Schweden war das Vorbild für den deutschen Atomausstieg. Nun hat sich die konservative Regierung in Stockholm darauf geeinigt, das Verbot zum Bau neuer AKW aufzuheben.
Mit einer energiepolitischen Wende macht Schwedens Regierung den Weg zum Bau neuer und größerer Atomreaktoren frei.
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Nachdem die Schwedem 1979 in einer Volksabstimmung entschieden hatten, aus dem Atomkraft auszusteigen, wurde das Kraftwerk Barsebäck bei Malmö abgeschaltet. (© Foto: AP)
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Wie der konservative Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt und seine drei Koalitionspartner ankündigten, können die zehn bestehenden Reaktoren in drei Kraftwerken jeweils durch neue ersetzt werden.
Damit wird das seit fast 30 Jahre in Schweden geltende Verbot von Reaktorneubauten aufgehoben. Es war 1980 vom Reichstag nach der Entscheidung zu Schwedens Atomausstieg per Volksabstimmung eingeführt worden.
Reinfeldts Mitterechts-Regierung will in Zukunft auch massiv auf den Ausbau von Windkraft und anderen erneuerbaren Energien setzen. Sie sollen bis 2020 rund 50 Prozent von Schwedens Energieerzeugung ausmachen. Reinfeldt sagte, mit diesen Grundsatzentscheidungen verpflichte sich Schweden auf die Reduzierung der Emission von Treibhausgasen um 40 Prozent bis 2020.
Der konservative Regierungschef sagte bei der Vorstellung der Pläne: "Wir gehen weiter als andere und zeigen auch mehr Führungskraft." Er begründete die Beibehaltung der Atomenergie und den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien auch mit der derzeitigen Wirtschaftskrise. Die Regierung setze nun "ein Zeichen der Hoffnung" und gebe auch an Europa wichtige Signale, ehe Schweden im zweiten Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft übernehme.
Bisher decken zehn Reaktoren in den Kraftwerken Oskarshamn, Forsmark und Ringhals knapp die Hälfte des schwedischen Strombedarfs. Als bisher einziges Kraftwerk wurde Barsebäck bei Malmö mit zwei Reaktoren im Gefolge des Ausstiegs-Beschlusses stillgelegt. Nach den neuen Regierungsplänen können altersbedingt vor der Abschaltung stehenden Reaktoren jeweils durch neue ersetzt werden.
Dabei erklärte der liberale Parteichef und Ausbildungsminister Jan Björklund ausdrücklich, die neuen Reaktoren könnten über eine höhere Leistung verfügen als die alten. Neubauten sollen ohne staatliche Subventionen rein privat finanziert und betrieben werden.
Für eine Entscheidung zum Ausbau der Atomenergie in Schweden hatten sich in den letzten Jahren immer wieder die dort führenden Energiekonzerne ausgesprochen, von denen die heimischen Atomreaktoren betrieben werden. Zu ihnen gehören der staatliche Vattenfall-Konzern, der auch in Deutschland aktiv ist, sowie das deutsche Unternehmen E.ON.
In der Koalition hatte sich das Zentrum als traditionelle Anti-Atom-Partei lange gegen grünes Licht für Reaktorneubauten gesperrt. Die Parteichefin und Wirtschaftsministerin Maud Olofsson sagte, der nun gefundene Kompromiss zwischen Erhaltung der Kernkraft auch mit neuen Reaktoren sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien sei ein "guter Kompromiss mit ehrgeizigen Zielen".
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(sueddeutsche.de/dpa/gba)
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ein sehr guter Bericht, aber für was haben Sie sicht die Mühe gemacht?
Haben Sie mal die meisten andere Berichte gelesen? Sie verlieren nur Ihre Zeit , sie sind es nicht wert. Mit verkorkten rückständigen Gedankengut, kann hier nichts nichts anfangen, halt steinzeit Mentalität, zum Glück sind sie nur eine Minderheit die nicht das Geschehen bestimmen.
A.Q
Wind, Sonne und Bioenergie u. dergl. sind nach gegenwärtigem Stand der Technik (und da darf man die nächsten 10 Jahre mit einschließen) zwar eine durchaus interessante Nischentechnik, aber keinesfalls eine Basis für unsere Elektrizitätserzeugung. Wer etwas anderes behauptet, denkt an der Realität vorbei oder denkt gar nicht, weil er Politiker ist, der nach 4 Jahren in Pension geht.
Übrigens, wer glaubt für das oben beschriebene Grundlastproblem eine Lösung zu haben, dem sei gesagt: Die Hälfte wäre dann geschafft, weil... da wäre dann noch die Spitzenlast (das was über Tag dann noch dazu kommt) und das sind noch einmal 320 Milliarden Kwh.
Mir scheint, in Schweden hat man das alles schon begriffen.
Es ist natürlich einfach, den Schweden vorzuwerfen, sie hätten sich nie ernsthaft um Alternativen zur Kernenergie bemüht. Im Gegensatz zu uns, die wir ja längst über ausgereifte Konzepte mit Wind und Sonne verfügen.
Es könnte aber auch sein, daß genau des Gegenteil der Fall ist. Vielleicht ist man in Schweden schon weiter als in Deutschland.
Die Basis unserer Stromwirtschaft in Deutschland ist Braunkohle und Kernkraft. Die in Deutschland benötigte Grundlast (d. h. das was ständig rund um die Uhr an elektrischer Energie benötigt wird) liegt etwa bei 320 Milliarden Kwh pro Jahr. Die kommen gegenwärtig etwa je zur Hälfte aus der Braunkohleverstromung und aus Kernenergie mit je etwa 20000 Megawatt Kraftwerksleistung. Nun ist es so, daß wir Kohle nicht mehr sollen und Atom nicht mehr wollen. Also gilt es beides zu ersetzen. Die zusammen 40000 Megawatt Grundlastkraftwerke laufen ca 8000 Volllaststunden im Jahr und erzeugen damit die besagten 320 Milliarden Kwh. Windräder schaffen wegen des schwankenden Windangebots gerade mal 1800 Volllasstunden, was bedeutet, daß man bei einem Ersatz durch Windräder etwa die 4,5 fache Leistung installieren müßte. Damit werden aus den 40000 MW 180000 MW. Setzt man für eine Mühle 1 Megawatt an, so landet man rein rechnerisch bei einem Bedarf von 180000 Windmühlen. 20000 haben wir schon, also nochmals 9 mal so viel! Damit ist aber noch nicht die Frage beantwortet, wie man damit ein Stromnetz stabil betreiben will, wo man die dazu benötigte Regelleistung hernimmt und woher die Grundlast dann in windschwachen Zeiten kommt.
Bei der Photovoltaik sieht es noch desaströser aus. In unseren Breitengraden erntet man aus 1 Quadratmeter Solarmodul gerade mal 1000 kwh pro Jahr. Das ist nicht wenig, dennoch für die o.g. Grundlast von 320 Milliarden kwh bräuchte man eine Nettofläche von 320 qkm, das ist 4 mal so viel wie die Fläche des Chiemsees. Damit ist aber auch noch nicht die Frage beantwortet, wo wir die Energie in den Nachtstunden und in sonnenschwachen Tagen hernehmen. Hierzu wären Speichertechniken notwendig, die es bisher nicht gibt und von denen fraglich ist, ob wir sie in den nächsten 10 oder 20 Jahren haben werden.
Mit Berechnungen für Bioenergiequellen landet man regelmäßig bei ähnlichen Ergebnissen, d. h. "im Prinzip" geht viel, unter Einbeziehung des Mengengerüstes wirds uferlos.
Wind, Sonne und Bioenergie u. dergl. sind nach gegenwärtigem Stand der Technik (und da darf man die nächsten 10 Jahre mit einschließen) zwar
"Was bildet ihr euch eingentlich ein , der ganze Welt lexionen erteilen zu wollen, als wären das alles dumme Völker , weil die jetzt wieder in die Kerntechnik einsteigen. Wollt ihr der Welt wieder euere besserwisserei aufdrängen , Ihr müsst mir nur sagen wie das gehen soll, "
Komm mal wieder runter, du machst dich ja lächerlich. Deutschland hat den Atomaustieg erklärt, nicht den dritten WK vom Zaun gebrochen.
Mich interessiert weder, ob Schweden noch Frankreich seine Energie aus AKW's bezieht. Einzig und allein von Deutschland war hier die Rede.
Auf Sicht von 20 Jahren ist Atomkraft natürlich der einfachere (und für die Konzerne profitablere Weg) aber auf lange Sicht, wird sich die Investition in erneuerbare Energien für Deutschland auszahlen.
Wenn die SPD sich für Atomkraft entscheidet, werden die Grünen meine neue Partei.
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