Von Martin Kotynek und Matthias Kolb

Es ist ein Bericht des Schreckens: Amnesty International nennt die Lage der Menschenrechte in China "beschämend". sueddeutsche.de dokumentiert einige Fälle aus dem Reich der Mitte.

Vier Monate vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking hat sich die Situation der Menschenrechte in China verschlechtert. "Die Olympischen Spiele haben als Motor für die Reformen versagt", kritisiert die Organisation Amnesty International (AI) in einem neuen Bericht.

Der Journalist Hu Jia wurde Ende Dezember verhaftet. (© Foto: Amnesty International)

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Barbara Lochbihler, die Generalsekretärin der deutschen Sektion von AI, nannte die Menschenrechtsbilanz Chinas "beschämend". Die Lage habe sich sogar eher verschlechtert als verbessert, sagt Lochbihler.

Die Organisation fordert Politiker und das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, ihre Beunruhigung auszudrücken. Es sei "höchste Zeit, dass das IOC und die Regierungen dieser Welt, aber auch Sponsoren wie Adidas und Volkswagen, ihren Einfluss geltend machen und öffentlich einen Wandel fordern", sagte Lochbihler bei der Veröffentlichung des Berichts in Berlin.

sueddeutsche.de dokumentiert auf den nächsten Seiten die Fälle einiger chinesischer Dissidenten und Regimekritiker.

Nachdem er bereits mehrere Monate lang unter Hausarrest gestanden hatte, verhaftete die Polizei Hu Jia am 27. Dezember vergangenen Jahres. Zuvor war er mehrmals von Polizeikräften geschlagen worden, als er trotz des Verbotes sein Haus verlassen wollte, berichtet Amnesty International.

Hu Jia hatte kritisiert, dass die Regierung wegen der Olympischen Spiele Aktivisten einsperren würde. Zudem hatte Hu Jia mittels Webcam an einer Anhörung des Europäischen Parlaments teilgenommen. Dabei kritisierte er, dass China seine Versprechen, die Situation der Menschenrechte vor den Olympischen Spielen zu verbessern, nicht eingehalten habe.

Erst nach seiner Verhaftung wurde der Menschenrechtsaktivist der "Anstiftung zum Aufruhr" angeklagt. Ausländische Beobachter wurden zu der Gerichtsverhandlung am 14. März dieses Jahres nicht zugelassen. In den Wochen davor war Hu Jia eigenen Angaben zufolge im Gefängnis 47 Mal jeweils sechs bis 14 Stunden lang - meist in der Nacht - verhört worden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite den Fall des kritischen Anwalts Teng Biao.

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