Von Peter Blechschmidt

Erster Erfolg der deutschen Anti-Piraten-Mission: Die Marine setzte neun Piraten am Horn von Afrika fest - und verhinderte so die Kaperung eines Frachters.

Zum ersten Mal seit Beginn der Anti-Piraterie-Mission "Atalanta" am Horn von Afrika im Dezember haben deutsche Marinesoldaten mutmaßliche Seeräuber festgesetzt und an Bord eines deutschen Kriegsschiffes gebracht.

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Die Fregatte "Rheinland-Pfalz" vereitelte einen Piraten-Überfall. (© Foto: dpa)

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Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam am Dienstag mit. Wie nun mit den Festgenommenen weiter verfahren wird, entscheidet eine Runde von Staatssekretären aus Außen-, Verteidigungs-, Innen-und Justizministerium voraussichtlich an diesem Mittwoch.

Nach Mitteilung der Bundeswehr fing die Fregatte Rheinland-Pfalz am Dienstagmorgen im Golf von Aden den Notruf des Frachters Courier auf, der von mehreren Piratenbooten angegriffen und mit Panzerfäusten und automatischen Gewehren beschossen worden sei.

Kommandant Markus Rehbein auf der 50 Seemeilen entfernten Rheinland-Pfalz entsandte sofort einen der beiden Bordhubschrauber, der zusammen mit einem Helikopter des US-Kriegsschiffes Monterey den Angriff mit Warnschüssen abwehrte. Eines der Piratenboote wurde gestellt, während mehrere andere in jemenitische Hoheitsgewässer entkamen.

Knapp drei Stunden später erreichte die Rheinland-Pfalz den Ort des Zwischenfalls. Ein sogenanntes Boarding-Kommando enterte das in Schach gehaltene Piratenboot und brachte neun Seeräuber an Bord der deutschen Fregatte.

Hier werden sie in einem auf Deck aufgeschlagenen Zelt untergebracht, bis die Staatssekretärsrunde entschieden hat, ob ein starkes deutsches Interesse an ihrer Strafverfolgung besteht. Dann würden die neun nach Deutschland gebracht und vor Gericht gestellt.

Die 20.000 Tonnen große Courier gehört der Hamburger Reederei Gebrüder Winter und fährt unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Sie war in dem vor dem Jemen eingerichteten Sicherheitskorridor unterwegs, fuhr jedoch nicht in einem der von Kriegsschiffen gesicherten Konvois.

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(SZ vom 04.03.2009)