Alarmierende Entwicklung: Das Rauschtrinken bei Jugendlichen hat laut dem neuen Drogenbericht "besorgniserregend" zugenommen. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von jungen Leuten wegen Alkoholvergiftungen ist stark gestiegen.

Immer mehr Jugendliche in Deutschland trinken exzessiv Alkohol. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Zehn- bis 20-Jährigen wegen Alkoholmissbrauchs habe sich seit dem Jahr 2000 auf 19.500 Fälle verdoppelt, sagte die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing am Montag bei der Vorstellung des neuen Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung. Sie will nun unter anderem die Wirtschaft bewegen, Alkoholwerbung einer strengeren Selbstkontrolle zu unterwerfen.

Drogenbericht

Das so genannte "Binge Drinking" hat bei Jugendlichen stark zugenommen. (© Foto: dpa)

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Aktuelle Untersuchungen zeigten, dass Kinder und Jugendliche seit einigen Jahren mehr Alkohol trinken, sagte Bätzing. Waren es bei den 12- bis 17-Jährigen 2005 noch 34 Gramm reinen Alkohols pro Woche, so lag die Menge 2007 ihren Worten zufolge bei 50 Gramm.

2005 sagten noch 20 Prozent der Jugendlichen, sie hätten schon einmal fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander getrunken, 2007 waren es schon 26 Prozent, die sich zu diesem "Binge Drinking" bekannten.

Mehr Drogentote

Insgesamt zeigten die Zahlen des Drogenberichts, dass Sucht keineswegs ein Randproblem der Gesellschaft sei: Ein Drittel der Erwachsenen rauche, 9,5 Millionen konsumierten Alkohol in riskanter Weise, 1,3 Millionen seien alkoholabhängig, 1,4 Millionen medikamentenabhängig. Außerdem missbrauchten etwa 600.000 junge Leute Cannabis oder seien davon abhängig, 200.000 weitere nähmen Opiate, Kokain, Amphetamin oder Halluzinogene.

Bei der Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit illegalen Drogen gibt es Bätzing zufolge eine negative Wende: 2007 starben 1.394 Menschen an den Folgen ihrer Drogensucht, 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die genauen Ursachen seien noch nicht bekannt, so die SPD-Politikerin.

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(dpa/AP/plin/sonn)