Wenige Tage vor dem Enegiegipfel im Kanzleramt verschärft sich der Ton zwischen Wirtschaft und Politik. Bundesumweltminister Gabriel warf den Stromkonzernen vor, eine "Blockadepolitik" zu betreiben.
Kurz vor dem Energiegipfel im Kanzleramt bleibt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf Konfrontationskurs zu den Stromkonzernen. In der Frankfurter Rundschau warf er ihnen eine Blockadepolitik vor.
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Führende Unternehmen wie Eon oder Vattenfall "gefährden mit ihrer unverhohlenen Opposition gegen wirksame Klimaschutzmaßnahmen die Befreiung der stromintensiven Industrie von der Ökosteuer, die unter strengen Auflagen von der EU-Kommission genehmigt wurde", sagte er.
"Verantwortungslose Haltung"
Gabriel bezog sich damit auf eine Sonderbehandlung des produzierenden Gewerbes, für die sich die Bundesregierung in Brüssel stark gemacht hatte. Danach müssen energieintensive Unternehmen weniger Energiesteuern zahlen, wenn im Gegenzug die deutsche Wirtschaft Klimaschutzvereinbarungen erfüllt.
Bei den jetzt gefährdeten Vergünstigungen gehe es "immerhin um rund zwei Milliarden Euro pro Jahr", sagte Gabriel. "Es wird höchste Zeit, dass sich diejenigen in der deutschen Industrie, die am Ende die Zeche für diese verantwortungslose Haltung zu zahlen haben, gegen diejenigen zur Wehr setzen, die immer nur abkassieren wollen."
Zu den Forderungen der deutschen Energiewirtschaft, Berlin müsse seine Klimaziele zurückstufen, sagte Gabriel: "Es gibt kein Zurück hinter die Klimaschutzbeschlüsse der EU-Staats- und Regierungschefs und der Bundesregierung."
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für den kommenden Dienstag Fachleute eingeladen, um über die längerfristige Energieversorgung zu sprechen. Bereits am Freitag wollen sich Merkel und Gabriel sowie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) treffen, um die Strategie für den Energiegipfel abzustimmen.
"Wir brauchen keine energiepolitische Planwirtschaft"
Aus Koalitionskreisen hieß es, verschiedene Szenarien seien erarbeitet worden, die zur Feinabstimmung gebracht würden. Damit solle erreicht werden, dass die Regierung trotz Differenzen zwischen Glos und Gabriel etwa bei der Atomenergie oder erneuerbaren Energien mit einer Stimme spreche.
Glos schrieb in einem Beitrag für das Handelsblatt, er halte nichts von langfristigen energiepolitischen Planungen. "Wir brauchen keine energiepolitische Planwirtschaft." Allerdings zeigten die für den Gipfel errechneten Szenarien, welche Vorteile längere Laufzeiten von Atomkraftwerken hätten. "Das würde zu günstigeren Strompreisen und zu 40 bis 60 Millionen niedrigeren CO2-Emissionen führen." Deshalb dürfe man nicht so tun, "als sei der Kernenergieausstieg unumkehrbar".
Bereits am Mittwoch hatte Eon-Chef Wulf Bernotat kritisiert, man sei "meilenweit" vom ursprünglichen Ziel des Treffens entfernt, ein nationales Energieprogramm aufzustellen. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall, hatte ebenfalls erklärte, der Gipfel drohe "keine oder falsche Ergebnisse zu bringen".
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa)
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Das nenn ich Logik!
Lasst Euch nur weiter bestehlen nach dem Motto:nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.
Dank der erwähnten Steuer-Subventionsmilliarden kostet eine kWh Atomstrom in Deutschland ähnlich wie in Frankreich.
Denken Sie denn im Ernst, dass diese geldgierigen Raffgeier der Stromkonzerne den günstigen Preis an Sie als Verbraucher weitergeben würden?
Nie im Leben.
Zum Thema "Strompreisgestaltung":
Man muß sich nur mal vergegenwärtigen, dass die Stromkonzerne vorletztes Jahr, meine ich, die CO2- Zertifikate in ihre Preise "eingepreist" haben, d.h. die Preise um die theoretischen Kosten für die CO2-Zertifikate erhöht haben. Dabei haben sie die wertlosen Papierchen damals GESCHENKT bekommen! Das waren nur Ausreden zum Zweck des besseren Abkassierens!
Da hilft wirklich nur: Wechsel zu ökostrom. Naturstrom, Lichtblick, EWS etc. sind nicht nur umweltschonender, sondern mittlerweile billiger als diese Kohle-Atom-Kassierlobby.
Außerdem fließt auch derzeit noch mehr Geld in die Kerntechnikforschung, als in die Forschung zu erneuerbaren Energien. Und warum? Weil diese Sch... Kernkraftwerke, die mit Abermilliarden Steuergeldern hingestellt wurden (und ja ach so billigen Strom produzieren), so sauteuer abzureißen sind, und keiner einen blassen Schimmer hat, wohin dann mit dem brandgefährlichen Zeug. Salzstöcke? Schon mal was von Radiolyse gehört? Elementares Natrium und Chlor sind explosiv und nicht geeignet, um gefährlichen Müll zu umgeben.
Wenn wir uns, die wir uns einiger massen auskennen in die Sophisterei flüchten, ist das wenig hilfreich. Fakt ist, dass die Erzeugung von Strom aus KKW prozentual soviel billiger wie es der Differenz der unterschiedlichen Strompreise entspricht und darauf kommt es an. Damit hat Frankreich gegenüber Deutschland einen unglaublich hohen Vorteil auch in der Preisgestaltung. Natürlich haben Sie recht, wenn Sie auf die Komplexizität unterschiedlicher staatlicher Regulierungen hinweisen, aber diese fallen allesamt für uns schlimmer aus als für die Franzosen.
@mauxus: In Frankreich ist der Strompreis politisch gedeckelt. Er darf nicht mehr steigen als die durchschnittliche Teuerungsrate. Z.Zt. ca.2,0% p. Anno. Zudem werden EDF ,als Staatsunternehmen, erhebliche versteckte Subventionen zugestanden. EDF hat (noch) per se keine Aktionäre, denen 15% Verzinsung des eingesetzten Kapitals nicht genügen. Den Preisunterschied können Sie also nicht einfach umrechnen: viel Atomstrom= niedriger (Endverbraucher-) Preis. Allerdings werden innerhalb der Diskussion Strompreis- Atomstrom etc. im Moment viele Dinge durcheinandergebracht. Eine Versachlichung tut Not.
Paging