Ende des Baustopps bei Stuttgart 21 Die Bahn will Fakten schaffen

Die Zwangspause für Stuttgart 21 ist vorbei, jetzt will die Deutsche Bahn rasch handeln: "Innerhalb von zwei Wochen ist mit der Fällung der Bäume im Mittleren Schlossgarten zu rechnen", sagte ein Bahnsprecher.

Die Deutsche Bahn AG will nach dem Ende der Zwangspause für wesentliche Teile des umstrittenen Umbaus des Stuttgarter Hauptbahnhofs rasch Fakten schaffen. Innerhalb von acht Wochen solle der denkmalgeschützte Südflügel abgerissen werden, sagte Bahnsprecher Wolfgang Dietrich in Stuttgart. "Innerhalb von zwei Wochen ist mit der Fällung der Bäume im Mittleren Schlossgarten zu rechnen."

Der Mittlere Schlossgarte in Stuttgart: Nach dem Ende des Baustopps will die Bahn jetzt rasch handeln.

(Foto: dapd)

Gegen beide Maßnahmen hatten sich Gegner des Projekts Stuttgart 21 monatelang verbissen gewehrt. Die Bahn hatte am Donnerstag die Erlaubnis vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) für die Fällung der Bäume bekommen. Bis dahin galt 15 Monate lang aus Gründen des Artenschutzes ein Fällverbot.

Bis Ende 2019 will die Bahn für etwa 4,1 Milliarden Euro den 16-gleisigen Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelanfahrten umbauen. Dietrich sagte, im Schlossgarten müssten 108 der 176 Bäume gefällt werden, 68 würden versetzt. Um 20 Bäume werden Schutzzäune aufgebaut, weil in ihnen der europaweit seltene und deshalb geschützte Juchtenkäfer lebt. Zwei Bäume blieben für die im Winterschlaf befindliche Fledermausart Großer Abendsegler vorerst stehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz stellte einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gegen die die Beseitigung der Bäume. Wann der VGH über den Antrag entscheidet, war zunächst unklar. Die Behörde müsse erst prüfen, ob sie überhaupt zuständig sei, sagte eine Sprecherin.