"Der Ball liegt auf dem Feld Irans": Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde El-Baradei sieht noch eine Chance, den Atomstreit mit Iran zu entschärfen - und warnt vor Sanktionen.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dringend an Iran appelliert, den Plan zur Entschärfung des Streits über seine Uran-Anreicherung anzunehmen. "Der Ball liegt auf dem Feld Irans", sagte der scheidende Generaldirektor Mohammed El-Baradei am Freitag in Berlin. "Ich hoffe, er wird diese sehr vergängliche Chance nicht vertun."
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Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA: Mohammed El-Baradei (© Foto: ddp)
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Einige Partner hätten angedeutet, Iran bis zum Jahresende Zeit zu geben. Dies könne auch einen Wandel in den Beziehungen zwischen den USA und Iran bringen. El-Baradei appellierte an alle Seiten, Sanktionen zu vermeiden. Sie würden für mehr Konfrontation sorgen. Die gefährliche Konfrontation in der Region werde damit nicht gelöst. "Die Region steckt in einem totalen Chaos - chaotischer kann es wohl kaum werden", sagte der IAEA-Chef.
Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama deutlich gemacht, dass er nun wieder die Verhängung von Sanktionen statt weiterer Verhandlungen erwäge. Hintergrund ist eine Äußerung des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki, die als Ablehnung des IAEA-Kompromissvorschlags gewertet wurde. El-Baradei sagte jedoch: "Ich glaube nicht, dass ich bereits eine definitive Antwort bekommen habe. Ich hoffe, dass ich sehr bald eine Antwort bekomme."
Der Plan soll den Bau einer Atombombe in Iran verhindern. Er sieht vor, dass das Land drei Viertel seines niedrig angereicherten Urans ins Ausland verschifft. Dieses soll in Russland angereichert, in Frankreich zu Brennstäben gefertigt und dann an Iran geliefert werden.
Mottaki hatte gesagt: "Wir werden unser um 5,3 Prozent angereichertes Uran definitiv nicht außer Landes verschicken."
El-Baradei bezeichnete den Plan als eine einzigartige Gelegenheit, den Konflikt zu entschärfen. "Für mich ist es immer noch eine Chance", sagte er.
Die Bedeutung eines für den heutigen Freitag anberaumten Treffens der sogenannten Sechsergruppe - USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland - in Brüssel spielte El-Baradei herunter. Das sei wohl eher ein Akt der Verzweiflung, sagte er.
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(AP/dpa/bica/mati)
ICE-Strecke
Leider wird im Artikel mit keinem Wort erwähnt,daß die IAEC bei ihrer jüngsten Inspektion im Iran große Mengen verstecktes Schweres Wasser entdeckten,welches vorschriftswidrig nicht angemeldet wurde.
Schweres Wasser dient u.a. zur der Herstellung von Plutonium ,welches wiederum für die Herstellung von Wasserstoffbomben benötigt wird.
das schlechte was ich tu, trau ich auch anderen zu...
dieses trifft auf so die "westliche" Welt zu, denn es gibt nur Vermutungen, dass der Iran eine A-Bombe bauen will...
Warum sollte er übrigens nicht? Nur wenn einer eine A-Bombe hat wird er anständig und mit Respekt behandelt...
Warum hat sich bis heute eigentlich keiner über Israel aufgeregt? Seit dem Die die A-Bombe haben, fallen sie willkürlich über ihre Nachbarn her.
Für die Stabilität in der Region sollte der Iran eine A-Bombe haben.
Vielleicht sollte sich die int. Gemeinschaft darauf verständigen, dass, um die weitere Proliferation von nuklearem Material zu unterbinden, alle Länder der Erde, welche ein nukleares Programm haben, 3/4 ihres niedrig angereicherten Urans ins Ausland verschiffen, um es dort zu verarbeiten.
Somit hätten alle Länder mit Nuklearprogrammen eine wirkungsvolle gegenseitige Kontrolle. Das ist es doch, was sich die meisten wünschen, oder?