17 Prozent sind kaum zu glauben: Die Grünen erforschen die Gründe ihrer unerwarteten Beliebtheit - und sind froh, nicht von enttäuschten Wählern einer ganz bestimmten Partei zu profitieren.
Das gab es noch nie: 17 Prozent der Deutschen würden nach Angaben der jüngsten Forsa-Umfrage die Grünen wählen, wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl. Beim ARD-Deutschlandtrend sind es immerhin 15 Prozent. Da wird manchem in der Partei schon mulmig, denn der enorme Gewinn der Bündnisgrünen fällt mit den Verlusten der FDP zusammen. Laufen liberale Wähler zu den Grünen über? Die Antwort: "NEIN".
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Höhenflug: Die Grünen dürfen sich derzeit über steigende Umfragewerte freuen. (© Foto: dpa)
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Nein - großgeschrieben, so steht es in der jüngsten Wähleranalyse der Partei, die am Freitag die Büros der grünen Spitze erreichte. "Die Parallelität der Gewinne beziehungsweise Zuwächse kann nicht darüber hinwegtäuschen", schreibt Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke darin, "es gibt kaum stärker von einander abgrenzbare Elektorate wie die der FDP und Bündnis 90/Die Grünen."
Zwar seien sich beide Gruppen in ihrer sozialen Struktur ähnlich. Aber: "Die wahlentscheidungsprägenden Werteeinstellungen sind doch diametral gegeneinander gerichtet". Folglich seien "Wanderungen von der FDP zu den Grünen im relevanten Bereich mehr oder weniger ausgeschlossen". Puh.
Laut der internen Analyse wandern FDP-Wähler "massiv" zur Union ab, die wiederum dadurch ihre Verluste ans "Nichtwählerlager" teilweise kompensieren kann. Dagegen gewönnen die Grünen am ehesten aus dem SPD-Lager Wähler hinzu und entfalteten obendrein die höchste "Haltequote", also die geringste Mutation von Wählern in Nichtwähler.
Das allerdings erklärt auch den Haken des Erfolgs: Denn die 17 Prozent sind weniger absolute Zuwächse als vor allem relative - sie begründen sich vor allem aus der Schwäche der anderen.
Derweil mehren sich innerhalb der Grünen schon mahnende Stimmen, angesichts solcher Werte nicht in Leichtsinn oder zerstörerische Debatten zu verfallen. Die Grünen haben in der Vergangenheit gelernt, wie schnell sich schöne Umfragewerte durch interne Debatten zerstören lassen. "Gute Umfragewerte waren für uns Grüne noch nie ein Grund, übermütig zu werden", beschwichtigt Parteichefin Claudia Roth. Eher schon seien sie Ansporn.
Noch sehen die Demoskopen durchaus Luft nach oben. In der Analyse der Wählerpotenziale - also der Frage, ob es für Wähler überhaupt vorstellbar ist, eine bestimmte Partei zu wählen - kommen die Grünen in diesem Monat auf 48 Prozent, verglichen mit 55 Prozent bei den beiden Volksparteien Union und SPD.
Da geraten auch die Partei-Analysten ins Schwärmen: "Dass maximal 24 Prozent für die Linkspartei gemessen werden, macht die Dimension noch einmal deutlich", heißt es in dem Papier. "Die Rekordjagd aus dem Jahr 2009 scheint weiterzugehen." Zumindest mal rein demoskopisch.
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(SZ vom 20.2.2010/aho)
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dass die Grünen im Sinne einer Resteverwertung von der Krise der anderen Parteien profitieren, ohne wennauch das geringste dafür getan zu haben, ja sogar konkret getan haben zu können.
Und gerade dies ist m.E. sehr interessant: die grünen Prämissen der Vergangenheit scheinen längst salonfähig geworden zu sein, d.h. der Aleinanspruch der Grünen auf die ursprünglich eigenen pol. Inhalte ist verlorengegangen. Was bleibt ist eine Fassade, die einem Protestwähler ausreichende innere Legitimation bietet, sollte er sich auf seiner Wählerflucht bei den Anderen davon machen. Lustigerweise belegten einige Statistiken kurz vor der letzten Wahl 2009 das Phänomen der verbundenen Gefässe ausgerechnet bei der FDP und den Grünen. Mehrere Male gab es nämlich einzig und allein bei diesen zwei Parteien Bewegungen, alle anderen blieben bei den gleichen Umfragewerten. Fiel FDP um zwei Prozent, so stiegen somit die Umfragewerte für die Grünen um genau DIE zwei Prozente hoch...
Das ist sehr schön, wie Sie das im Kleinen machen, Sie sind nicht allein.
Im Großen sehe ich aber noch durchaus Handlungsbedarf, den es auch politisch zu Forcieren gilt. Es ist nicht einfach damit getan, dass man sich ein grünes Mäntelchen anzieht, wenn man nach Kopenhagen fährt und die Schuld eines Scheiterns auf China schiebt.
Oder dass man einen Minister herumspringen lässt, der den offiziell Atomausstieg herbeisehnt, während der Rest der Regierung dazu schweigt, oder vom Ausstieg vom Ausstieg träumt. Mit dieser pseudogrünen Alibipolitik der CDU/CSU bewegt sich jedenfalls nichts.
und diese unsägliche Schauspielerin aus der "Bulle von Tölz" gesehen, da sieht man und sah man anschaulich, wie der heutige fdpler so denkt: sie, die urschel, wohnt 6 monate in kanada und freut sich, dass dort ein ungarischer Chirurg! bei ihr putzt...
kathl jakob, so heisst die, lebt ansonsten am starnberger see und lebt in kanada, weil die nicht so "verschuldet" sind....
wahrscheinlich war sie noch nie in vancouver downtown oder in einem reservat der ureinwohner und hat das land im lotto gewonnen.
Ab in den Komödienstadel, sag ich da nur...Mich würgts
Auch wenn man ein Thema tausendmal wiederholt, muss es noch lange nicht richtig sein. Lesen Sie die Kommentare und dann erkennen Sie, dass die Saat tatsächlich aufgegangen ist. Nichts gegen Umweltbewusstsein an sich, aber wenn es zu einem weiteren Geschäft gemacht wird, klingeln bei mir die Alarmglocken. Die professionellen Umweltler sind das eigentliche Problem. Ich lebe mit der Natur und Umwelt im Einklang, einfach eine der Erziehung. Dazu brauche ich keine Partei.
Es gibt Themen, bei denen FDP und Grüne nur schwer zusammenkommen.
Ich glaube, die meisten, die in Verdacht geraten könnten, beide Parteien generell wählen zu können, haben bei der Bundestagswahl bereits Grün gewählt.
Paging