Im Fall eines entführten Deutschen im Irak ist ein Video im Internet aufgetaucht, in dem die Kidnapper ein Ultimatum an die Bundesregierung stellen. Das Video scheint jedoch nicht aktuell zu sein.

Das von der deutschen Geisel im Irak veröffentlichte Video ist nach Ansicht des Auswärtigen Amtes offensichtlich älteren Datums. Es sei möglicherweise schon länger auf einer einschlägigen Website eingestellt gewesen, teilte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Berlin mit.

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Standbild aus dem Video: Sinan Krause (links) mit seiner Mutter Hannelore (© Foto: AP)

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Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes arbeite seit der Entführung der beiden Deutschen im Irak fast rund um die Uhr an einer Freilassung. Weitere Angaben wollte sie zunächst nicht machen. Bisherige Forderungen von Entführern hatte die Bundesregierung stets mit dem Argument zurückgewiesen, sie lasse sich nicht erpressen.

Unterdessen wurden weitere Details aus dem Video bekannt: Die Aufzeichnung entstand offenbar kurz vor der Freilassung Hannelore Krauses. Die 62-Jährige erscheint weinend, ganz in schwarz gekleidet und wechselt ein paar deutsche Worte mit ihrem Sohn.

Die Szenen zeigen offenbar die Abschiedszene von Mutter und Sohn, die beide ein Teeglas in der Hand halten und sich am Schluss heftig umarmen. Danach ist Hannelore Krause allein zu sehen.

Die 62-Jährige, die mit einem Iraker verheiratet ist und seit Jahren im Irak lebte, war am 10. Juli nach fünf Monaten in der Gewalt der Entführer wieder freigelassen worden. Sie hat die Bundesregierung bereits mehrmals um einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gebeten, um das Leben ihres Sohnes zu retten.

Tod angedroht

"Nach den Besprechungen und den Beratungen mit unseren Brüdern, den Mudschahedin, hat die Brigade der Pfeile der Rechtschaffenheit die deutsche Geisel freigelassen, nachdem sie Allah als Herr genommen hat und zum Islam konvertierte", erklären die Entführer in dem Video.

"Was ihren Sohn betrifft, geben wir der deutschen Regierung eine Frist von 10 Tagen, um auf die Forderungen der Mudschahedin einzugehen", heißt es weiter. Ansonsten werden sein Schicksal der Tod sein. Da das Video älteren Datums sein könnte, blieb allerdings unklar, wann das Ultimatum begann.

Das IntelCenter veröffentlichte mehrere Standbilder aus dem 2 Minuten und 44 Sekunden langen Video. Auf einem ist die mit einem Kopftuch bekleidete weinende Mutter zu sehen, die den Kopf ihres Jungen an sich drückt.

Die seit langem mit ihrem Mann in Bagdad lebende Frau war am 10. Juli nach mehr als fünf Monaten Geiselhaft im Irak freigelassen worden. Ihr 20-jähriger Sohn blieb jedoch in der Gewalt der Kidnapper.

Nach Angaben des auf Terrorfragen spezialisierten IntelCenters handelt es sich um die insgesamt dritte Videobotschaft der Entführer.

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(AFP/dpa)