Der Bundesrat hat das Gesetz zur Wachstumsförderung gebilligt. Es soll Steuerentlastungen von 8,5 Milliarden Euro bringen. Heftige Kritik kommt von SPD-Ministerpräsident Beck.
Der Bundesrat hat am Freitag mit den Stimmen der von Union und FDP geführten Länder das Wachstumsbeschleunigungsgesetz gebilligt. Die schwarz-gelbe Bundesregierung will mit dem Steuerpaket Familien, Unternehmen und Erben um bis zu 8,5 Milliarden Euro entlasten.
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Kurt Beck (SPD) hält das neue Gesetz für "unverantwortlich". (© Foto: AP)
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Das Gesetz ist äußerst umstritten. Der Bremer Regierungschef und Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) sagte, "das Gesetz ist schlecht, die Verschuldung der Länder und Städte steigt". Der Bund wird wegen des Gesetzes 4,6 Milliarden Euro weniger Steuern bekommen, die Länder 2,3 Milliarden und die Kommunen 1,6 Milliarden. Berlin hatte überlegt, das Bundesverfassungsgericht anzurufen, sollten die Länder durch die Steuersenkungen dauerhaft unterfinanziert werden.
Kurt Beck (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, sagte vor der Abstimmung, er habe selten erlebt, dass ein Gesetz von angehörten Fachleuten so einhellig abgelehnt worden sei wie dieses. Er halte es für "haushaltspolitisch unverantwortlich" und plädierte dafür, es in einem Vermittlungsausschuss zu überprüfen. Diesen Antrag, unterstützt von Brandenburg und Bremen, lehnte der Bundesrat jedoch ab.
Finanzielle Überredungskunst
Vor der Abstimmung hatten nicht nur SPD-Politiker angekündigt, gegen das Gesetz zu stimmen, sondern auch von CDU und FDP geführte Länder. Besonders laut hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) aufbegehrt.
Die Regierung brauchte aber die Zustimmung aller schwarz und gelb regierten Länder. Sie verfügen über 37 der 69 Stimmen im Bundesrat. So hat die CDU-Spitze noch am Donnerstagabend versucht, Abweichler mit Zugeständnissen umzustimmen. Carstensen sagte am Freitagmorgen, der Bund sei den Ländern sehr entgegengekommen, "das Kämpfen und der Widerstand haben sich gelohnt".
Die Bundesregierung hatte zugesagt, 40 statt zehn Prozent der offenen Bildungskosten von 13 Milliarden Euro zu bezahlen. Außerdem wird der Bund laut FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki Länder und Kommunen von Zusatzkosten bei der Betreuung von Arbeitslosen entlasten.
Ärger über Sonderverhandlungen
Diese Versprechen und die Art, wie sie gegeben wurden, verärgerten allerdings einige Politiker. Erwin Sellering (SPD), Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, bemängelte, dass die Kanzlerin nicht mit allen Landeschefs gesprochen habe. Ein Vorwurf, den Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) zurückwies. Warum hätte die Bundeskanzlerin mit Leuten reden sollen, die hinterher sowieso nicht zustimmten? Gesine Lötzsch, haushaltspolitische Sprecherin der Fraktion der Linken, schimpfte nach der Abstimmung, "die CDU-Ministerpräsidenten folgen der Kanzlerin wie die Lemminge".
Gesetz ab 2010 in Kraft
Kritiker des Gesetzes hatten in den vergangenen Wochen und auch in den Reden vor der Abstimmung im Bundesrat nicht nur die erhofften Effekte des Gesetzentwurfs kritisiert, sondern auch einzelne Aspekte, wie die Senkung der Mehrwertsteuer für Hotel-Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent. Die Vertreter Baden-Württembergs und Niedersachsens entgegneten, man dürfe das Paket nicht aufschnüren - also die Gesetze einzeln betrachten - sondern nur als Gesamtwerk. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Diskussion sei "zu einseitig auf schlagzeilenträchtige Einzelaspekte verengt worden".
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz wurde vom Bundestag bereits am 4. Dezember gebilligt und soll am 1. Januar 2010 in Kraft treten.
In Köln haben Politiker schon überlegt, wie sie die erwarteten Steuerausfälle von 12 bis 15 Millionen Euro pro Jahr kompensieren könnten. Die Idee: eine "Kulturtaxe" von fünf Prozent des Zimmerpreises für Übernachtungen. Die Politiker hoffen, so gut 19 Millionen Euro pro Jahr einzunehmen, um die Kultur in Köln zu fördern.
Im Video: Nach dem Tauziehen um das umstrittene Wachstumsbeschleunigungsgesetz will auch Schleswig-Holstein im Bundesrat zustimmen.
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(sueddeutsche.de/dpa/APD/sukl/bica)
Protest gegen dritte Startbahn
Messgrößen festzulegen, anhand deren man den Erfolg des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes messen kann. Wer weiss, was wir sonst noch alles untergejubelt bekommen.
... an die Aussagen der FDP Wähler vor der Wahl. "Dieser Partei kann ich noch am ehesten zutrauen, mit der Wirtschaftskriese fertig zu werden".
Da frage ich mich doch, wieso eigentlich? Die Klientel der FDP sind doch die Mitverursacher. Und dass die es nicht einsehen wollen, dass die etwas falsch gemacht haben, war noch vor der Wahl klar.
Ich habe diese Partei nicht gewählt. Ich bin auch nicht überrascht, über das, was jetzt passiert. Ich habe es kommen sehen, weswegen sich gleich nach der Wahl eine Untergangstimmung verbreitet hat. Diese ist bis jetzt nicht besser geworden.
[Auschwitz
"Arbeit macht frei": Aufschrift gestohlen]
sueddeutsche.de/politik/722/498022/text/
Vielleicht schaut sich jemand in der CDU bzw. FDP-Zentrale mal genauer um, den in der Zukunft wird uns nichts anderes erwarten. Diese Aufschrift ist das zukünftiges Logo für die Mittelständischen (Merkel hat ja schon im Vorraus gesagt: Sozial ist, was Arbeit schafft - und da Sklaverei auch Arbeit schafft, ist es auch sozial) und Geringverdiener.
Die Profitgier hat bewirkt, dass sich bestimmte Berufsgruppen in unverschämter Weise auf Kosten anderer bedient haben. Das verabschiedete Verschuldungsbeschleunigungsgesetz glaubt, mit Belohnungen auf Schuldenbasis die sogen. Leistungsträger zum Geldausgeben motivieren zu können.
Ich hätte mit eine "Schweiss-und-Tränen-Rede" gewünscht, die alle gemeinsam aufgerüttelt und zu gemeinsamen Anstrengungen motiviert hätte. Die Belohnungen werden verhindern, dass die viel beschworenen Änderungen im Wirtschaftssystem herbei geführt werden - die Chance ist vertan!
Zur Strafe schreiben jetzt alle FDP- und CDU-Wähler, die keine Hoteliers sind, die keine Kinder haben und die nicht von den Zinsen ihres großen Vermögens leben können hundertmal an die nächste Hauswand:
"Ich war ein I.diot. Ich werde nie wieder den Wahlversprechen von CDU/CSU und FDP glauben und es tut mir wahnsinnig leid, dass ich Mitschuld daran trage, dass die Staatsverschuldung wegen schw.achsinniger Klientelpolitik sinnlos weiter in die Höhe getrieben wird, während die Bildungspolitik sträflichst vernachlässigt wird. In Zukunft werde ich den Wählern der Linkspartei glauben, was mir diese im Forum der SZ-Online vor einer Wahl prophezeihen, weil diese klüger sind als ich und nicht angesichts durchsichtiger Wahlversprechungen einfach das Gehirn ausschalten !"
Wer möchte, kann sich dabei auch noch selbst geißeln oder alternativ mal in den kommenden Jahren ausrechnen was vom "Mehr Netto" alles zusätzlich bezahlt werden muss und was unter dem Strich dabei herauskommt.
Viel "Vergnügen" dabei !
Paging