Linke-Chef Klaus Ernst verteidigt sich gegen die Kritik an seinem Gehalt und macht einen Vorschlag: Er will künftig auf 1913 Euro verzichten. Das große Tribunal fällt damit aus.
Klaus Ernst kommt, strahlt und schweigt. Einmal noch hält sich der Vorsitzende der Linkspartei an den Vorsatz, den er einige Wochen lang befolgt hat. Vor der Sitzung im Berliner Karl-Liebknecht-Haus will er nichts sagen. Zuerst sollen die Mitglieder des geschäftsführenden Parteivorstandes und die Linken-Chefs aus den Ländern hören, wie er auf die Vorwürfe reagiert, die Ernst den Sommer hindurch verfolgt haben.
Bild vergrößern
"Wir haben tatsächlich Fehler gemacht" - Linke-Chef Klaus Ernst will künftig auf Teile seiner Zulagen verzichten. (© dpa)
Anzeige
Wirklich geklappt hat es mit dem Schweigen aber wieder nicht. Gregor Gysi, der Chef der Linksfraktion im Bundestag, hat schon am Vortag Ernsts Verteidigungsstrategie preisgegeben. Dem Vorwurf der Gehälterhäufung will der Parteichef begegnen, indem er zwar nicht auf seinen Parteilohn in Höhe von 3500 Euro verzichtet, wohl aber auf eine Zulage von 1913 Euro, die Angehörige des Fraktionsvorstandes erhalten. Ernst möchte, dass die Sache vom Tisch kommt.
Eine "Kampagne" der Medien
Mit einer Sache allein ist es aber nicht getan. Gleich aus drei Richtungen kam für den Linken-Chef in diesem Sommer der Ärger. Neben interner Kritik an Bezügen von Bundestag, Fraktion und Partei, die sich insgesamt auf 13000 Euro summieren, steht Ernst im Visier der Berliner Staatsanwaltschaft, die ermittelt, ob der Abgeordnete bestimmte Reisen über den Bundestag abrechnen durfte. Und als hätte das noch nicht genügt, erhob der Schatzmeister der Linken im heimatlichen Bayern, Ulrich Voß, den Vorwurf, Ernst habe mit Karteileichen Politik gemacht.
Ernst hat eine klare Vorstellung davon, wie es zu dieser Häufung von Unannehmlichkeiten kommen konnte - und bringt das in der Sitzung auch gleich zur Sprache. Es handele sich um eine "Kampagne" der Medien, die sich mehr gegen die Partei als gegen ihn selbst richte. Das hätten die meisten in der Partei ja auch verstanden, meint Ernst und verbindet das mit einem Seitenhieb gegen alle jenen Linken-Politiker, die sich zuletzt öffentlich kritisch zu seinen Bezügen geäußert haben. Es wird daraufhin von mehreren, etwa vom Baden-Württemberger Ulrich Maurer, Solidarität für den Vorsitzenden eingefordert. Ernst kann schließlich mit dem Eindruck in die Pause gehen, ihm sei der Rücken gestärkt worden.
Entsprechend tritt er mit seiner Ko-Vorsitzenden Gesine Lötzsch vor die Presse. "Der eine oder andere hat ein Tribunal erwartet", sagt er an die Journalisten gerichtet, "aber da muss ich Sie enttäuschen. Ein Tribunal hat nicht stattgefunden." Stattdessen habe er angesichts der laufenden Kampagne Solidarität erfahren, teilt Ernst mit.
Zwei Vorschläge sind es, mit denen Ernst dennoch versucht, die innerparteilichen Kritiker zu besänftigen und die Debatte um seine Person zu beenden. Zum einen soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich mit Bezügen hauptamtlicher Parteimitarbeiter beschäftigt. Angehören sollen ihr Mitglieder des geschäftsführenden Bundesvorstandes und Vertreter aus den Ländern.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Linkspartei Auf der langen Suche nach sich selbst 06.09.2010
- Umstrittener Chef der Linken Ernst verzichtet auf Kohle 05.09.2010
- Linke in Bayern Kapitalfehler 24.08.2010
- Mitgliederkartei auf dem Prüfstand Linke nehmen ihre Kartei unter die Lupe 14.03.2011
- Voß im Gespräch "Klaus Ernst wusste um die Ungereimtheiten" 21.08.2010
- Streit bei der Linkspartei Verwehrte Vollmachten, verschlossene Türen 18.08.2010
- Die Linke: Skandale um Klaus Ernst Konsequent ins Abseits 17.08.2010
"Hat sich schon mal jemand Gedanken um die Verdienste und NEBENVERDIENSTE des Herrn Westerwelle, des Herrn Gabriel und des Herrn Özdemir gemacht?"
Natürlich, eigentlich vergeht kein Tag hier im SZ-Forum, an dem das nicht geschieht, sogar, wenn es völlig aus dem Zusammenhang ist.
Es gibt eine Handvoll Mitglieder der "Linke", die selbst ich sehr schätze. Zu nennen wäre da etwa Herr Ramelow, den persönlich zu kennen mir eine Ehre ist.
Auch er lebt nicht schlecht und ver-dient sich, was er verdient.
Es liegt deutlich selbst über dem, was seine Partei wahnwitzig als Mindestlohn fordert und ich möchte behaupten, es ist in Ordnung, denn man wird für das gleiche Geld niemanden besseren finden!
Es hätte niemand was dagegen, wenn es keine armen Menschen mehr gibt. Aber ich hätte etwas dagegen, wenn man dafür nicht mehr reich werden könnte.
Ernst ist nicht der einzige moneymaker in der Linkspartei.
Oskar Lafontaine kassierte (lt. SPON) jahrelang 5000€ im Monat vom Axel Springer Verlag ohne Gegenleistung.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Der Rest des Textes___________Beiratsposten in neun Wirtschaftsunternehmen
jeweils den Vermerk „jährlich, Stufe 3“ angibt, was – zählt man alle neun Posten zusammen –
einem Zusatzeinkommen von mindestens 63.000 Euro pro Jahr entspricht. Zu den
Nebeneinkünften aus seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in einer Anwaltssozietät macht Merz
keine Angaben. Eine in Buchholz (2007) präsentierte Recherche bei den von Merz
angegebenen Arbeitgebern führte zu folgendem Ergebnis: „Für das Jahr 2006 ergibt sich
abseits des Anwalts-Salärs bei vorsichtiger Schätzung ein Nebeneinkünfte-Betrag von einer
Viertelmillion Euro für Merz. Auf Anfrage erklärte er dazu: ‚Kein Kommentar’“.
Paging