Die Bundeswehr wird Piraten vor der Küste Somalias bekämpfen: Das Kabinett will für die EU-Mission Atalanta 1400 Soldaten stellen - wenn der Bundestag zustimmt.

Das Bundeskabinett hat die Anti-Piraten-Mission Atalanta am Horn von Afrika gebilligt.

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Fregatte der deutschen Marine: Wenn der Bundestag zustimmt, wird sich die Marine am Kampf gegen Piraten beteiligen. (© Foto: AP)

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Das erfuhr die AP am Mittwoch aus Regierungskreisen. Wenn am 19. Dezember der Bundestag dem Beschluss zustimmt, können eine Fregatte und bis zu 1.400 Soldaten an der EU-Mission teilnehmen.

Die Marine wird damit zunächst für ein Jahr mit der Abschreckung, Verhütung und Beendigung seeräuberischer Handlungen oder bewaffneter Raubüberfalle beauftragt.

Sie kann "erforderliche Maßnahmen" einschließlich des Einsatzes von Gewalt ergreifen. Die zusätzlichen Ausgaben belaufen sich für das laufende Haushaltsjahr auf bis zu 1,9 Millionen Euro und 2009 auf bis zu 43,1 Millionen Euro. Mit dem Mandat setzt Deutschland für die Bundeswehr einen EU-Beschluss um.

Unmittelbar nach seiner Zustimmung soll die Fregatte Karlsruhe dem EU-Verband unterstellt werden. Das Schiff kreuzt derzeit als Teil des Anti-Terror-Einsatzes "Operation Enduring Freedom" (OEF) gemeinsam mit der deutschen Fregatte Mecklenburg-Vorpommern im Golf von Aden. Künftig sollen je nach Bedarf Schiffe aus dem OEF-Einsatz herausgelöst und dem EU-Einsatz unterstellt werden.

Dies gilt auch für deutsche Schiffe in Nato-Verbänden, die in der Region unterwegs sind. Hauptaufgabe der Bundeswehr werden Eskorten sein.

Die EU hatte die Mission am Montag gestartet. Insgesamt werden sechs Kriegsschiffe und drei Aufklärungsflugzeuge eingesetzt. Neben Deutschland beteiligen sich noch sieben Staaten an der Mission.

Durch den Golf von Aden verläuft eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Piraten haben in dem Seegebiet dieses Jahr bereits mehr als 40 Schiffe gekapert. Zurzeit halten sie noch etwa ein Dutzend Schiffe und fast 300 Besatzungsmitglieder fest.

Unter anderem ist ein saudischer Supertanker mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar in ihrer Gewalt. Deutschland ist als große Exportnation besonders abhängig von sicheren Seewegen: 90 Prozent der deutschen Ein- und Ausfuhren erfolgen über See.

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(AP/dpa/Reuters/gba)