Mitte Dezember hatte die irakische Bevölkerung das erste Mal ein Parlament für vier Jahre gewählt. Nun gab die Wahlkommission das amtliche Endergebnis bekannt. Aus Angst vor Unruhen riegelten Soldaten vorher mehrere Städte komplett ab.

Die Allianz der religiösen Schiiten-Parteien hat die Parlamentswahl im Irak Mitte Dezember gewonnen, die absolute Mehrheit jedoch verfehlt. Nach der Auszählung aller Stimmen besetzt die Allianz 128 der insgesamt 275 Sitze in der neuen Nationalversammlung. Das sind vier Sitze weniger als nach der ersten Stimmenauszählung.

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Das Ergebnis der Wahl verbesserte sich nach der Überprüfung durch eine Kontrollkommission dagegen leicht zu Gunsten der Sunniten und Kurden. Die Kurden errangen 53 Sitze, wie die Wahlkommission mitteilte. Damit haben Schiiten-Allianz und die Kurden zusammen knapp die Zweidrittelmehrheit verfehlt.

44 Sitze gehen an das von der Islamischen Partei gegründete sunnitische Bündnis, 25 Mandate sicherte sich die überkonfessionelle Allianz des säkularen Schiiten und ehemaligen Übergangsministerpräsidenten Ijad Allawi.

Den fünften Platz belegte mit elf Sitzen die sunnitische Dialog-Front von Saleh al-Mutlak. Die restlichen 14 Sitze entfielen auf kleine Parteien, von denen die meisten die Interessen ethnischer und religiöser Minderheiten vertreten.

Die Iraker hatten am 15. Dezember zum ersten Mal ein Parlament gewählt, dessen Abgeordnete vier Jahre im Amt bleiben sollen. Es war auch das erste Mal seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im April 2003, dass sich die Sunniten an einer Wahl beteiligten.

Die irakischen Sicherheitskräfte blockierten am Freitag die Zufahrtstraßen zu mehreren Städten, um gewaltsame Ausschreitungen nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu verhindern. Der regierungsnahe TV-Sender Al-Irakija berichtete, Ramadi, Nadschaf, Tikrit, Samarra und Bakuba würden für 48 Stunden abgeriegelt.

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(dpa)