomprogramms des Landes.