Am Rande des WM-Spiels Deutschland gegen Polen ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei nahm über 400 Randalierer fest.
Am Rande des WM-Spiels Deutschland gegen Polen ist es in Dortmund zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei hat 429 Hooligans und Randalierer in Gewahrsam genommen. Mehrere Randalierer seien verletzt worden.
Gewaltbereit: Bei einigen Fans fand die Polizei gefährliche Gegenstände. (© Foto: ddp)
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Bereits vor dem Anpfiff hatte die Polizei am Mittwochabend etwa 100 als gewalttätig bekannte deutsche Hooligans eingekesselt. Als sie abtransportiert werden sollten, warfen sie mit Flaschen, Feuerwerkskörpern und Stühlen auf die Beamten und sprengten den Kessel.
Auch umstehende alkoholisierte deutsche Fans, die offensichtlich nicht mit den polizeilichen Maßnahmen einverstanden waren, griffen die Polizei mit Steinen, Tischen und Stühlen an.
Mehrere Dutzende der Hooligans entkamen und wurden von Spezialeinsatzkräften verfolgt. Mehrere Menschen erlitten offenbar leichte Verletzungen. Die Polizei sprach von Platzwunden.
In den Nebenstraßen um den Alten Markt in Dortmund lieferten sich zeitgleich deutsche und polnische Fans Auseinandersetzungen. Diese konnten nur durch einen sofortigen Einsatz starker Polizeikräfte beendet werden, erklärte die Polizei.
Auch nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen in Dortmund. Zahlreiche Fans mussten vor Randalierern flüchten.
"Absolut gewaltbereit"
Vor dem Spiel waren etwa 60 polnische Fans festgesetzt worden. Die Fußball-Anhänger führten zum Teil gefährliche Gegenstände mit sich oder wurden von szenekundigen Beamten aus Polen als Hooligans der Kategorie B (grundsätzlich gewaltbereit) oder C (absolut gewaltbereit) identifiziert.
30 polnische Fans wurden am Alten Markt mitten in der Innenstadt gestellt, vier auf dem Parkplatz vor den Westfalenhallen in unmittelbarer Nähe zum WM-Stadion.
Kurz zuvor hatte die Polizei noch einen "ereignisarmen Vormittag" vermeldet. Die in Sicherheitsfragen federführende Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) in Neuss hatte die Einschätzung der Dortmunder Behörden bestätigt, dass keine Hinweise auf Störenfriede aus Polen vorlägen.
Tschechische Fans zurückgewiesen
Unterdessen hat Tschechien am Mittwoch bei der Bundesregierung offiziell mit einer diplomatischen Note gegen das Abweisen zahlreicher Fußballfans durch deutsche Grenzbehörden protestiert. Das Bundesinnenministerium wies die tschechischen Vorhaltungen zurück.
Es habe keine Abweisung wegen fehlender Geldmittel gegeben. Vier Fußballanhänger sei am sächsischen Übergang Reitzenhain wegen individueller Gefahrenprognose die Einreise verweigert worden. Die Betroffenen seien als gewaltbereit eingeschätzt worden.
Nach tschechischer Darstellung ist den Fans die Einreise verweigert worden, weil sie nicht genügend Geld vorweisen konnten. Ein solches Verhalten verstoße gegen das Prinzip des freien Personenverkehrs in der Europäischen Union, kritisierte das tschechische Außenministerium.
Nach Berichten Prager Medien sollen am Montag am Übergang Reitzenhain 19 Tschechen abgewiesen worden sein, die zum Spiel ihrer Mannschaft gegen die USA in Gelsenkirchen fahren wollten. Die Fans hätten auf Aufforderung nicht je 30 Euro pro geplanten Tag in Deutschland vorweisen können, hieß es.
"Wir wünschen Aufklärung"
Die deutschen Grenzer ließen sich auch dadurch nicht erweichen, dass die Tschechen Proviant dabei hatten und angaben, im Auto schlafen zu wollen.
Ein Mitarbeiter des Außenministeriums in Prag sagte, das Verhalten der deutschen Seite habe nichts mit dem Aussetzen des Schengen-Abkommens während der WM zu tun: "Tschechien ist ja noch gar nicht Mitglied des Schengen-Raumes. Wir wünschen Aufklärung."
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(sueddeutsche.de/AFP/sid/dpa/AP)
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