Donald Trump Gruß aus der Unterwelt

Donald Trump in der Sauna mit Wladimir Putin? Mit der Hand am Knopf für die US-Atomwaffen? Ab jetzt ist alles vorstellbar.

Kommentar von Sebastian Gierke

Die Welt ist dunkel. Es herrscht dämonische Verwirrung, keine Wahrheit, nirgends. Aus Mexiko strömen Menschen und Drogen in die USA. Muslime strömen auch, viel zu viele. Außerdem geschäftstüchtige Chinesen, die die Wirtschaft im eigenen Land zerstören. Und die Politiker in Washington? Tun nichts gegen all das. Sind alle mindestens unfähig, wenn nicht gar korrupt.

Das ist, wie sich bei den Vorwahlen der US-Republikaner immer deutlicher zeigt, das Weltbild vieler konservativer Amerikaner. Eigentlich ist es ein Unterweltbild.

In dieser Unterwelt sehnen sie sich nach einem weißen Ritter. Donald Trump, der Mann mit dem roten Gesicht und dem fluffig-blonden Haarhelm, passt perfekt in diese Rolle. Der Mann, dem nichts heilig ist, wird zum Heiligen für diejenigen, die raus aus der Unterwelt wollen.

Die Phantasie vom starken Mann, von einer messianischen Lichtgestalt, hat Donald Trump jetzt auch zum Triumph beim Super Tuesday getragen. Eine Ordnungsfantasie, die rassistisch ist, weil sie auf dem Glauben an die Überlegenheit der Weißen aufbaut. Ein Erlösungsversprechen: Die Welt könnte rein und unverdorben sein, wenn ihr sie euch von mir, dem Donald, erklären lasst.

Großmäulig, unfehlbar. Siegreich?

Ein Hirngespinst. Und es trägt nicht nur demagogische Züge, sondern autoritäre, despotische.

Wenn Trump sich selbst großmäulig zum unfehlbaren und immer siegreichen Grundprinzip erklärt, müssen seine Jünger keine Verantwortung für die Gemeinschaft, das Sozialwesen, für das Land übernehmen. Das passt vielen von ihnen in den Kram. Und es passt zu den enormen Unsicherheiten und der fast pathologischen Angst vor Verantwortung heutzutage.