Zum Abschluss des Deutschlandbesuchs des Dalai Lama ist heute eine Kundgebung in Berlin geplant - und ein Gespräch mit SPD-Ministerin Wieczorek-Zeul. Das Treffen hatte eine heftige Debatte entfacht, die nicht nur für die SPD eine Blamage ist.
Wenn am Montag Tausende am Brandenburger Tor zusammenkommen, um dem Dalai Lama zuzuhören, müssten sich in der SPD viele beklommen fühlen. Denn während sich Unionspolitiker ungeniert mit dem Gast aus Tibet zeigten, ist in der SPD ein peinlicher Streit darüber ausgebrochen, ob der Mann wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking offiziell empfangen werden soll.
Mit politischen Gesprächen und eier Kundgebung schließt der Dalai Lama seinen Deutschlandbesuch ab. (© Foto: ddp)
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Der SPD-Vorsitzende Beck hat intern gar mit kräftig-deftigen Worten bedauert, dass er die Begegnung der SPD-Ministerin Wieczorek-Zeul mit dem Dalai Lama nicht mehr verhindern konnte.
Das alles ist eine Blamage für eine Partei, die sich bei jeder Gelegenheit rühmt, in ihrer Geschichte stets auf der Seite von Frieden, Freiheit und Demokratie gestanden zu haben. Es ist aber auch eine Blamage für Deutschland insgesamt.
Denn das Hickhack um den Dalai Lama wird von vielen Bürgern als Kotau vor den Chinesen empfunden - zu Recht. Für diese Art der Katzbuckelei gibt es einen englischen Namen: Appeasement. Für das Appeasement der SPD ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier treibende Kraft.
Ein Händedruck mit dem Dalai Lama gilt Vertretern dieser Linie als Symbolpolitik, mit der die Bemühungen in der Tibetfrage erschwert würden. Das wird gerne Realpolitik genannt; wer das nicht versteht, bekommt den Stempel der Naivität aufgedrückt.
Auch Realpolitik darf sich nicht von den eigenen Grundsätzen entfernen, sonst reduziert sie sich auf einen zynischen Kern. Wer mit friedlichen Mitteln Menschenrechte erkämpfen will, sollte auf die Unterstützung Deutschlands rechnen können. Für einen Dalai Lama müssten deshalb in Berlin die Türen immer offenstehen.
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(SZ vom 19.5.2008/gal)
Protest gegen dritte Startbahn
ehrlich gesagt, wenn DL sein Beileid für die Erdbebenopfer geäußert hätte, wäre er mir gleich viel sympathischer. Schließlich ist er hier hauptsächlich als religiöser Führer bekannt und gefeiert, außerdem betrifft das Erdbeben auch die von Tibetern bewohnte Landstriche.
Zitat: "Auch wenn bei Ihnen die Kraft des Faktischen in den Vordergrund tritt, es kommt an, daß Sie andere Themen für wichtiger halten."
Ich verstehe nicht, worauf Sie hinauswollen. Was soll ich für wichtiger halten als was?
Für mich sind etwa die Menschenrechtsverletzungen durch die regime- ähnliche Regierung Chinas "faktisch", im Sinne von objektiv vorhanden.
Genauso wie der Verstoß gegen das Völkerrecht im USA Irak- Angriffskrieg objektiv vorhanden war, und auch das Überbordwerfen rechtsstaatlicher Prinzipien im Falle des Lagers Guantanamo real existent ist.
Alle diese (und weitere, nicht genannte) Verstöße und Vergehen sind für mich ABSOLUT GLEICH beklagenswert, da gibt es, da KANN es keine wie-auch-immer-geartete Relativierung, oder Höher- und Niedrigerwertung geben!
Das ist deshalb so, weil es in allen Fällen um MENSCHEN geht, und ich von der Gleich- Wertigkeit menschlichen Lebens überall auf der Welt ausgehe.
Wo sehen Sie jetzt ein Problem darin? Und: Soll ich Ihrer Meinung nach bei der Verteidigung von Grundrechten beachten Rücksicht nehmen, ob das "den USA" nützt?
Ich gehe davon aus, daß die Verteidigung von Menschenrechten den Menschen in den USA, die rechtschaffen handeln, unmittelbar "nützen" würde, aber Menschen, die vom Rechtsbruch profitieren, eine Bremse in ihrem Tun bedeutete (nicht aber zwangsläufig "Schaden").
Insofern stellt sich für mich diese Frage so nicht.
.ThinkSeifenkisterl:
Auch wenn bei Ihnen die Kraft des Faktischen in den Vordergrund tritt, es kommt an, daß Sie andere Themen für wichtiger halten. Das ist aber eine subjektive Einschätzung, die alles und jedes runterrealtviert. Was dem einen seine Palästina Empörung ist dem anderen seine Darfur Betroffenheit. Mir ist da die Werteorientierung schlüssiger, die nicht davon ausgeht, daß alles was den USA nützt doch irgendwie schlecht sein muß. Das gilt auch umgekehrt. Denn genau dort beginnt die Bigotterie und Scheinmoral.
Außerdem geht die Logik vom Wesen der Dinge aus. Insofern wäre es eher interessant, was das Wesen von Lego mit dem Wesen von Playmobil verbindet. Der so 'gesunde Menschenverstand' des Zeitgeistes ist eine Schwabbelkiste, er bleibt vor allen Dingen da, wo's glatt und unmittelbar ist: an der Oberfläche...
...Und wenn etwa ein Diskussionsteilnehmer hier Anderen ihre Legitimation, Mißstände in China zu beklagen mit dem Verweis auf Doppelmoral: -"Es gebe ja auch andere Probleme in der Welt", -abspricht, ist das UNLOGISCH, da er nicht den Beweis erbracht hat (und auch aus dem Interesse für chinesische Themengebiete ALLEIN in keinster Weise schlußfolgern kann), daß demjenigen jene ANDERSWO angesiedelten Mißstände gleichgültig seien!
Angekommen?
Zitat:
"Welchen Begriff der Logik verwenden Sie denn gängigerweise, wenn Sie kontextorientiert debattieren wollen? Den aus Hegels 'Wissenschaft der Logik' oder gehören Sie mehr der Richtung von Feuerbach und Herder an..??"
Im Grunde genommen reichte mir, um meinen Punkt zu machen, die sogenannte umgangssprachliche Logik, auch als "gesunder Menschenverstand" bekannt, die sich beispielsweise schon einem aufgeschlossenen Kindergartenkind erschließt, während es feststellt, daß und -warum "Fischertechnik" und "Lego" nicht miteinander kompatbel sind.
Wenn das nicht reicht, etwa weil Kindergartenerfahrungen mit Spielzeug nicht als legitime Quelle der Erkenntnis anerkannt werden, würde ich mich hier auf Aristoteles beziehen:
Sein Zitat: Ist A jedem B eigen und B jedem C eigen, so ist A jedem C eigen.
Das ist Logik.
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