Diyarbakir:"Islamischer Staat" bekennt sich zu Anschlag in der Türkei

Menschen blicken auf den Schaden, den ein Bombenattentäter in der türkischen Stadt Diyarbakir angerichtet hat. Bei der Tat kamen neun Menschen ums Leben, darunter der Attentäter selbst. (Foto: AP)
  • Der IS hat im Internet den tödlichen Anschlag vom Freitag im Südosten der Türkei für sich reklamiert.
  • Die türkische Regierung hatte zunächst die PKK für das Bombenattentat im kurdisch geprägten Diyarbakir verantwortlich gemacht.
  • Wenige Stunden vor der Bluttat, bei der neun Menschen ums Leben kamen, waren Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP wegen Terrorvorwürfen festgenommen worden.

Zu dem Anschlag in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir vom Freitag hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Dies teilte das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen Site mit.

Diyarbakir ist die größte kurdisch geprägte Stadt in der Türkei. Bei einem Anschlag auf das dortige Polizeihauptquartier waren neun Menschen ums Leben gekommen und mehr als hundert Menschen verletzt worden.

Die Regierung in Ankara hatte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Tat verantwortlich gemacht. Das örtliche Gouverneursbüro hatte sogar erklärt, ihr liege ein PKK-Bekenntnis vor.

Wenige Stunden vor der Bluttat waren elf Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP wegen Terrorvorwürfen festgenommen worden, darunter die Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ. Die Festnahmen wurden am Freitag international scharf kritisiert.

© SZ.de/AFP/AP - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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