Doktortitel in der Politik Dieter Jasper, CDU, Bundestagsabgeordneter

Dieter Jasper, nicht mehr Doktor.

Der wenig bekannte Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper ist wohl der dreistete unter den Titelträgern gewesen, die im Bundestag einen Platz haben. Gewesen, weil Jasper seinen Doktortitel inzwischen abgelegt hat. Genauer genommen hätte er ihn nie führen dürfen. Jasper, Direktmandatsträger im Wahlkreis Steinfurt III in Westfalen, hat sich seinen Titel einfach gekauft.

Es sei ihm nicht aufgefallen, naiv sei er gewesen, habe sich nichts dabei gedacht, als er 2004 an die berüchtigte Schweizer Titelmühle "Freie Universität Teufen" geriet. Fröhlich verwendete er den Titel im Bundestagswahlkampf 2009. Sogar eine Webseite gab es: "www.dr-dieter-jasper.de"

Sein Direktmandat gewann der falsche Doktor mit 2000 Stimmen Vorsprung vor seinem SPD-Kontrahenten. Abgelegt hat er den Titel erst, als er im Bundestag saß. Erst Pressenachfragen, wo denn sein Titel plötzlich hin sei, deckten die Sache auf. 5000 Euro Strafe musste er zahlen, wenig im Vergleich zu dem, was der Titel wohl gekostet hat. Experten schätzen, dass wenigstens 20.000 Euro für einen falschen Doktortitel hingelegt werden müssen. Rausgeschmissenes Geld. Der Wisch, den etwa die "Uni Teufen" als Doktor-Urkunde ausgibt, hat kaum den Gegenwert eines Schmierzettels. Im Bundestag sitzt Jasper immer noch. Er konnte sogar seinen Platz im Wirtschaftsauschuss behalten.