Eine Polin, die in Düsseldorf lebte, hat ihr Kind nach Hause entführt. Der Grund: Ihr Ehemann soll ihr in Zusammenarbeit mit dem deutschen Jugendamt verwehrt haben, mit dem Kind polnisch zu sprechen.
Noch vor wenigen Jahren dachte Beata Pokrzeptowicz, sie habe ihr Glück in Deutschland gefunden. Sie hatte einen Deutschen geheiratet und eine Stelle als Polnisch-Lektorin an einer westfälischen Universität bekommen.
Beata Pokrzeptowicz in einem Interview vor der Kindesentführung. (© Foto: TVP)
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Doch heute steht sie wegen Kindesentführung auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts und von Interpol; und auch die polnischen Behörden müssten sie festnehmen, wenn sie ihrer habhaft würden. Doch dies würde an der Weichsel einen Proteststurm auslösen, denn Beata Pokrzeptowicz hat, wie es eine Boulevardzeitung formuliert, "aus Liebe zum eigenen Kind" gehandelt.
Es ist die Geschichte von Kämpfen zwischen geschiedenen Ehepartnern, wie sie durchaus alltäglich sind, mit dem Unterschied, dass dieser Fall politische Brisanz bekommen hat. Die diplomatischen Vertretungen beider Länder beschäftigt er seit geraumer Zeit.
Die Entführung des neunjährigen Sohnes, für den der bei Düsseldorf lebende Vater das Sorgerecht bekam, ist nur der Höhepunkt einer langen Auseinandersetzung. Und sie war laut Polizeibericht gründlich vorbereitet: Die neue Frau des Vaters und der Sohn spazierten durch die Düsseldorfer Innenstadt, als ein silbergrauer VW-Golf neben ihnen bremste. Drei Personen sprangen heraus, entrissen der Frau das Kind, wobei sie ihr Reizgas ins Gesicht sprühten.
Der Golf wurde später gefunden, es war ein Mietwagen, den Vertrag hatte Beata Pokrzeptowicz geschlossen. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Verein CEED daran beteiligt war. Er vertritt die Interessen von Ausländern, die sich nach gescheiterten Ehen mit Bundesbürgern bei der Regelung des Umgangs mit ihren Kindern durch die Jugendämter benachteiligt fühlen.
Seitdem ist Beata Pokrzeptowicz untergetaucht, aber mehrmals von Reportern des polnischen Fernsehens besucht worden. Sie klagt ihren Ex-Mann an, im Zusammenspiel mit dem Jugendamt ihr den Kontakt zum Sohn blockiert zu haben. Wie wohl bei den meisten Scheidungskriegen sind auch in diesem Falle die Vorwürfe von außen nur schwer zu bewerten.
Für die Mutter spricht, dass sie fünf Jahre lang ihren Sohn allein erzogen hat und es dabei nie Reibereien mit dem Jugendamt gab. Auch wird sie von ihren Arbeitskollegen an der Universität hoch gelobt. Als sie aber mit ihrem Sohn zu einem längeren Aufenthalt nach Polen aufbrach, hat ihr Ex-Mann sie wegen "Kindesentzugs" angezeigt. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde ihr deshalb das Sorgerecht entzogen.
Zu ihren Beratern gehört der in Berlin lebende polnische Anwalt Stefan Hambura, er ist auf die Vertretung von Landsleuten spezialisiert, die sich durch den deutschen Staat geschädigt fühlen. Hambura, häufiger Gast im polnischen Fernsehen, hat auch die Reparationsforderungen der früheren Regierung unter Jaroslaw Kaczynski an die Adresse Berlins ausgearbeitet.
Europa-Abgeordnete der von Kaczynski geführten Partei "Recht und Gerechtigkeit" organisierten vor einem Jahr eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss in Brüssel gegen die "Institution Jugendamt", bei der auch Beata Pokrzeptowicz ihre Anklage vortrug.
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(SZ vom 22.11.2008/hai)
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Was im Artikel auch nicht stand, war das der Kindesvater sich von Frau Pokrzeptowicz getrennt hatte, weil er eine Neue kennen gelernt hat. Die Ehe ist also gescheitert, weil MANN Fremd gegangen ist, während FRAU sich um Heim, Herd und Kind kümmerte und nebenbei noch an der Uni Bielefeld arbeitete. Die Neue arbeitet (bezeichnenderweise) im Familienministerium in Düsseldorf. Der Kindesvater selbst ist im Wirtschaftministerium in Düsseldorf tätig. Jeder darf selbst spekulieren, ob es nicht geheime Telefonate zwischen Familienministerium NRW und Jugendamt gab...
Aber lassen sie ruhig Frau Pokrzeptowicz selbst zu Wort kommen: http://video.google.com/videoplay?docid=3916756757256340987&hl=en
Weitere Infos unter http://www.jugendamt-wesel.com/CEED_ge.htm
Ihr CEED
Dann wurde ihr KEIN umfangreiches Umgangsrecht gewährt, wie vollmundig den polnischen Behörden versprochen, sondern hatte nur noch BEGLEITETEN UMGANG. Natürlich durfte sie dann, wegen der Anweisungen der Leute von Jugendamt kein polnisch mehr mit ihrem Kind sprechen. Der Umgang wurde über 2 Jahre hinweg immer stetiger reduziert, so daß es nach 2 Jahren keinen Kontakt zwischen Mutter und Kind mehr gab, auch telefonisch nicht mehr. Die folgenden 3 Jahre hat sich Frau Pokrzeptowicz an alle Stellen erfolglos gewand, die ihr eingefallen waren. OLG, BVerfG, Petitionsausschuß, etc. einfach alles. Die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dauert noch an. Wer nachvollziehen kann, was es heißt eine Mutter zu sein, wird verstehen, daß ihr Handeln letztlich richtig war. Dieses Handeln welches oft auch als "deutsch-legaler Kinderklau" bezeichnet wird, angeblich zum Wohl des Kindes, ist ein Verstoß gegen Art. 1 Abs. 1 GG und nur noch menschenverachtend, aber seit Einführung des SGB VIII und des Wegfalls der Fachaufsicht über die Jugendämter in Deutschland (d.h. es gibt keine andere Behörde die das Jugendamt kontrolliert - Verwaltungsgerichte können bei Ermessensentscheidungen nur bedingt das Handeln der Jugendämter überprüfen) zunehmende Praxis. Kannte google 2001 keine 20 Seiten mit dem Wort "Kinderklau" sind es heute schon 11'000. Rechtlich Problematisch ist die Situation, weil sich Frau Pokrzeptowicz nicht auf Art. 20 Abs. 4 GG dem Widerstandrecht berufen kann, das nur Deutschen zusteht. Somit ist das rechtlich ein sehr heikler Fall.
Warum ist der Artikel so schlampig? Frau Pokrzeptowicz hatte eine Stelle an der Uni in Danzig angeboten bekommen und hat dem Familiengericht DREI MONATE VOR ABREISE mitgeteilt, daß sie nach Polen mit dem Kind ziehen möchte und einen umfangreichen Umgang des Kindes mit seinem Vater wünscht, denn das Kind ist Pole UND Deutscher und diese Binationalität des Kindes (was für Ausländer das Normalste auf der Welt ist) muß gepflegt werden. Nun gesagt getan, aber das Familiengericht rührte sich nicht. Erst als sie in Polen war und dort die Gericht um Klärung bat, wurde das deutsche Familiengericht tätig und forderte die Rückführung des Kindes nach dem Haagener Kindesentführungsabkommen. Man sagte dem polnischen Behörden zu, daß man den Fall schnell bearbeiten würde (und was hat man die vielen Monate davor gemacht??) und die Mutter unter allen Umständen mindestens ein großzügiges Umgangrecht hätte. Es wurden auch Gutachten in Polen erstellt - nun die Mutter hat die ersten 5 Jahre vorzügliche Arbeit geleistet, daß Kind hat Kontakt zu beiden Elternteilen und versteht auch beide als Mama und Papa, wenn auch getrennt lebend. In Deutschland wird ihr als erstes das KOMPLETTE Sorgerecht entzogen. Warum nur? Sie war legal mit dem Kind in Polen als Mutter und Inhaberin des Sorgerecht?