Familienministerin Kristina Schröder schlüsselt die Effekte der Elterngeld-Kürzung auf: Ärmeren wird deutlich mehr zugemutet.
Die Pläne der Bundesregierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen, wird fast 50.000 Alleinerziehende und knapp 85.000 Paarhaushalte treffen. So viele beziehen derzeit Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Elterngeld. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
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Grafik Elterngeld Durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen vor der Geburt des Kindes
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In dem Schreiben des Ministeriums heißt es: "Durch Einsparungen bei den Alleinerziehenden sind (...) in der Regel Mütter betroffen." Das Statistische Bundesamt hatte diese Woche auf die finanziellen Probleme von Alleinerziehenden aufmerksam gemacht. Durch die von der schwarz-gelben Koalition vorgesehenen Kürzungen dürfte sich die Situation von Müttern, die auf Hartz IV angewiesen sind, weiter verschlechtern.
Die Bundesregierung hatte in ihrem Sparpaket zur Begrenzung der neuen Schulden von Anfang an vorgesehen, gut ein Drittel des Sparvolumens von mehr als 13 Milliarden Euro im Jahr 2011 bei den Sozialleistungen hereinzuholen. Das Sparvolumen beim Elterngeld beläuft sich insgesamt auf 600 Millionen Euro.
Durch ein vollständiges Anrechnen des Elterngeldes auf Hartz-IV-Leistungen will die Koalition allein 440 Millionen Euro sparen. Die 24 Seiten starke Antwort des Ministeriums enthält nun erstmals detaillierte Angaben, wie sich die Sparsumme aufteilt. Auffällig ist dabei, dass die Koalition Beziehern höherer Einkommen deutlich weniger zumuten will als den ärmeren Eltern.
Die Höhe des Elterngeldes, das der Staat demjenigen Elternteil zahlt, der im ersten Lebensjahr des Neugeborenen vorrangig das Kind betreut, richtet sich nach dem vorherigen Einkommen. Es beträgt mindestens 300 Euro, auch für zuvor Nicht-Erwerbstätige, und maximal 1800 Euro pro Monat. Nach Angaben des Familienministeriums würden Eltern mit einem Nettoeinkommen von mehr als 2100 Euro lediglich mit etwa 15 Millionen Euro zu den geplanten Einsparungen beitragen.
Die fast 38.000 Mütter und Väter mit einem Nettoeinkommen von mindestens 2770 Euro hätten dagegen keine Einbußen (siehe Grafik). Sie erhalten weiter den Höchstbetrag, weil es für sie folgenlos bleibt, wenn der Staat von 2011 an nur noch 65 statt 67 Prozent des letzten Nettolohnes als Elterngeld zahlt.
Bei den Alleinerziehenden trifft die geplante Kürzung dagegen vor allem Mütter, die schon vor Bezug des Elterngeldes gar nichts oder wenig verdient haben. So beziehen von den knapp 50.000 Alleinerziehenden, die auf Hartz IV angewiesen sind, nur etwa 13.000 ein Elterngeld von mehr als 300 Euro. Die Koalition will durch die Streichung den Anreiz für die Hilfebedürftigen stärken, wieder eine Arbeit aufzunehmen.
Aus dem Schreiben des Ministeriums geht außerdem hervor, wie sich durch den Wegfall staatlicher Leistungen die Situation von nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden verschlechtert hat. Wird wie vorgesehen das Elterngeld als Einkommen beim Arbeitslosengeld II voll berücksichtigt, hat demnach eine solche Mutter während der Bezugszeit bis zu 7200 Euro weniger zur Verfügung als eine nicht erwerbstätige Frau, deren Kind vor dem 1. Januar 2007 geboren wurde.
Das Ministerium schreibt hierzu: Die Änderung sei als Teil des Gesamtpakets "zur Haushaltskonsolidierung insbesondere im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber den jungen Menschen und zukünftigen Generationen sachgerecht".
Unklar bleibt nach wie vor, wie die Regierung in Zukunft mit den "Aufstockern" verfährt, die wegen ihres geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz IV erhalten. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte für diese Gruppe Sonderregeln angekündigt, "um diejenigen nicht zu bestrafen, die versuchen, durch Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu sichern".
Würde Schröder die Aufstocker vollständig von den Kürzungen verschonen, hätte sie aber ein neues Problem: Aus der Antwort ihres Ministeriums und Berechnungen der Linken ergibt sich, dass dies die Einsparsumme um etwa 125 Millionen Euro vermindern würde.
Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Linken, wirft Schröder deshalb widersprüchliche Aussagen vor: "Sie will einerseits den Aufstockern das Elterngeld belassen, andererseits die Sparvorgaben in Höhe von 440 Millionen Euro einhalten. Beides ist nicht zugleich realisierbar."
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(SZ vom 31.07.2010/liv)
ICE-Strecke
Wo sogar bei bester Gewinnlage nicht nur ältere Arbeitnehmer, sondern auch immer wieder voll im Saft stehende, gut ausgebildete Leute zwecks Gewinnoptimierung und für unsittlich hohe Gehälter und Bonuszahlungen der Absahner und möglichst hohe Dividenden der unersättlichen Großaktionäre rausgeworfen werden, so dass sie mit Milliarden und Abermilliarden der Steuerzahler als Arbeitslose oder Frühpensionisten erhalten werden müssen.
Dazu kommt auch, dass die Macher und Absahner die jungen Menschen nicht ausbilden wollen. Und gute Gehälter und Zulagen gönnen sie sich auch höchstens selbst. Ansonsten wollen sie allen anderen immer nur möglichst viel wegnehmen. Natürlich auch den jungen Arbeit- und Dienstnehmern. Hört man doch fast jeden Tag von den Machern!
Außerdem soll man einmal die Absahner, Macher und Großaktionäre aufzählen, welche die unglaublichen Summen, die sie aus dem Geldkreislauf der Erde abzweigen, für Produkte der Wirtschaft oder für Dienstleistungen ausgeben. Die Produktions- und Dienstleistungswirtschaft wird doch in der Hauptsache von den Menschen erhalten, denen die Macher, Absahner und Großaktionäre am liebsten alles wegnehmen würden.
Die Macher, Absahner u. Großaktionäre verwenden doch fast ihr ganzes Geld nur dazu, um mit Geld- und Börsenspielchen noch mehr Ländern und Wirtschaften mehr Geld wegzunehmen, als die Menschen je verdienen können.
Normal müsste doch sogar der Hausverstand jedem sagen, dass die Produktions- und Dienstleistungswirtschaften nie das verdienen können, was die Macher, Absahner u. Großaktionäre rund um die Welt an Prozenten für ihr eingesetztes Kapital bekommen wollen. Und meistens auch brutal abzweigen.
Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis wir eine neue Regierung haben ..........
... der komme bitte mit Kind und Kegel mit am 6. 11. 2010, wo es heißt:
unternimm-das-jetzt.de
Da fordern wir eine Korrektur an den Wurzeln des Geschehens.
Wenn es irgendwen stört, dass diese Einsparungen gemacht werden, dann tragt Euch bei unternimm-das-jetzt.de heute noch ein!
Kalt berechnet und längst überfällig dieser Einspar- Schachzug, hab mich schon gewundert, wieso mir damals mein Elterngeld nicht angerechnet wurde, als ich Hartzi wurde nach dem Studium.
Ich finde Elternverhalten und -Wut genauso logisch wie den Sparwillen, da das System auf dieses Desater angelegt ist durch seine Basisdefinitionen.
Hier ein paar provokante Sätze über das Bild der modernen Hausfrau, die das vielleicht zunächst wider willen ist, dann aber tüchtig dahin investiert, in dieser Rolle zu bleiben:
Warum soll es eigentlich nicht prämiert und bezahlt werden, (eigene) Kinder großzuziehen?
Verdient jemand an der Börse oder hat Untermieter, wieso soll logisch gesehen eine anderweitig sich unwohl fühlende Frau bzw. Mann oder Familie nicht ihre Mutterschaft finanziell ausnutzen?
Für mich ist das eine völlig logische Reaktion nicht nur im Prekariat, mensch guckt, wie er sich und seine Umstände gewinnbringend vermarkten kann...
Der Sozialneid der angeblich Fleißigeren:
bloß weil Mutter/Vater keine Aktien hochspekulativ kauft und von dem Geld SICHTBAR Kindermäuler gestopft werden, diffamiert man Alleinerziehende Hartzis oft als "faul". Aber das sind sie egal bei welchem Bildungsgrad NICHT MEHR UND NICHT WENIGER als andere Berufsgruppen. Oft quatschen die Verkäufer nebenbei oder im Büro gehen Beamtenläster-Mails herum, auf'm Bau ist Raucherpause... warum darf eine Mutter nicht telefonierend mit ihren 5 Gören in der Bahn fahren, ohne als faule Sau angesehen zu werden von Neidern? Weil es ihr Spaß macht und ihr Tagesablauf zu wenig fremdkontrolliert erscheint... das wird geneidet, obwohl sie wahrscheinlich weniger zu beneiden ist als jemand, der selbstverständlich täglich einmal Feierabend hat und ohne seinen Beruf in den Urlaub fahren kann ;-)
So viele Menschen probieren sich mit einem Laden oder sonstigem Gewerbe, die werden dann wohl bei Misserfolg demnächst auch als Schmarotzer diffamiert... ganz zu schweigen von Forschern oder Sozialen Berufen, die aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, die liegen doch auch allen auf der Tasche, besonders, wenn sie etwas erforschen, das sich nicht direkt vermarkten lässt...
Also, man überlege sich sehr gut, ob irgendwer überhaupt das Recht hat zur Hetze gegen eine spezielle Personengruppe oder ob nicht jeder einzelne einfach versucht, mit seinen bescheidenen Mitteln das beste aus seinem Leben zu machen, was nicht immer in Einkommen zu messen ist.
Die Kinder- und Frauenfeindlichkeit schlägt wieder voll durch. Weder ist dieses reiche Land in der Lage, ausreichende und bezahlbare Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen, noch für einen sozialen Ausgleich zu sorgen für jene Frauen, die allein Kinder großziehen (müssen).
Deutschland ist ein rückständiges und kaltherziges Land und Wohltaten werden von den Politikern jenen zugeschustert, denen es eh´schon gut geht.
Den von Bankern und Politikern angerichteten Schaden müssen wieder einmal Frauen und deren Kinder ausbaden.
Bravo, Deutschland!
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