Vier Attentate überstand Wilhelm I., gründete das hoffnungslos verspätete Deutsche Reich und kommandierte im Deutsch-Französischen Krieg die Entscheidungsschlacht: So musste ein Preuße sein, nur Gott fürchten - und Otto von Bismarck.
Mit seinem getreuen Bismarck unterhielt er sich einmal über die Gegenwart, das ihm unbegreifliche Begehren des straff regierten Volkes nach mehr Freiheit oder wenigstens Mitsprache.
Anzeige
Bei Gelegenheit einer Bahnfahrt - Ihre königliche Majestät wusste dies neumodische Transportmittel selbstverständlich zu nutzen - melancholisierte der preußische Kronprinz vor sich hin: "Ich sehe ganz genau voraus, wie alles enden wird. Da vor dem Opernplatz, unter meinen Fenstern, wird man Ihnen den Kopf abschlagen und etwas später mir."
Bismarck fragte nach, fragte auf Hoffranzösisch: "Et après, Sire?", worauf der Angesprochene kühl versetzte: "Ja, après, dann sind wir tot."
Wilhelm wurde dennoch König von Preußen; die Meute draußen am Opernplatz sollte nicht über die Monarchie triumphieren. Schließlich hatte er als "Kartätschenprinz" begonnen und war bei der bescheidenen Barrikadenrevolution von 1848 selbst seiner Familie so peinlich gewesen, dass sie ihn auf Dienstreise nach England schickte.
Vier Attentate überstand der alte Haudegen in seinem langen Leben, und noch im Deutsch-Französischen Krieg befehligte er die Garnison von Sedan. So musste ein Preuße sein, nur Gott fürchten und Otto von Bismarck.
Zögernder Griff nach der Krone
Zögernd nur hatte sich Wilhelm nach dem Sieg über Frankreich zur Übernahme ganz Deutschlands überreden lassen. Diesmal hing an der Krone kein Ludergeruch einer Revolution; eher roch sie nach dem Blut, das auf den Schlachtfeldern für die deutsche Einheit vergossen wurde.
Der bayrische Ludwig musste ihm die Kaiserwürde in einem Brief antragen, den er sich königlich bezahlen ließ. (Eine ewige Schande für Bayern, aber auch wieder, wenn man die Besucher der Schlösser zusammenrechnet, eine zukunftsträchtige Investition.)
Die Franzosen mussten es dulden, dass sich ein Deutscher ausgerechnet im Spiegelsaal von Versailles zum neuen Kaiser ausrufen ließ, der dann als Kriegsbeute auch noch fünf Milliarden Francs und ganz Elsass-Lothringen kassierte.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Kaiser Wilhelm I. RSS
Youtube-Hit aus USA
Dieser Artikel wird nicht kommentiert. Es handelt sich dabei um eine Reaktion der Teilnehmer des suedcafés auf die Beschränkungen der Kommentierungen auf die Zeiten zwischen 8 und 19 Uhr an Werktagen. Das macht ein Kommentieren für viele Teilnehmer gänzlich, für die meisten Teilnehmer weitgehend unmöglich..............mach auch mit ! ! ! !
nicht "kassiert", sonder wieder zurück ins Reich geholt. Kassiert haben die Franzosen diese deutschen Lande. Selbst in franz. Geschichtsbüchern wird davon gesprochen, daß diese Landesteile in einer "Oc*cup*ation" zu Frankreich kamen.
Das Deutsche Reich kassierte nicht "ganz Elsaß-Lothringen", sondern nur den überwiegenden Teil des Elsaß, der damals deutschsprachig war (also ohne die Gegend von Belfort, die auch heute nicht mehr zum Elsaß gehört), und einen kleinen Teil Lothringens (etwa 25 %), der ungefähr dem heutigen Departement Moselle entspricht. So viel Präzision sollte doch möglich sein.
was willi winkler da zusammenschustert ueber kaiser wilhelm I. ist eine schande. das ist pennaelerwissen, leichter sarkasmus, und vielleicht etwas blasse'.
der kaiser und bismarck waren in europa dominante historische groessen die man wuerdigen sollte.
der beitrag scheint aus google oder wikipedia zu sein, mit historischer akuratesse a la bildzeitung.
Das Jugendbildnis zeigt den künftigen Kaiser im Jahr 1802, der aber erst 1897 zur Welt kommt?