Jeder hofft, dass es dazu nicht kommt, aber wenn es soweit kommt, sollen Deutschlands Soldaten bei ihrem Einsatz im Kongo zunächst an ihren eigenen Schutz denken. Und das schließt dann auch ein: Schießen auf Kindersoldaten.
Die Bundeswehr soll bei der EU-Kongo-Mission im Notfall auch auf Kindersoldaten schießen. "Wenn es zu einer Duell-Situation kommt, machen meine Soldaten hoffentlich keinen Unterschied zwischen Kindersoldaten und Soldaten", sagt Drei-Sterne-General Karlheinz Viereck, der den Einsatz leitet. Das sähen auch die internationalen Regeln vor.
Junge Menschen, die nichts gelernt haben außer zu töten. (© Foto: dpa)
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Über die 2000 im Kongo eingesetzten EU-Soldaten hinaus werde eine strategische Reserve von 800 Mann in Europa bereitgehalten, so Viereck weiter. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) werde Anfang Juli in den Kongo reisen.
Sobald eine lebensgefährliche Lage für die EU-Soldaten gebannt sei, würden Kindersoldaten wieder als Kinder mit Waffen behandelt und größtmöglichen Schutz bekommen, sagt Viereck. Kindersoldaten seien ein Thema. Alle Einsatzkräfte seien darauf gesondert vorbereitet worden.
Im Vergleich zu anderen Auslandseinsätzen sei die Absicherung der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Kongo nicht die gefährlichste Mission, sagte Viereck. Vieles sei zwar Neuland: das heiße und feuchte Klima, die Aidsproblematik und das Einsatzgebiet.
Er rechne auch mit Störungen während der Wahlen, die am 30. Juli beginnen und möglicherweise bis in den November dauern werden. Wäre die Situation aber entspannter, hätten die Vereinten Nationen die EU nicht um Hilfe gebeten. Er rechne nicht mit großen Auseinandersetzungen.
"Die Kongolesen haben die Nase voll von dem, was in den letzten Jahren passiert ist", sagte Viereck. Viele Menschen wählten nun zum ersten Mal. Die Bevölkerung habe das Gefühl, dass die Lage im Land sich jetzt verbessern werde.
Die Voraussetzungen seien aber freie Wahlen. Die EU habe die richtigen Soldaten, mit der richtigen Ausbildung und könne zum richtigen Zeitpunkt helfen. Damit setze sie ein richtiges Zeichen für ihre Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Das System funktioniere.
Mit dem Kongo-Einsatz führt die EU erstmals von Beginn an eine solche Mission. Und es ist das erste Mal, dass ein deutscher General eine EU-Mission leitet. Viereck zufolge werden 800 Soldaten im Raum Kinshasa eingesetzt und 1200 im benachbarten Gabun stationiert.
Von diesen insgesamt 2000 Soldaten stellt Deutschland 780. Wie viele deutsche Soldaten für die strategische Reserve von 800 Mann in Europa eingeplant sind, ist unklar.
Nach Vierecks Worten muss es für deren möglichen Einsatz kein neues Bundestagsmandat geben.
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(dpa)
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