Während der deutschen EU-Präsidentschaft wurden die Weichen für einen neuen europäischen Einigungsversuch gestellt. Zum Ende hat Bundeskanzlerin Merkel vor einem Europa mit zwei Geschwindigkeiten gewarnt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Ende der deutschen EU-Präsidentschaft vor einem Europa gewarnt, in dem einzelne Staaten bei der Integration schneller vorangehen als andere. Ein solches Europa der zwei Geschwindigkeiten berge die Gefahr, dass "neue Gräben" aufgerissen würden, sagte Merkel vor dem Europäischen Parlament. "Wer schnell gehen will, sollte es alleine tun, wer weit gehen will, sollte es mit anderen tun", betonte die Kanzlerin.
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Sie ging damit auf Distanz zu den Ministerpräsidenten Luxemburgs und Italiens, Jean-Claude Juncker und Romano Prodi, die eine EU der zwei Geschwindigkeiten nach dem Gipfel in Brüssel ins Gespräch gebracht hatten. "Davon halte ich nichts", sagte Merkel. Am Ende ihrer Rede erhoben sich die Abgeordneten zum Applaus für die Kanzlerin.
In ihrer Bilanz sagte Merkel, mit dem Reformvertrag, auf den sich die Staats- und Regierungschefs nach langem Ringen geeinigt hatten, sei es gelungen, Stillstand zu überwinden und die Spaltung zu vermeiden. "Wir haben die Weiche für eine erneuerte Grundlage für die europäische Einigung gestellt."
Zuvor hatte Merkel sich bereits für eine Entspannung im Verhältnis mit Warschau eingesetzt. ,,Für uns hat unser polnischer Nachbar das gleiche Gewicht wie unser französischer Nachbar'', sagte sie.
Der Chef der sozialistischen Fraktion, Martin Schulz, kritisierte in der anschließenden Debatte deutlich die polnische Regierung: "Wer die Kriegstoten gegen Stimmrechte aufrechnet, dem muss ein Nein entgegengesetzt werden."
Der polnische Abgeordnete Marek Maciej Siwiec ging auf bemerkenswerte Distanz zu seiner Regierung und zollte Merkel Respekt: Die Kanzlerin habe eine "Machtdemonstration" gegenüber Polen oder anderen EU-Staaten vermieden und einen "neuen Führungsstil" geprägt.
Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zog eine positive Bilanz: "Wir haben das Ansehen unseres Landes gemehrt und einen Beitrag dazu geleistet, dass Europa ein gutes Stück vorangekommen ist." Ohne die Einigung auf dem Gipfel wäre Europa nach Ansicht des Außenministers um eine Generation zurückgefallen.
"Wir hätten viel verloren, zum Beispiel die Glaubwürdigkeit nach außen." Stattdessen sei es gelungen, "eine Europa lähmende Debatte zu beenden". Ausdrücklich würdigte Steinmeier die CDU-Kanzlerin. Das Lob, das ihr derzeit zuteil werde "hat sie verdient", sagte der SPD-Politiker.
Von den außenpolitischen Themen der Ratspräsidentschaft hob Steinmeier das Verhältnis zu Russland, die Kosovo-Frage und den Nahen Osten hervor. Er räumte ein, dass man gerne die Verhandlungen über ein neues Partnerschaftsabkommen mit Moskau eröffnet hätte.
Vor allem auf dem EU-Russland-Gipfel in Samara seien jedoch "unterschiedliche Ansätze" deutlich geworden. Beim Thema Kosovo bekräftigte Steinmeier die Notwendigkeit eines Beschlusses des UN-Sicherheitsrates zur Zukunft der formell noch serbischen Provinz.
Er hob hervor, dass es gelungen sei, einen engen Kontakt mit Serbien und seinen Nachbarn zu halten und die Bedingungen zu schaffen, um die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit Serbien wieder zu eröffnen. Dies sei wichtig als Signal an Belgrad, dass es sich auf einem europäischen Weg befinde.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 28.06.07)
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Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Politisch denken heißt normalerweise die Realitäten zu akzeptieren. Nur beim Thema Europa setzen die Synapsen der Politiker meist aus. Es ist leicht ersichtlich, dass mit der Gesamtheit der 27 Staaten kein essentieller Fortschritt auf europäischer Bühne zu erzielen ist. Neben Großbritannien hat sich Polen als Bremser etabliert, der mit antideutschen Ressentiments und revanchistischen Duktus als größter Netto-Profiteur eine Politik des ungebremsten Nationalen Egoismus betreibt. Laut Spiegel soll das ohnehin für Polen vorteilhafte Ergebnis nach dem Willen der polnischen Außenpolitik weiter nachgebessert werden. Daß mit dieser Konstellation keine zukunftsfähige Politk gemacht werden kann, darauf hat schon Claude Juncker mehrmals hingewiesen. Ein Europa einer Avantgarde Gruppe ist hierzu die einzige Lösung.
Weite Teile der EU-Strukturen genügen nicht selbst einfachsten demokratischen Grundregeln. Weite Bereiche der steuerlich eingezogenen Finanzmittel sind so der demokratischen Kontrolle entzogen. Das Prinzip der doppelten Mehrheit, um das in Brüssel letzte Woche gestritten wurde, ist im Prinzip nur eine Annäherung dann selbstverständliche demokratische Strukturen, die von Polen bis zur Blockadeoption noch zusätzlich verwässert wird. Hier geht es um die Verfügungsgewalt über mehr als 67,2 Milliarden bis 2013 an Polen und die Fortführung der Zahlungen über den Zeitpunkt hinaus, die zumeist aus Deutschland finanziert werden. Geht es um die demokratische Einflussnahme der Bürger wie eine Volksabstimmung, erscheinen die üblichen Einwände: Die Bürger verstünden Europa nicht, sie seien vorurteilsbeladen, sie stimmten mit dem Bauch, nicht mit dem Verstand ab etc. Aus demokratischer Sicht sind das erschreckende Argumente. Dies mündet in das Credo der meisten deutschen EU-Abgeordneten: Das Volk irrt. Das erinnert an das Wort von Bertolt Brecht, der einst spottete: Wenn das Volk das Vertrauen der Regierung verspielt hat, sollte die Regierung das Volk vielleicht auflösen und ein anderes wählen.
1.Klima:
Die geplante Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes um ein Fünftel bis 2020 ist weder ehrgeizig noch ausreichend.
Merkel spricht von einem Durchbruch und fügt hinzu: "Wer schnell gehen will....
2.EU-Reformvertrag:
Das System der doppelten Mehrheit, das die Zustimmung von 55% der Mitgliedstaaten sowie 65% der EU-Bevölkerung benötigt, und somit große Mitgliedstaaten bevorzugt, wird ab 2014 angewandt werden: "Wer schnell(er) gehen will......, soll dies allein tun!!
Russland und USA:
Transatlantische Wirtschaft und Unterstützung im Irak-Krieg!!! Festigung der Freundschaft mit Bush,
Putin hingegen ließ nichts aus, um neue ängste zu schüren...Wer weit gehen will, soll dies mit den USA tun
4.Verbrecherjagd:
Der von Schäuble durchgesetzte "Vertrag von Plüm" bedeutet eine drohende "Versklavung" für den die Orwellschen Ausblicke auf ein "1984" und die dazugehörigen Big-Brother-Vorstellungen "nichts" sind im Vergleich zum Ausbau der überwachung seit dem 11. September 2001.(Dieses unter falschen Vorwänden gemachten Gesetz, erinnern mich an die Ermächtigungsgesetze aus der Weimarer Republik!)... Wer weit gehen will.......
5.Zum Trost:
Wenn uns das alles zu schnell oder zu weit geht, können wir Merkel zukünftig billiger im Ausland anrufen, um ihr das mitzuteilen...