Entlassung des FBI-Chefs Trump warnt Comey, Informationen an die Medien weiterzugeben

  • Auf Twitter hat der US-Präsident den entlassenen FBI-Chef Comey davor gewarnt, Informationen aus Gesprächen der beiden an die Medien weiterzugeben.
  • Der Tweet legt nahe, dass Trump die Gespräche heimlich aufgezeichnet haben könnte.
  • Am Donnerstag kamen widersprüchliche Angaben dazu aus dem Weißen Haus, wie es zu der Entlassung Comeys kam.

US-Präsident Donald Trump hat FBI-Chef James Comey, den er am Mittwoch entlassen hatte, gewarnt, Informationen an die Medien weiterzugeben. "James Comey sollte hoffen, dass es keine 'Aufnahmen' unserer Gespräche gibt, bevor er beginnt, an die Presse zu leaken!", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Die Formulierung legt nahe, dass Trump seine Gespräche mit Comey insgeheim aufgezeichnet haben könnte. Das hatte seinerzeit auch Präsident Richard Nixon getan, als gegen ihn wegen der Watergate-Affäre ermittelt wurde.

Am Donnerstag hatte Trump den ursprünglichen Angaben darüber widersprochen, was zu der Entlassung Comeys geführt hatte. Bislang hatte es geheißen, dass der Präsident die Entscheidung, Comeys zu entlassen, auf Empfehlung seines Vizejustizministers Rod Rosenstein gefällt habe. Diese Begründung hatte Trump im Entlassungsschreiben an Comey angegeben. Seine Berater und auch Vizepräsident Mike Pence hatten am Mittwoch in Medienauftritten zunächst diese Version vertreten. Nun wollte Trump Comeys Entlassung selbst beschlossen haben, erst danach sei er mit Justizminister Sessions und dessen Stellvertreter Rosenstein zusammengetroffen.

Comeys Interimsnachfolger Andrew McCabe widersprach während einer Anhörung im Senat auch noch einer anderen Darstellung des Weißen Hauses. Anders als von der Regierung behauptet, habe Comey innerhalb der Bundespolizei "breite Unterstützung genossen". Er selbst empfinde Hochachtung für Comey, sagte McCabe. Es sei "das größte Privileg" seiner Karriere gewesen, unter ihm gedient zu haben.

Trump forderte "Loyalität", doch Comey wollte ihm nur "Ehrlichkeit" zusagen

In einem Gespräch mit NBC äußerte sich Trump am Donnerstag konkreter über die Treffen mit Comey, die er in seinem Entlassungsschreiben erwähnt hatte. Der Präsident merkte an, der FBI-Chef habe ihm dreimal gesagt, dass nicht gegen ihn persönlich ermittelt werde. Einmal habe er mit Comey über das Thema beim Abendessen gesprochen, zweimal hätten sie dazu telefoniert.

Die New York Times hatte berichtet, dass der US-Präsident den FBI-Chef bei einem Dinner im Januar gefragt habe, ob dieser ihm Loyalität zusichern könne. Comey habe daraufhin erklärt, er könne ihm nur Ehrlichkeit versprechen. Angst, dass dies als Versuch interpretiert werden könnte, unbotmäßigen politischen Einfluss auf laufende Ermittlungen auszuüben, schien Trump nicht zu haben.

Kurz darauf äußerten sich Trumps Anwälte auch zu der Frage, ob Trump Einkommen aus Geschäften mit Russland erhalten habe. Sie erklärten, in Trumps Steuererklärungen der letzten zehn Jahre sei kein Einkommen aus russischen Quellen aufgeführt. Es gebe allerdings einzelne Ausnahmen wie den Gewinn durch die von Trump veranstaltete Miss-Universe-Wahl in Moskau 2013 und den Verkauf einer Immobilie an einen russischen Milliardär 2008. Die Steuererklärungen selbst legten die Anwälte nicht offen. Trumps Weigerung, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen, bricht mit einer langjährigen Tradition in den USA.