Ärger in der Union: Landesguppenchef Ramsauer und Minister Glos von der CSU fühlen sich bei Gesprächen zu Mindestlohn-Gesetz übergangen.
In der CSU gibt es erheblichen Unmut über das Verhalten des Kanzleramts in der Auseinandersetzung über Mindestlöhne. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer übte massive Kritik an der Tatsache, dass das Kanzleramt die Gesetzentwürfe an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vorbei lediglich mit dem Arbeitsminister abgestimmt habe.
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Keine direkte Kritik an Kanzleramtschef Thomas de Maizière, wohl aber an dessen bisherigen Vereinbarungen mit Sozialminister Olaf Scholz (SPD) kam auch von der CDU. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte am Dienstag in der Fraktionssitzung, bis jetzt handele es sich um einen Referentenentwurf, in dem es "wichtige Punkte" gebe, die nicht den CDU-Vorstellungen entsprechen.
Ungewöhnlich deutliche Worte Richtung Kanzleramt
Kauder betonte, es gebe nach wie vor inhaltliche Bedenken. Solange es keinen vom Kabinett abgestimmten Gesetzentwurf gebe, werde auch die Fraktion keine Entscheidung treffen. Auch die von Scholz geforderte Arbeitsgruppe zur Festlegung der Branchen werde es erst danach geben können.
Ramsauer betonte in Berlin, Glos sei mit seinen Einwänden "beinhart" geblieben und dann vom Kanzleramt nicht mehr hinzugezogen worden. De Maizière habe sich angesichts des Widerstandes aus dem Wirtschaftsministerium offensichtlich entschieden, alleine mit Scholz weiterzuverhandeln. "Wenn man Michael Glos links liegenlässt, macht man die Dinge nicht unbedingt besser. Wir werden jedenfalls den Teufel tun und das so beschließen", sagte Ramsauer.
Im Haus von Glos hieß es, man werde an der bislang vertretenen Position festhalten. Mit ihren Äußerungen richtete vor allem die CSU ungewöhnlich deutliche Worte in Richtung Kanzleramt. De Maizière hatte in den vergangenen Monaten mit Scholz über die Eckpunkte des Kompromisses zum Mindestlohn verhandelt.
Scholz hatte daraufhin am Montag zwei Gesetzentwürfe an seine Kabinettskollegen geschickt, die weiteren Branchen die Einführung von Mindestlöhnen ermöglichen würden. Obwohl es Kritik aus dem Haus von Glos gab, hatte das Kanzleramt dem Verfahren zugestimmt.
Vor allem in zwei Punkten nachbessern
Laut den Aussagen führender Koalitionspolitiker soll das Kabinett die Mindestlohn-Gesetze im Juli beschließen. Unionsfraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) sagte aber: "Gesetze werden im Parlament beschlossen und nicht in der Regierung." Der Bundestag werde sich mit den Plänen voraussichtlich erst im Oktober befassen.
Aus Sicht der Wirtschaftsexperten von CDU und CSU müssen die Mindestlohn-Gesetze vor allem in zwei Punkten nachgebessert werden. Zum einen geht es um die Frage, welcher Mindestlohn in Branchen für gültig erklärt werden soll, in denen es mehrere Tarifverträge gibt. Scholz' Gesetze sehen vor, dass dann der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Gewerkschaft gilt. Das dürften in der Regel die Tarifvereinbarungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes sein.
Der Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs (CDU) betonte, die Union werde es nicht zulassen, dass mit den Gesetzen etwa Vertretungen des Christlichen Gewerkschaftsbundes "plattgemacht" werden könnten. Kritik gibt es zweitens auch an einer Regelung im Mindestarbeitsbedingungen-Gesetz, die nach Auffassung der Union staatliche Eingriffe in Branchen mit niedriger Tarifbindung befördert.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 18.6.2008/ihe)
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Spriechmacher: "Das heißt keiner in Deutschland, der weniger wie diese bezüge in der Arbeit bekommen würde, würde arbeiten gehen."
Wie erklären Sie sich dann die horrende Zahl von sog. Aufstockern?
Ein Mindestlohn gibt es bereits in Form der Sozialhilfe bzw. ALG2.
Das heißt keiner in Deutschland, der weniger wie diese bezüge in der Arbeit bekommen würde, würde arbeiten gehen.
Nun einen zweiten "Mindestlohn" einzuführen führt dazu, dass gerade kleinere Betriebe, die sich gegen ihre größeren Konkurrenten behaupten wollen, nicht mehr auf dem Markt behaupten können und langfristig wegfallen, dh.ein mindestlohn führt zu größerer Arbeitslosigkeit und zu stärkerer Monopolisierung.
Im Endeffeckt würde ein Mindestlohn dazu führen, dass die Schere zwischen arm und reich noch breiter wird als sie jetzt schon ist, genau das Gegenteil von dem was bezweckt werden soll.
... hilft als Letztes immer noch , sich gegen Die Da In Berlin zu "profilieren" !
Das Dauer-Elend in der föderalen Republik ...
... ich habe in meiner Aufzählung noch vergessen den Sparkurs bei der Jugendhilfe, die Steigerung der Rüstungsausgaben und die Erhöhung der Anzahl der Millionäre zu erwähnen ... bin halt auch nicht perfekt und die Liste der Untaten dieser Regierung ist allzulang ;o)
.... heisst ALG2 und damit wurde innerhalb von 3 Jahren die Kinderarmut verdoppelt, grundgesetzwidrige Zwangsarbeit eingeführt, 8% mehr arbeitende Menschen zur Sozialhilfe gebracht, 2 Millionen Menschen dürfen jetzt 2 Jobs machen weil einer nicht ausreicht ...
also äußerst effektiv. Aber um was wird da eigentlich gestritten?