Der Chef der Umweltbehörde der Vereinten Nationen, Klaus Töpfer, hat nach der Hurrikankatastrophe in den USA eine globale Energiewende gefordert. Der CDU-Mann und ehemalige Umweltminister glaubt nicht, dass der Ölpreis jemals wieder sinken wird.
"Wir müssen unabhängiger vom Öl werden", sagte Töpfer der Berliner Zeitung. Dies sei wirtschaftlich und umweltpolitisch eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft.
Bild vergrößern
Klaus Töpfer (© Foto: dpa)
Anzeige
Als Konsequenz verlangte Töpfer unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, effizientere Kraftwerke, sparsamere Kraftfahrzeuge, neue Treibstoffe sowie verstärkte Anstrengungen beim Energiesparen.
Umweltpolitiker und Wissenschaftler hätten seit langem auf die Gefahren des Klimawandels hingewiesen. "Jetzt wird der dramatische Zwang zum Handel jedem sichtbar. Wir sollten nicht bis zu den nächsten Katastrophen warten", forderte er vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme.
"Eine signifikante Senkung der Rohölpreise wird es nicht mehr geben", betonte Töpfer.
Töpfer ist zur Zeit Gast beim Jahreskongress des Rates für nachhaltige Entwicklung in Berlin. Dabei geht es unter anderem um die wachsende Wirtschaft in Brasilien, China, Indien Russland und Südafrika, um die Abhängigkeit von Öl und die AIDS- Bekämpfung in Afrika. Töpfer spricht zu dem Thema "Umweltzerstörung und Armut als Wachstumsbremse".
Am Nachmittag wir auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei dem Treffen erwartet. Er hatte den 19-köpfigen Rat für nachhaltige Entwicklung vor vier Jahren berufen.
Im Vorfeld appellierte der UN-Umweltchef auch an Deutschland, seine Anstrengungen zum Klimaschutz zu verstärken. Er wandte sich gegen den Einwand, zu viel Umweltschutz koste Arbeitsplätze. "Umwelt und Wirtschaftswachstum sind kein Gegensatz." Mehr Klimaschutz werde in Deutschland zu vielen neuen Jobs führen. Als Beispiel nannte er die Unterstützung der Schwellenländer beim Einsatz neuer klimaschonender Technologien.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dpa)
Russland unter Putin