Ehemaliger französischer Präsident Korruptionsermittlungen gegen Sarkozy dürfen weitergehen

Nicolas Sarkozy droht neues Ungemach - die Korruptionsermittlungen dürfen weitergehen.

(Foto: dpa)
  • Rückschlag für Sarkozy: Bei Korruptionsermittlungen gegen den früheren französischen Staatschef dürfen Mitschnitte von abgehörten Telefonaten genutzt werden.
  • Sollte es zu einem Prozess kommen, drohen UMP-Chef Sarkozy bis zu zehn Jahre Haft.
  • Sarkozys Anwälte wollen allerdings vor Frankreichs Obersten Gerichtshof ziehen.

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat in einem Verfahren wegen Korruptionsverdachts einen Rückschlag einstecken müssen. Ein Berufungsgericht in Paris wies am Donnerstag Einwände gegen die Verwendung abgehörter Telefongespräche Sarkozys mit seinem Anwalt Thierry Herzog zum Großteil zurück. Das Gericht darf die Abschriften der Handygespräche nutzen.

Die Ermittlungen wegen Korruption, die seit Herbst auf Eis liegen, können nun wieder aufgenommen werden. Sollte es zu einem Prozess kommen, drohen dem UMP-Chef bis zu zehn Jahre Haft. Sarkozys Anwälte kündigten an, vor Frankreichs Obersten Gerichtshof ziehen zu wollen.

Sarkozy soll einen Staatsanwalt beeinflusst haben

Sarkozy soll im Sommer 2014 über seinen Anwalt versucht haben, einen Staatsanwalt an Frankreichs Oberstem Gerichtshof zu beeinflussen, um an Informationen über den Verlauf eines ihn betreffenden Verfahrens zu kommen. Im Gegenzug soll Sarkozy dem Staatsanwalt einen Posten in Monaco in Aussicht gestellt haben. Sarkozy bestreitet die Vorwürfe. Gegen den Anwalt Thierry Herzog und den Staatsanwalt wurden gesonderte Verfahren eingeleitet.

Die Ermittler waren auf die Vorgänge gestoßen, als sie wegen einer anderen Affäre Sarkozys Telefon abhörten. Dabei hatten sie Gespräche zwischen Herzog und dem Ex-Präsidenten mitgeschnitten, der sich am Telefon als "Paul Bismuth" ausgab. Die Ermittlungen gegen Sarkozy sind auch politisch brisant: Sarkozy möchte 2017 wieder bei den französischen Präsidentschaftswahlen antreten.