Zwei Drittel der Wähler halten aber ein Engagement in Afghanistan für richtig. In der Gunst der Bundesbürger fallen die Sozialdemokraten weiter zurück: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen stattfinden würden, kämen sie auf 31 Prozent (-1). Die CDU/CSU würde 45 Prozent (-1) erreichen. Einzig die Grünen legen zu: nach langer Zeit liegen sie mit zehn Prozent wieder im zweistelligen Bereich.
Die Sozialdemokraten fallen in der Gunst der Bundesbürger wieder deutlich zurück. Nach einem Zwischenhoch im Juli verliert die SPD drei Prozent und kommt im August nur noch auf 28 Prozent. Die Union kann daraus allerdings kein Kapital schlagen: Sie verliert ebenfalls leicht und erreicht jetzt 48 Prozent (-1). Die Grünen können dagegen klar zulegen und kommen auf 12 Prozent (+3). Die FDP verbessert sich geringfügig auf 6 Prozent (+1), unverändert bei 3 Prozent bleibt die PDS, die sonstigen Parteien steigern sich auf 4 Prozent (+1).
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Die Veränderungen in der politischen Stimmung verlaufen aus Ost-West-Perspektive allerdings höchst unterschiedlich: Während die SPD im Westen der Republik nur zwei Prozentpunkte verliert, sind es im Osten bereits sieben Punkte. Die CDU/CSU gewinnt dagegen im Osten gleich neun Prozentpunkte dazu, muss aber im Westen Einbußen in Höhe von drei Prozentpunkten hinnehmen.
Wenn freilich am nächsten Sonntag Bundestagswahlen stattfinden würden, sähe das Ergebnis anders aus, da bei Wahlentscheidungen nicht nur momentane Stimmungen zählen, sondern auch längerfristige Überlegungen des Stimmberechtigten. Demnach käme die CDU/CSU auf 45 Prozent (-1), die SPD würde momentan 31 Prozent (-1) erreichen. Die Grünen steigern sich um zwei Prozentpunkte und erreichen jetzt 10 Prozent (+2), alle anderen Parteien präsentieren sich unverändert: Die FDP könnte nach wie vor mit 6 Prozent rechnen, die PDS käme auf erneut 4 Prozent, die sonstigen Parteien erzielen gemeinsam 4 Prozent. Union und FDP besäßen im Parlament damit weiterhin eine klare Mehrheit.
Im August beurteilen die Deutschen die Arbeit sämtlicher parlamentarischer Kräfte negativ, dabei ist insbesondere die ohnehin schon scharfe Kritik am Regierungskurs gewachsen: Auf der +5/-5-Skala (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) erhält das Kabinett nur die Note -1,2 (Juli: -0,9), wobei sowohl die SPD mit jetzt -0,9 (-0,5) als auch der grüne Partner mit aktuell -1,1 (-0,8 ) deutliche Verluste einstecken müssen. Leicht gestiegen ist allerdings auch die Kritik an der Arbeit der CDU/CSU in der Opposition, die mit -0,1 (0,0) jetzt etwas schlechter bewertet wird als in den vergangenen beiden Monaten, während sich die FDP mit -0,5 (-0,6) geringfügig verbessert.
Die Deutschen sind auch ganz allgemein mit der Bundesregierung unzufrieden: Alles in allem, so 60 Prozent der Befragten, mache das Kabinett seine Sache eher schlecht. Auf der anderen Seite attestieren nur 36 Prozent der amtierenden Regierung einen überwiegend guten Job. Die möglichen Alternativen können allerdings ebenso wenig überzeugen, da mit 62 Prozent die klare Mehrheit auch einer unionsgeführten Regierung keine anderen Bilanzen zutraut. 26 Prozent glauben jedoch, dass ein Kabinett unter Leitung der Union im Vergleich zu Rot-Grün bessere Ergebnisse liefern würde, während gerade 8 Prozent dann mit einer Verschlechterung rechnen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...