Nur knapp einen Tag nach der Veröffentlichung hat liveleak.com den heftig umstrittenen Film "Fitna" des niederländischen Rechtspopulisten Wilders von seinem Server genommen.
Knapp einen Tag nach der Veröffentlichung eines antiislamischen Films durch den rechtspopulistischen niederländischen Abgeordneten Geert Wilders im Internet hat die Web-Site LiveLeak.Com den Film von ihren Servern entfernt.
Ausschnitt aus Geert Wilders Anti-Islam-Film "Fitna". (© Foto: afp)
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Sie begründete diesen Schritt mit Drohungen gegen Mitarbeiter, die "sehr ernster Natur" seien. "Das ist ein trauriger Tag für die Meinungsfreiheit, aber die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht vor", erklärten die Betreiber des Internetportals in der Nacht zum Samstag.
Allerdings ist der gut 15 Minuten dauernde Film bereits auf anderen Seiten im weltweiten Netz zu sehen. Wilders hatte keinen Fernsehsender für die Ausstrahlung seines Films "Fitna" gefunden, und sein Web-Provider Network Solutions nahm vergangene Woche die Internetseite für den Film aus dem Netz.
Wilders sagte am Donnerstag, er habe den Film veröffentlicht, weil der Islam und der Koran auf lange Sicht die Freiheit in den Niederlanden gefährdeten. "Ich musste die Menschen davor warnen", erklärte er.
Gelassenheit gefragt
Wilders kombiniert in seinem Film Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist in dem Streifen zu sehen.
Die Europäische Union betonte in einer Erklärung das Grundrecht der Redefreiheit, fügte aber hinzu: "Wir glauben, das Akte wie dieser Film keinem anderen Zweck als dem dienen, zum Hass anzustacheln." Mehrere muslimische Länder reagierten mit Protesten auf den Film. Die Regierungen in Indonesien, Pakistan und Iran verurteilten die Produktion als Beleidigung der Muslime.
In Deutschland rief das Video unterschiedliche Reaktionen hervor. Der Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland, Ali Kizilkaya rief in der Frankfurter Rundschau zu einem gelassenen Umgang damit auf. Kizilkaya, der zugleich Vorsitzender des Islamrates ist, sagte, es sei "eindeutig, dass hier eine Religion provokativ beleidigt werden soll".
Er meinte: "Wir sollten aber deshalb den gesellschaftlichen Frieden nicht leichtfertig aufs Spiel setzen." Er mahnte die Muslime, mögliche Kritik an dem Film "im Rahmen der Gesetze und mit demokratischen Mitteln" zu äußern.
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, forderte in derselben Zeitung ein Verbot des Films, auch im Internet. Zudem verlangte Kolat von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), sich als Leiter der Islam-Konferenz "eindeutig" von dem Wilders-Film zu distanzieren. "Die Grenze der Meinungsfreiheit ist mit diesem Film überschritten. Er ist stigmatisierend und gefährdet den Frieden", meinte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde.
Dagegen erklärte die Islam-Beauftragte der SDP-Bundestagsfraktion, Lale Akgün, mit einem Verbot "werten wir ein billiges Propaganda-Filmchen nur auf". Kein vernünftiger Mensch könne die dort gezeigten terroristischen Auswüchse des Islam mit der gesamten Religion gleichsetzen. "Herr Wilders hat die Perversion pervertiert", sagte Akgün der Frankfurter Rundschau.
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(AP/AFP/dpa/gal/schä)
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