Edward Snowden im Gespräch "Ich bereue nichts"

Edward Snowden und John Goetz

Er hat die NSA-Affäre ausgelöst und sitzt in Moskau fest: Der Whistleblower Edward Snowden erklärt im Gespräch, wie die USA die außer Kontrolle geratenen Geheimdienste einfangen sollte - und was er in Moskau schmerzlich vermisst.

Von John Goetz, Moskau

Am Donnerstag hat der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Ströbele in Moskau Edward Snowden getroffen. Die Süddeutsche Zeitung, das ARD-Magazin Panorama und der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo waren dabei. SZ-Mitarbeiter John Goetz fasst die wichtigsten Zitate zusammen.

Bereuen Sie die Enthüllungen?

Als Konsequenz davon, das Richtige gemacht zu haben: Ich bereue nichts.

Welche Nachteile schmerzen Sie am meisten?

Der Preis meiner Handlung ist der Verlust von echten und regelmäßigen Kontakten zu meiner Familie und meinen Freunden.

Warum geben Sie keine Interviews zum Inhalt der NSA-Dokumente?

Unabhängige Journalisten und Experten sollen sich ihr eigenes Urteil darüber bilden, was die Dokumente beinhalten.

Wie sehen Sie Ihre Verdienste?

Ich habe das Ganze in Gang gebracht, aber Journalisten, Politiker, technische Experten und normale Bürger bestimmen am Ende, in welchem Ausmaß wir davon profitieren.

Was sagen Sie zum Vorwurf, der US-Regierung zu schaden?

Was der Öffentlichkeit in den USA und in anderen Ländern hilft, das hilft auch der Regierung der Vereinigten Staaten.

Warum werden Sie dann strafrechtlich verfolgt?

Die US-Regierung möchte ein Exempel statuieren: Wenn Du die Wahrheit sagst, zerstören wir Dich.

Warum haben Sie nicht auf interne Kontrollmechanismen in der NSA vertraut?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichte über die NSA-Spionage als Ergebnis der Präsidenten-Order 12333 (ohne besondere Mitteilung an alle Mitglieder der Geheimdienst-Ausschüsse) ist es klar, dass die NSA Kontrolle verhindert. Es ist umso wichtiger, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wie damals das "Church Committee" [1975 eingerichteter Sonderausschuss des US-Senats zum Treiben der US-Geheimdienste] herausfindet, was in unserem Namen gemacht wird.

Hier im englischen Original.