Dresden "Abschieben! Abschieben!"

Der Terror in Paris interessiert die Pegida-Demonstranten kaum. Die islamfeindliche Bewegung hat bei ihrer Demonstration drei Tage nach den Anschlägen wenig weiteren Zulauf bekommen.

Von Jens Schneider, Dresden

Die islamfeindliche Bewegung Pegida hat bei ihrer Demonstration drei Tage nach den Anschlägen von Paris keinen weiteren Zulauf bekommen: 7000 bis 8000 Demonstranten versammelten sich nach Schätzungen der Initiative "Durchgezählt" am Montagabend auf dem Theaterplatz vor der Semperoper, so viele wie eine Woche zuvor. Dabei fiel auf, dass nur wenige Transparente oder Schilder an diesem Montag in Dresden überhaupt Bezug auf die Attentate von Paris nahmen. Wie bei vorangegangenen Pegida-Märschen auch bestimmten vielmehr deutsche, auch sächsische und russische Fahnen das Bild der Veranstaltung. Die Slogans auf Transparenten richteten sich vor allem gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Asylpolitik der Bundesregierung.

So unterschied sich die Demonstration wenig von anderen Pegida-Märschen. Es gab Sprechchöre gegen die Kanzlerin, wiederholt riefen Teilnehmer auch im Chor "Widerstand!". Vereinzelt war die französische Trikolore zu sehen; einige Teilnehmer trugen Plakate mit der Aufschrift "Je suis Paris". Auf mehreren Schildern stand: "Gestern in Paris - morgen in Deutschland". Eine anderen Schild tat die Vermutung kund, Europa sei auf von "eingeladenen Feinden angegriffen" worden. Der Angriff auf Paris sei ein Angriff auf die Freiheit, hieß es auf einem weiteren, verbunden mit der Forderung: "Grenzen zu!"

Die Veranstalter riefen zum Beginn zu einer Trauerminute auf und nannten die Terrorakte von Paris in einer Reihe mit vorangegangenen Anschlägen in anderen Ländern. Man gedenke aller Terroropfer, sagte der Pegida-Mitorganisator Siegfried Däbritz. Er bezeichnete in einer Rede die Anschläge von Paris als "das Ergebnis einer Einwanderungspolitik, die Menschen mit völlig unterschiedlicher Kultur" und Werten nach Europa "eingeladen" habe. Er sprach von Gefahren in Deutschland durch muslimische Extremisten, die als Flüchtlinge ins Land kämen, und forderte von der Politik, die deutschen Grenzen zu schließen. Man solle alle nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge erkennungsdienstlich erfassen und dafür die Unterkünfte "auf den Kopf" stellen. Pegida-Anhänger riefen mehrmals in Sprechchören "Abschieben! Abschieben!"

Ein Zeichen setzte die Semperoper. Hoch über dem Eingang war ein beleuchtetes Stoffbanner mit dem "Peace for Paris"-Zeichen zu sehen.