Von wegen "Meilenstein": An ihrem Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm kann sich die Linke zwar wärmen, doch auf eine gemeinsame Politik hat sie sich damit noch lange nicht geeinigt. Sie bleibt eine gespaltene Partei - mit einem begnadeten Spalter an der Spitze.
Klaus Ernst, einer der beiden Vorsitzenden der Linken, sagt, der Entwurf für ein Grundsatzprogramm sei ein "Meilenstein" in der Geschichte seiner Partei. Mal abgesehen davon, dass abgedroschene Metaphern immer Langeweile auslösen und daher von jedem Redner tunlichst vermieden werden sollten - diese Metapher ist vermutlich die falsche. Der Entwurf ist nicht so sehr ein Meilenstein, er soll wohl eher die Funktion eines Lagerfeuers für die Partei erfüllen.
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Wie lange hält die Linke noch zusammen? Fraktionschef Gregor Gysi (r) und Parteichef Klaus Ernst beim politischen Aschermittwoch im März. (© picture alliance / dpa)
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Kaum jemand in der Linken versucht noch, so etwas wie Eintracht vorzuspielen. Derart tief sind die Zerwürfnisse, dass die Bundestagsfraktion am Montag ein hausinternes Interview mit ihrem Vorsitzenden Gysi veröffentlichte, in dem die erste Frage interessanter war als alle Antworten. Sie lautete: Gehen Sie als eine Fraktion in die Sommerpause?
In dieser Lage kommt so ein Papier, so ein Grundsatzprogrammentwurf, vielleicht gerade recht. Banken und Stromkonzerne verstaatlichen und überhaupt den Kapitalismus überwinden, keine Auslandseinsätze der Bundeswehr, höhere Steuern für Vermögende - darauf können die allermeisten Linken sich immer einigen, das sind quasi die Anzünder, die ein behagliches Lagerfeuer ergeben.
Das Problem bleiben die, die um dieses Feuer versammelt sind. In dieser Partei ist etwas zusammen, das nicht zusammengehört, hat der Präsident des Zentralrats der Juden gesagt - und hat vermutlich recht: Sozialdemokraten und Kommunisten, Parlamentarier und Parlamentsverächter, Juden und verkappte Antisemiten, et cetera. Und mittendrin der Vorsitzende Ernst, welcher ein begnadeter Spalter ist. Solche Leute mögen sich auf ein Papier einigen. Aber auf eine gemeinsame Politik?
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(SZ vom 12.07.2011/jab)
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Ich finde er ist weder neu,noch in irgent einer Weise hervorragent. Eher wuerde ich sagen alter Wein,im alten Schlaeuchen. Man lebt noch im Jahre 1917,nur das ist schon fast 100 Jahre her,die Welt und die Gesellschaften haben sich gewandelt,nur die linke nicht und das ist gut so. Sie verschlafen die Wirklichkeit,von den Beduerfnissen der Menschen ganz zu schweigen,aber das wundert nicht wirklich. Ein Beispiel,die Genossen Ost sind seit 20 Jahren in den Parlamenten vertreten,ob Stadt,Gemeinde oder Landtag. Was unterscheidte diese Leute von den Genossen West,oder dem Maximus Altkader ? Sie stehen in der Wirklichkeit,was die Altgenossen moechten,ist nichts weiter als der selige DDR Isolatismuss mit seinem der Welt mit Scheuklappen begrenzter Sicht. Da glauben doch viele Genossen,die Welt dreht sich nur um sie,selten so gelacht. Es ist Gut das diese Genossen im Westen kein Bein auf die Strasse bringen,Politiker dieser Sorte gibt es leider zu Hauf.
nachdem ihr meinen Beitrag versenkt habt, noch ein Versuch. Ich empfinde, ohne Parteimitglied zu sein, die Linke als echte Bereicherung der bundespolitischen Landschaft. Ohne die packenden Reden von Gysi und Co wäre der Bundestag eine öde Veranstaltung. Selbst beim Atomausstieg war Gysi besser als die Grünen. Lafontaine ist wahrscheinlich der begabteste deutsche Nachkriegspolitiker. Er hatte mit seinen Prognosen fast immer recht. Dafür wurde er gehasst. Welche Partei soll ein Kriegsgegner denn wählen? Ohne die Linke gäbe es noch mehr Nichtwähler und rechte Chaoten. Ich bin froh, daß in der Linken diskutiert wird, in den anderen deutschen Einheitsbreiparteien ist das nicht so. In der SED wurde nicht diskutiert. Nur weil in der CDU viele Nazis untergekommen sind (auch der Bundespräsident Carstens war in der Partei) ist sie keine Nachfolgepartei. Die Forderung der Linken vom Mindestlohn bis zur Verstaatlichung von Banken und Energiekonzernen sind vernünftig und entsprechen der Meinung eines Großteils der Bevölkerung. Die neoliberale Regierung sah sich gezwungen, Banken zu verstaatlichen und diffamierte Konjunkturprogramme gegen die Krise zu verordnen. Esslinger und Kollegen versuchen zu verhindern, daß sich dies auf künftige Wahlen auswirkt. Lafontaine wird mit der Eurokrise wieder recht behalten. Leider.
Das war echt lustig. "LOL"
dieser Beitrag.
Lässt er doch unerwähnt, wie viele Meilensteine und bahnbrechende Revolutionen die Regierungskoalition inzwischen rumliegen hat.
Und abgedroschene Metaphern sind ganz sicher keine Erfindung der Linken.
Paging