Enthüllungen um US-Spähprogramm Prism Assange feiert Snowden als Helden

Assange spricht auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London im August vergangenen Jahres.

(Foto: Reuters)

Der Prism-Informant Edward Snowden kann sich über prominente Unterstützung freuen. Wikileaks-Gründer Julian Assange nennt Snowden einen "Helden", der die Öffentlichkeit auf "eines der wichtigsten Ereignisse des Jahrzehnts" aufmerksam gemacht habe. Angeblich standen beide sogar indirekt in Kontakt.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat nach seinen Enthüllungen um das Spähprogramm Prism einen prominenten Fürsprecher. Wikileaks-Gründer Julian Assange bezeichnete Snowden als "Helden". Er habe "die Öffentlichkeit über eines der wichtigsten Ereignisse des Jahrzehnts informiert", sagte der Australier dem Sender Sky News.

Er selbst sowie Journalisten und Bürgerrechtler hätten bereits seit langer Zeit Spionageaktivitäten im Internet angeprangert. Es sei "sehr erfreulich", dass der Öffentlichkeit nun "solche klaren und konkreten Beweise" präsentiert würden.

Dem australischen Sender ABC sagte Assange zudem, er sei indirekt in Kontakt mit dem Prism-Enthüller gewesen. "Wir hatten indirekte Gespräche mit seinen Leuten", sagte Assange. Er wolle jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details dazu nennen.

Assange fordert Asyl für Snowden

Assange, der sich seit knapp einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in London aufhält, fürchtet unter anderem eine Auslieferung an die USA, wo ihm wegen der Veröffentlichung geheimer US-Depeschen über die Enthüllungsplattform Wikileaks der Prozess gemacht werden könnte. Auch Snowden müsse Asyl gewährt werden, forderte Assange nun, schließlich befinde sich der 29-Jährige in einer "sehr ernsten Position". Es sei nun interessant zu sehen, welche Länder die Menschenrechte wirklich schützten und bereit seien, Snowden aufzunehmen - und welche "Angst vor den USA" hätten.

Snowden gilt in seinem mutmaßlichen Aufenthaltsort Hongkong derzeit als sicher. Wie Rechtsexperten erläuterten, sei der 29-Jährige durch das Justizsystem in der chinesischen Sonderverwaltungsregion vor einer schnellen Auslieferung an die USA geschützt. Das Verfahren könnte Monate dauern. Noch liegt aber kein Antrag vor.

Snowden checkt aus Hotel in Hongkong aus

Wo Snowden sich genau aufhält, war am Dienstag unbekannt. Ein Gast namens Edward Snowden wohnte vorübergehend im Mira Hotel im Stadtviertel Tsim Sha Tsui, ist aber am Montag ausgezogen, wie Mitarbeiter berichteten. Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter war vor drei Wochen von Hawaii nach Hongkong geflüchtet.

Das autonom regierte Hongkong hat - anders als China - zwar ein Auslieferungsabkommen mit den USA, doch könnte sich Snowden unter Hinweis auf politische Verfolgung dagegen wehren und zudem drei Berufungsinstanzen durchlaufen. Eine Auslieferung könnte am Ende auch durch die chinesische Regierung verhindert werden, falls Peking seine nationalen Interessen beeinträchtigt sehen sollte. Snowden könnte in Hongkong auch politisches Asyl beantragen, was ihm ebenfalls viel Zeit schenken würde, auch wenn sein Ersuchen am Ende abgelehnt würde, erläuterten Menschenrechtsexperten.