Enthüllungsplattform Wikileaks-Gründer Assange soll in den kommenden Tagen befragt werden

Die ecuadorianische Botschaft im Londoner Stadtteil Knightsbridge hat Julian Assange seit mehr als drei Jahren nicht verlassen.

(Foto: Leon Neal/AFP PHOTO)

Das hat Ecuadors Präsident Rafael Correa angekündigt. Assange sitzt wegen Vergewaltigungsvorwürfen in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Nach Vergewaltigungsvorwürfen zweier Frauen flüchtete Wikileaks-Gründer Julian Assange 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London, seitdem geht es kaum voran in seinem Fall.

Das könnte sich nun ändern. Dem ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa zufolge wird der Australier voraussichtlich in den nächsten Tagen befragt werden. Correa sagte in Ecuadors Hauptstadt Quito, Staatsanwälte aus Schweden hätten ihre Fragen zu den Vorwürfen eingereicht. Regierungsbeamte des Andenstaats würden diese dann in der Botschaft Assange stellen.

Wikileaks lebt

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Der Australier fürchtet die Auslieferung in die USA

Was bereits vor drei Jahren hätte gemacht werden können, werde nun schließlich in die Tat umgesetzt, sagte Correa. Im Dezember hatte Schweden ein Abkommen geschlossen, das den Weg für eine Befragung Assanges frei macht. Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft mitten in London, um sich der Auslieferung nach Schweden zu entziehen. Dort besteht Haftbefehl gegen den 44-Jährigen wegen der ihm vorgeworfenen Sexualdelikte.

Der Australier bestreitet die Vorwürfe. Er fürchtet nach eigenen Angaben, an die USA ausgeliefert und für die Enthüllungen seiner Plattform Wikileaks verurteilt zu werden. Die Plattform hatte unter anderem Tausende geheimer diplomatischer US-Depeschen zugänglich gemacht.