Die Grünen müssen sich eingestehen: Mit ihrem historisch besten Ergebnis haben sie eine Niederlage erlitten. Sie tragen sie mit heiterer Fassung - und freuen sich auf die Machtlosigkeit.
Die wohl merkwürdigste Party steigt an diesem Abend im einstigen Berliner Postbahnhof. Einige hundert Grüne haben sich hier versammelt. Sie klatschen viel, jubeln brav und freuen sich über jede neue Hochrechnung.
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Claudia Roth und Cem Özdemir lassen sich feiern. (© Foto: dpa)
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Das ist einerseits verständlich und andererseits auch wieder nicht. 10,5 Prozent, das ist das beste Bundestagsergebnis der Parteigeschichte. Andererseits hatten sich die Grünen drei Ziele für diesen Tag gesteckt: Schwarz-Gelb zu verhindern, große Koalition zu beenden und dritte Kraft zu werden.
Schwarz-Gelb aber wird regieren, die Grünen sind nur Fünfte geworden - und dass die große Koalition beendet wird, ist auch nicht wirklich ihr Verdienst. Mit ihrem historisch besten Ergebnis, das müssen die Grünen eingestehen, haben sie eine Niederlage erlitten. Sie tragen sie mit heiterer Fassung.
Eine halbe Stunde nach der ersten Prognose bahnt sich das Trio aus Geschäftsführerin Steffi Lemke und den Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin den Weg durch die Menge. "Wir haben gekämpft und gewonnen", brüllt Lemke in einer Lautstärke, die jeden Zweifel übertönen soll. Renate Künast und Jürgen Trittin beglückwünschen schließlich auf der Bühne ihre Partei, ihre Wähler und dann auch einander. Das tun sie so fröhlich und fast albern, dass Erleichterung sichtbar wird. Mit einem besseren Ergebnis haben sie nicht gerechnet, eher mit einem schwächeren.
"Wir haben gezeigt, dass selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise, in der die Leute zuerst an ihren Arbeitsplatz denken, die Grünen was zu bieten haben", ruft Künast. "Wir sind zweistellig in den Bundestag gewählt worden. Diesen Auftrag nehmen wir an", verspricht sie. Und weil es ein Oppositionsauftrag ist, fügt Jürgen Trittin auch noch hinzu, gegen wen: "Gegen die Schwarz-Gelben, gegen die Radioaktiven." Es dauert ein bisschen, bis auf der grünen Bühne eine Niederlage eingeräumt wird. Parteichefin Claudia Roth sagt, es sei "bitter", dass Schwarz-Gelb nicht verhindert worden sei. Das grüne Ergebnis aber lässt sie sich nicht vermiesen. Das, sagt sie grimmig, sei ein "richtig guter Erfolg".
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 28.09.2009)
Stockender Kita-Ausbau
Noch mehr Klischees in der Mottenkiste?
Die Grünen bleiben für mich die einzige Partei, die wirtschafts- und sozialpolitisch eine ausgewogene Balance zwischen solidarität und Eigenverantwortung wahren. Beim Klimaschutz müssen sie alle anderen Parteien vor sich rantreiben und die SPD wäre in 100 Jahren nicht darauf gekommen, den Atomausstieg einzuleiten, wenn es die Grünen nicht gäbe.
Die SPD hatte es in der Hand, diese undemokratische Sache mit den sog. 'Überhangmandaten' endlich aus der bundesdeutschen Wahlwelt zu schaffen. Alleine, die SPD wollte nicht.
allzu leicht mit dem Status quo zufrieden gibt. Das fiel mir bereits bei der zurückliegenden Kampagne auf. Der Wille zur Macht ist nicht stark genug ausgeprägt. Es genügt offenbar, im Bundestag vertreten zu sein. Diese selbstgenügsame Haltung muss aufgegeben werden, dann werden die Grünen für die Wähler auch wieder interessanter.
Mit einem hatte Özdemir auf der PK völlig recht.
Da jammert die SPD über die Überhangmandate der CDU, ist aber zu keinem Kompromiss mit den Grünen bei Wahlkreiskandidaten bereit. Mit einer Absprache hätte Özdemir Stuttgart I (Özdemir 30%, CDU-Kandidat 34%) gewinnen können, die SPD-Kandidatin Stuttgart II. So sind beide an die CDU gegangen...tja...
@dieschotts stimme ich zu, die Grünen müssen in's liberale Lager offen bleiben.
Sie haben noch die Bio-Läden vergessen....dort kauft das Klientel nämlich ein. Der Liter Milch für drei Euro - macht doch nichts - ist ja schließlich BIO. Es hat sich auch vor kurzem die "teuerste und besten" Energiesparlampen für's ganze Haus gekauft - das Stück für "nur" 30,00 EUR. Und man leistet sich noch eine Patenschaft in Afrika - man ist ja schließlich ganz besonders öko und gut...
Kleiden tut man sich nur "italienisch" - der giftigen Zusatzstoffe in den Klamotten aus Fernost wegen....
Paging